Der Trainer und die Ewigkeit

20. Februar 2011, 19:39
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Werder Bremen nähert sich rasant dem Abstiegsstrudel

Bremen - Mattersburgs Langzeittrainer ist bei Bremens Langzeittrainer in die Lehre gegangen. Nun, so scheint es, muss sich Thomas Schaaf (Werder-Coach seit 1999) beim diesbezüglich hoch erfahrenen Franz Lederer (SVM-Coach seit 2005) Rat holen: Wie das so ist mit dem erfolgreichen Abstiegskampf. Denn der scheint für den vierfachen deutschen Meister unausweichlich, ein Punkt trennt ihn nur mehr von einem Abstiegsplatz.

Aufgebrachte Fans skandieren jedenfalls schon hämisch: "Zweite Liga, Bremen ist dabei!" Am Samstag endete das regionale Derby beim Hamburger SV mit einem schmählichen 0:4, da blieb den Spielern nicht viel anderes übrig, als sich Asche aufs Haupt zu streuen. "Man kann sich als Bremer nur schämen", schämte sich Kapitän Torsten Frings, und Sebastian Prödl sprach aus, warum: "Anscheinend haben noch nicht alle verstanden, dass es gegen den Abstieg geht." Ob damit neben Per Mertesacker und Prödl selbst auch Marko Arnautovic gemeint sein könnte, war nicht ersichtlich. Als Solospitze war Arnautovic so isoliert, dass sein Austausch in der 65. Minute wie eine Erlösung war.

Bremen wäre allerdings nicht Werder, würde nun ein Gezeter über den Trainer anheben. Chef Klaus Allofs erklärt: "Der Trainer hat von der Geschäftsführung volle Rückendeckung." In Österreich wäre bei so einer Aussage Feuer am Trainerdach, aber Bremen liegt eben in Deutschland.

Nicht in Abstiegsgefahr ist Mainz, gegen die Bayern waren Österreichs Teamkapitän Christian Fuchs und seine Kollegen aber chancenlos. Andreas Ivanschitz musste von der Bank aus ein 1:3 beobachten und dabei feststellen, das Kollege Fuchs sich auf der ungewohnten rechten Seite ziemlich plagte gegen Franck Ribéry.

Einziger Jubler unter den Ösi-Gastarbeitern in Deutschlands oberster Liga war Emanuel Pogatetz. Seine Hannoveraner putzten Kaiserslautern - Jimmy Hoffer fehlte krankheitsbedingt - mit 3:0 und visieren nun mit Berechtigung einen Europacuplatz an.

Das tut wohl auch Werders Thomas Schaaf. Aber mit Sicherheit nicht in dieser Saison. In der geht es um deutlich mehr, nämlich um alles. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 21.2.2011)

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    Per Mertesacker, das personifizierte Elend beim Traditionsverein Werder Bremen.

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