Drei Männer innerhalb von drei Tagen erstochen - Ein Mord gilt als geklärt

20. Februar 2011, 23:04
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Drei Tötungsdelikte mit einem Messer als Tatwaffe beschäftigen die Polizei

Wien - Ein 50 Jahre alter Mann ist am Sonntagabend in Wien-Leopoldstadt erstochen worden. Laut Polizei gilt seine 33 Jahre alte Lebensgefährtin als Täterin. Sie soll im Streit zu einem Messer gegriffen haben. Der 50-Jährige erlitt so schwere Verletzungen, dass er kurz nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus starb. Nach dem - bisher ungeklärten - Mord an einem 41-Jährigen am Freitag in Margareten und der Auffindung eines erstochenen 48-Jährigen am Samstag in Hietzing handelt es sich um das dritte Tötungsdelikt mit einem Messer als Tatwaffe, das innerhalb von drei Tagen die Wiener Polizei beschäftigt.

Die jüngste Bluttat wurde gegen 19.15 Uhr in der Wohnung des Paares in der Novaragasse verübt. Laut Polizeisprecherin Manuela Vockner alarmierte der Verletzte noch selbst die Rettung, die ihn in ein Spital brachte, wo das Opfer kurz nach 21.00 Uhr starb. Die verdächtige 33-Jährige wurde in der Wohnung festgenommen. Vorläufig war ihre Befragung noch in Gang, die Hintergründe des Streits waren vorerst nicht bekannt. Zeugen der Bluttat dürfte es nicht gegeben haben. Weitere Informationen kündigte die Polizei für Montag an.

Festnahme in Hietzing

Nach dem am Samstag entdeckten Mord an einem 48 Jahre alten Mann in Wien-Hietzing hat sich der Verdacht gegen einen Nachbarn des Opfers erhärtet. Der 28-Jährige werde noch im Laufe des Tages in die Justizanstalt Josefstadt überstellt. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Stefan S. war bereits kurz nach Entdeckung der Leiche in Verdacht geraten. Thomas B. wurde mit mehreren Stichverletzungen in der Brust in seiner Kleinwohnung in der Waldvogelstraße gefunden, neben ihm ein Küchenmesser. Bei dem 28-Jährigen stellten die Ermittler eine Hose mit Blutspuren sicher, die sich als jene des Opfers herausstellten. Auch die Tatwaffe stammte aus dem Besitz des Verdächtigen. Mühsam war die Einvernahme: Der 28-Jährige war stark alkoholisiert und befand sich in einem emotionalen Ausnahmezustand.

Der 28-Jährige verantwortete sich damit, vom späteren Opfer sexuell bedrängt worden zu sein, worauf es zu einer Auseinandersetzung gekommen sei. Die Tatzeit konnte der Verdächtige laut Polizei nicht angeben: entweder in der Nacht auf Freitag oder in der Nacht auf Samstag. Gesichert ist, dass der 48-Jährige am Donnerstag noch lebte und Kontakt zu einer Bekannten hatte, die dann am Samstag aus Sorge um B. die Polizei alarmierte.

Weiterer Fall: Noch kein Täter gefasst

Beim dritten Fall, der Ermordung eines 41-Jährigen am Freitag in Margareten, wurden unterdessen weitere Details bekannt. Der getötete Johann K. hatte Kontakte zum Drogenmilieu, bestätigte Vockner. K. ist schwer misshandelt worden. "Er wies Kopfverletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkungen auf", bestätigte Vockner am Sonntag entsprechende, bereits am Freitag getätigte Angaben der Rettung. Ebenso wurden zahlreiche Stichverletzungen festgestellt. Das gerichtsmedizinische Gutachten stand noch aus. Eine Nachbarin erzählte der "Kronen Zeitung", dass in der Brust des Opfers nicht nur ein Messer, sondern auch eine Sonnenbrille steckte.

Die 38-jährige Lebensgefährtin des Mordopfers hatte am Freitagnachmittag die grausige Entdeckung gemacht: Die Leiche ihres Partners lag im Vorraum der gemeinsamen Wohnung am Bacherplatz. Beim Fund war auch der siebenjährige Sohn der Frau anwesend. Ein Blick auf die Leiche blieb dem Kind laut Vockner aber erspart. (APA)

  • Drei Messer-Morde innerhalb von drei Tagen in Wien.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Nachbar des Opfers steht unter Tatverdacht

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