Madrid um 300 Jahre jünger als gedacht

20. Februar 2011, 18:48
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Offizielle Geschichtsschreibung ging bisher von Stadtgründung im 9. Jahrhundert aus

Madrid - Aktuelle Ausgrabungen legen nahe, dass Spaniens Hauptstadt Madrid rund 300 Jahre jünger ist als man bisher angenommen hatte: Bei den Untersuchungen wurden die Überreste von sechs mittelalterlichen Gebäuden aus dem 12. Jahrhundert als älteste bisher entdeckte Wohnhäuser freigelegt; die Ursprünge der Stadt wurden bisher offiziell im 9. Jahrhundert unter arabischer Herrschaft angesiedelt. "Madrid als Stadt entstand erst im 12. Jahrhundert, nachdem das Gebiet von christlichen Herrschern zurückerobert worden war", behauptet die Archäologin Esther Andreu in der Zeitung El Pais (Sonntagsausgabe).

Ausgrabungen beim Königspalast

Der muslimische Emir Mohammed I. von Cordoba habe in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts an der Stelle, an der später Madrid entstand, nur eine militärische Festung errichtet, aber keine dauerhafte Siedlung. "Wir haben aus dieser Zeit keine Spuren von Wohnhäusern gefunden", betonte die Leiterin des Forscherteams. "Die von uns entdeckten Gebäude (aus dem 12. Jahrhundert) sind die ältesten Überreste von Madrid als Stadt." Die Ausgrabungen waren unmittelbar neben dem königlichen Palast vorgenommen worden. (red/APA/dpa)

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