Teams fordern Entscheidung bis Montag

19. Februar 2011, 16:03
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Absage des Rennens immer wahrscheinlicher - Williams-Technikchef: "Können dort nicht einfach fahren, wenn das Militär Demonstranten erschossen hat"

Barcelona - Die Formel-1-Rennställe haben bis zum Montag von Chefvermarkter Bernie Ecclestone und dem Automobil-Weltverband FIA eine Entscheidung gefordert, ob der Grand Prix von Bahrain (13. März) und die eine Woche davor angesetzten Testfahrten stattfinden werden. Das teilten die Teammanager nach einer Sitzung am Freitagabend am Rande der Testfahrten in Barcelona mit. Am 13. März beginnen. Von Ecclestones Entscheidung hänge ab, ob die F1-Karawane in Barcelona bleibt oder die Heimreise in seine Hauptquartiere antritt, hieß es nach dem Treffen.

Seit Tagen wird im kleinen Staat am Persischen Golf für demokratische Reformen demonstriert. Das Regime geht gegen die Opposition gewaltsam vor, in der Hauptstadt Manama gab es Tote. Im Fahrerlager stellt man sich bereits auf eine Absage des Rennens ein. "Selbst wenn sich die Lage in Bahrain wieder beruhigen sollte, können wir dort nicht einfach so fahren, wenn zwei Wochen davor das Militär Demonstranten erschossen hat", erklärte Williams-Technikchef Sam Michael. Nick Heidfeld (Lotus Renault) appellierte an die Verantwortlichen, bei der Entscheidung nicht nur die Sicherheit des Formel 1 sondern auch das zu berücksichtigen, was in Bahrain selbst passiere. 

Die Teammanager haben Pläne für alle denkbaren Szenarien erstellt. Red Bulls Christian Horner zählt auf: "Theoretisch gibt es drei Möglichkeiten. Der Grand Prix und die Testfahrten finden wie geplant statt. Nur der Grand Prix wird abgehalten, die Testfahrten aber abgesagt. Oder wir fahren überhaupt nicht nach Bahrain."

Wenn die Bahrain-Testfahrten geopfert werden, um Zeit zu gewinnen und möglicherweise doch den Grand Prix anzusetzen, dann soll vom 28. Februar bis zum 2. März in Barcelona getestet werden. Ein längerer Testbetrieb ist nicht möglich, da die Strecke danach belegt ist. Die Teams würden einen Testtag verlieren, einige hätten keine Chance mehr, die letzten Aerodynamikpakete auszuprobieren.  Zum Beispiel Red Bull. "Unsere letzte Ausbaustufe sollte an den letzten zwei Bahrain-Testtagen zum Einsatz kommen", verrät Horner. Die Produktion der entsprechenden Teile ist auf den ursprünglich angesetzten Termin ausgelegt.

Das wahrscheinlichste Szenario ist aber nun die komplette Absage. Dann würde die Weltmeisterschaft am 27. März in Australien beginnen. Die Abschlusstestfahrten werden verschoben. (red/APA)

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