Zwei Tote bei Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten

19. Februar 2011, 19:11
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Drei der wichtigsten Oppositionsführer festgenommen

Dschibuti - Bei den fortdauernden Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Polizisten im ostafrikanischen Dschibuti sind zwei Menschen getötet worden. Wie das Innenministerium am Samstag mitteilte, seien bei den Protesten in der gleichnamigen Hauptstadt am Freitagabend ein Demonstrant und ein Polizist ums Leben gekommen. Der Demonstrant sei von einem Polizeiauto erfasst worden und gestorben. Über die Todesumstände des Polizisten machte das Ministerium keine Angaben.

Im Lauf des Samstags kam es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen des oppositionellen Lagers mit Sicherheitskräften. Gruppen von Jugendlichen bewarfen Sicherheitskräfte in der Stadt Balbala mit Steinen, wie ein Reporter berichtete. Ihre Zahl vergrößerte sich im Tagesverlauf stetig. Die Jugendlichen forderten den Rücktritt des seit dem Jahr 1999 regierenden Staatschefs Ismael Omar Guelleh.

Oppositionsführer verhaftet

Die Behörden nahmen indes drei der wichtigsten Oppositionsführer des Landes fest. Es handle sich um die Parteivorsitzenden Aden Robleh Awaleh, Mohamed Daoud Chehem und Ismail Guedi Hared, sagte Staatsanwalt Djama Souleiman vor Journalisten. Sie seien "im Zusammenhang mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften am Freitag" in Gewahrsam genommen worden.

Am Freitag waren in der Hauptstadt tausende Jugendliche auf die Straße gegangen. Als die Demonstranten einen Platz vor einem Stadion besetzen wollten, ging die Polizei mit Tränengas gegen sie vor. Das Innenministerium verurteilte die Proteste am Samstag als "Taten von Gewalt und Vandalismus". Die Demonstranten hätten Autos in Brand gesetzt und Polizeistationen beschädigt.

In Dschibuti sind Oppositionsproteste selten. Bei einer Schüler- und Studentendemonstration war es Anfang Februar zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und Sicherheitskräften gekommen. Anschließend nahmen die Behörden zahlreiche Oppositionelle und Menschenrechtsaktivisten fest. Das kleine Dschibuti ist ein wichtiger Verbündeter des Westens am Horn von Afrika. (APA)

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