Die Punkteteilung und Härte der Mittelständler

20. Februar 2011, 18:04
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Mit neun Mann gelingt Rapid Wien im Schlager bei Salzburg ein nicht unglückliches 1:1, Ragnvald Soma gleicht den Führungstreffer von Ro­man Wallner aus. Höhepunkte waren sonst gleich drei Platzverweise

Salzburg - Wieder ohne Kapitän Steffen Hofmann, aber mit Heimkehrer Boris Prokopic startet Rekordmeister Rapid bei Titelverteidiger Salzburg in die Partie. Nach dem missglückten Frühjahrsauftakt in Wiener Neustadt (0:2) suchte Coach Peter Pacult aber nicht die Flucht nach vorne, bot mit dem zuletzt enttäuschenden Jan Vennegoor of Hesselink nur eine Sturmspitze auf.

Papier freilich ist geduldig, wie Christopher Drazan, der sich in den Strafraum vorkämpft (6.), und Yasin Pehlivan mit einem satten Schuss aus 20 Metern (9.) beweisen. Gerhard Tremmel im Tor der Salzburger, dem Huub Stevens wieder den Vorzug gegenüber dem genesenen Ex-Kapitän Eddie Gustafsson gegeben hat, kann sich aber in Szene setzen. Nach einer Viertelstunde nimmt Salzburg das Heft und also das Papier in die Hand, die Gäste bekommen defensivere Rollen zugewiesen. Solospitze Roman Wallner glänzt vorerst als Vorbereiter, Simon Cziommer kann den Zuckerpass in den Strafraum aber nicht verwerten (25.). Zehn Minuten später bekommt Wallner umgekehrt den Ball von Cziommer serviert, der Salzburger packt Ragnvald Soma ein und besorgt per linkem Innenrist das Führungstor ins lange Eck (35.).

In der Pause reagiert Pacult und bringt Hofmann statt Pehlivan. Nachhaltig verändert sich die Kultur des Spiels schon zwei Minuten später - aber ganz ohne Zutun des Kapitäns. Cziommer und Drazan geraten an der Mittellinie aneinander, der Salzburger fliegt nach einem Schubser des jungen Rapidlers spektakulär über die Absperrung, die eine TV-Kamera schützen soll, beide fliegen vom Feld. Wobei die Rote Karte für Drazan als hart zu beurteilen ist: Cziommer war Drazan vor seinem Abflug an die Gurgel gegangen.

Der Schlagabtausch wird noch härter, und dass Rapid die Partie nicht mit acht Mann zu Ende spielen muss, darf Schiedsrichter Einwaller verdankt werden. Vennegoor of Hesselink säbelt Ibrahim Sekagya um, der nicht weiterspielen kann (57.). Und drei Minuten später wird Gonzalo Zarate von Prokopic gefällt. Im Falle Prokopics dauert die von Einwaller gewährte Schonfrist nur bis zur 69. Minute, nach einem Foul an Jakob Jantscher muss der zweite Rapidler unter die Dusche.

Mit neun Mann gelingt den Hütteldorfern dennoch der Ausgleich. Soma macht seinen Stellungsfehler gegen Wallner wieder gut und verwertet nach Katzer-Kopfball wuchtig den Abpraller (71.). Vennegoor of Hesselink (85.) und Franz Schiemer in der Nachspielzeit alleine vor Goalie Helge Payer vergeben die jeweiligen Matchbälle. Was heißt, dass beide Klubs weiter als Mittelständler zu bezeichnen sind. (krud; DER STANDARD Printausgabe 21. Februar 2011)

Red Bull Salzburg - SK Rapid Wien 1:1 (1:0). EM-Stadion Wals-Siezenheim, 15.800, Einwaller. ~

Torfolge: 1:0 (35.) Wallner, 1:1 (71.) Soma

Salzburg: Tremmel - Bodnar, Sekagya (60. Hinteregger), Afolabi, Svento - Schiemer - Zarate (82. Hierländer), Leitgeb, Cziommer, Jantscher - Wallner (84. Boghossian)

Rapid: Payer - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Katzer - Heikkinen, Pehlivan (46. Hofmann) - Kavlak (86. Nuhiu), Prokopic, Drazan - Vennegoor of Hesselink

Rote Karten: Cziommer (47./Tätlichkeit) bzw. Drazan (47./Tätlichkeit)

Gelb-Rot: Prokopic (69./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Schiemer bzw. Pehlivan, Kayhan, Vennegoor of Hesselink

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    Roman Wallner hier im Kampf ums Leder mit Rapids Blondine Ragnvald Soma: Sky-Experte Hans Krankl verstand nicht, warum Salzburg-Coach Huub Stevens Wallner ausgewechselt hat.

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    Auuuuutsch! Vennegoor of Hesselink verletzt Salzburgs Sekagya mit einem Sliding-Tackle am Knöchel.

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