Dresden

Ausschreitungen bei Protest gegen Neonazi-Aufmarsch

20. Februar 2011, 15:08
  • Neonazis greifen ein linkes Kulturzentrum in Dresden an, während die Polizei zusieht.

Bis zu 20.000 Linksliberale blockieren Aufmarsch von Rechtsextremisten - 82 Beamte teilweise schwer verletzt

Dresden - Bis zu 20.000 Menschen haben am Samstag in Dresden gegen Aufmärsche von Neonazis demonstriert. Während der Großteil der Demonstranten friedlich mit Mahnwachen, Musik und Gebeten gegen die Rechtsextremen protestierte, kam es am Rande zu schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und linken Aktivisten. Nachdem gewaltbereite Linke Absperrungen durchbrochen und Barrikaden gebaut hatten, setzte die Polizei Knüppel und Wasserwerfer ein, um die Gruppen zu trennen. Nach Polizeiangaben wurden rund 80 Beamte verletzt.

20.000 Gegendemonstranten

Zu den Gegenkundgebungen hatte das Aktionsbündnis "Dresden-Nazifrei" aufgerufen. Nach seinen Angaben blockierten rund 20.000 Menschen den geplanten Neonazi-Aufmarsch. Viele der Gegendemonstranten waren aus dem gesamten Bundesgebiet in die sächsische Landeshauptstadt gereist.

Die Polizei sprach von 12.000 Gegendemonstranten. Darunter seien 3.000 gewaltbereite Demonstranten gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Zahl der Rechtsextremen, die sich an verschiedenen Stellen in Dresden aufhielten, bezifferte die Polizei auf insgesamt 3.000. Sie hatten den 66. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg zum Anlass für drei Großveranstaltungen genommen.

Gewalttätige Gegendemonstranten durchbrachen im Lauf des Tages immer wieder Polizei-Absperrungen. In mehreren Gruppen blockierten sie wichtige Kreuzungen und Straßen, um den Marsch der Neonazis vom Dresdener Hauptbahnhof zu dem etwa zwei Kilometer entfernten Versammlungsort zu verhindern. Dabei setzten Linksextreme Müllcontainer in Brand, warfen mit Steinen auf Polizisten und errichteten brennende Barrikaden. Die Gegendemonstranten kommunizierten per Twitter und Website-Ticker, um Blockaden zu verstärken oder vor Polizeieinsätzen zu warnen.

Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein

Die Polizei setzte Wasserwerfer, Schlagstöcke, Knüppel und Reizgas ein, um ein Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern. Zahlreiche Gegendemonstranten, die Polizisten angriffen, kamen in Gewahrsam. Die Polizei war mit 4.500 Einsatzkräften vor Ort. Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer "Explosion der Gewalt durch linksextremistische Straftäter". Polizeipräsident Dieter Hanitsch sagte, an der Aktion hätten sich auch Mitglieder des Deutschen Bundestages und des sächsischen Landtages beteiligt. Von der Brutalität, mit der Rechts- und Linksextreme die Polizei angriffen hatten, zeigte sich Hanitsch erschüttert.

Das Aktionsbündnis "Dresden-Nazifrei" warf der Polizei vor, auch gegen friedliche Blockaden vorgegangen zu sein, um den Neonazis den Weg freizumachen. Einige Dutzend Demonstranten seien "teils schwer verletzt worden". Eine Sprecherin des Bündnisses erklärte mit Blick auf die hohe Zahl der Gegendemonstranten, die Bürger Dresdens hätten sich "von den Drohungen der Stadtverwaltung und der Polizei nicht abschrecken" lassen.

Auch Abgeordnete unter Gegendemonstranten

An der Gegendemonstration nahmen auch einige Bundestagsabgeordnete teil, darunter Parlamentsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Thierse kritisierte in der ARD die unterschiedliche Behandlung der Demonstranten durch die Polizei. "Dass die Polizei, die Justiz, die Stadtverwaltung den einen alles erlaubt und die anderen einschränkt, ist ein ziemlich einseitiges Bild." Er halte dies "für die Verteidigung der Demokratie für ziemlich problematisch".

Die sächsischen Grünen sprachen von einem "erfolgreichen Tag" für Dresden. Ihr Landesvorsitzender Volkmar Zschocke erklärte zugleich: "Ausdrücklich verurteilen wir jede Gewalt gegen Polizisten sowie das unverhältnismäßige, teilweise gewalttätige Vorgehen der Polizei gegen friedliche Demonstranten."

Unterdessen wurde auch in Leipzig am Samstag ein Aufmarsch von deutschen Rechtsextremisten verhindert. Die Polizei verbot eine spontane Kundgebung von rund 500 Neonazis, die mit einem Zug von Dresden aus in die Messestadt gefahren waren. 700 bis 800 Gegendemonstranten hatten sich nach Angaben eines Polizeisprechers im und vor dem Bahnhof versammelt. Die Polizei trennte die Lager konsequent, nach zwei Stunden habe sich die Situation beruhigt.

Im bayrischen Landshut demonstrierten am Abend rund 1.500 Menschen friedlich gegen Rechts. Mit Kerzen bildeten sie eine Lichterkette in der Altstadt . Der "Runde Tisch gegen Rechts" hatte zu der Demonstration aufgerufen. Hintergrund war Medienberichten zufolge, dass der Rechtsextreme Martin Wiese im Herbst nach Landshut gezogen war. (APA/Reuters/AFP/dpa)

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Warnboje
 
00
23.2.2011, 22:56
Links? Rechts? The Political Compass.

Anlässlich einiger Posts hier im Forum möchte ich auf eine Webseite verweisen: http://politicalcompass.org/analysis2

Ich glaube, ich habe diesen Link schon einmal gepostet, aber man kann ihn gar nicht oft genug erwähnen.

FalscherProphet
00
23.2.2011, 03:01
Mich würde interessieren, wie viele der FPÖ-Extremisten

aus Österreich mit diesen Neonazis in Dresden mitmarschierten.

Das FPÖ-Umfeld sucht doch schließlich fleißig Kontakt mit Deutschnationalen hier und dort.

jaae
00
22.2.2011, 17:02
Unterwegs in Dresden

Die über.morgen war in Dresden dabei. Ein Vor-Ort-Bericht über einige DemonstrantInnen aus Wien und ein Kommentar zum unseligen schwarzen Block in der frisch veröffentlichten neuen Ausgabe: http://www.uebermorgen.at/index.php?page=8

dolly
00
22.2.2011, 00:17
posting

bitte, liebe redaktion v.standard, wo ist mein posting vor cca.1 1/2 stunden?

Lappe ohne Rentier
00
22.2.2011, 14:12
Noch nie...

...vom Zensor "gehört"?

Herzelichst
Ihr Lappe

Meins, meins, meins, alles meins
22
21.2.2011, 15:37

Wären in den 20er/30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Nazis so vom Marschieren abgehalten worden, hätten wir uns alle Hitler und
die darauffolgende Besetzung der Allierten erspart,
es würde keinen Paragraphen für Wiederbetätigung geben und die FPÖ wäre eine Randerscheinung, ähnlich wie die Grünen.
Gewalttätern (Polizei (wenn sie das Schutzschild für Faschos spielt), Rechtsextreme), muss man leider auch mit Gewalt entgegentreten, dies lehrt uns die Geschichte.
Ziel wurde erreicht, Nazis konnten nicht marschieren,...

Mathias
 
24
21.2.2011, 13:48
Thierse kritisierte in der ARD die unterschiedliche Behandlung der Demonstranten durch die Polizei. "Dass die Polizei, die Justiz, die Stadtverwaltung den einen alles erlaubt und die anderen einschränkt, ist ein ziemlich einseitiges Bild."

Thierse hat vollkommen recht! Doch disbezüglich ist nicht nur in Deutschland was verkehrt. Ebenso in Ö, Italien, Polen, Ungarn ...

gogosch der Grosse
43
21.2.2011, 13:30
Wer mit "Rechts" sympathisiert wird Gewalt ernten!

senfspender
26
21.2.2011, 13:14
Der Standard ist lernfähig...

...die bisherige Überschrift erweckte den Eindruck, als seien blutrünstige Polizisten über durch und durch friedliebende Blümchen-Demonstranten hergefallen Bemerkenswert auch die Tatsache, daß die Vielzahl der durch die Linkschaoten verletzten Polizisten dem Autor keine Erwähnung wert waren. Meines E. tendenziöser Artikel mit hysterischer Ausrichtung.

gogosch der Grosse
50
21.2.2011, 12:59
Linke sind nie gewalttätig.

Gewatbereit sind nur die Rechten und die Polizei!

FalscherProphet
20
21.2.2011, 13:38
Dass Ihr FPÖ-Extremisten auch Gewalttätige

in Eurem Umfeld habt, leuchtet Euch wohl sogar selbst ein.

Beispielsweise der Neonazi Gottfried Küssel, der klar dem FPÖ-Umfeld zuzuordnen ist:
www.news.at/articles/... el-affaere

senfspender
22
21.2.2011, 13:09
Falsch, noch falscher,...

...gogosch !!

Pete Outlaw
67
21.2.2011, 10:54
Hier waren nicht

"links-extremisten" oder "linksliberale" gegen nazis, sondern der REST DER BEVÖLKERUNG der nicht hinnehmen wollte, dass nazis und faschisten, vom staat geschützt, durch die strassen ziehen und menschenverachtende parolen skandieren dürfen - und dass unter dem vorwand des "gedenkens" an opfer eines krieges den sie ausgelöst und geführt haben - den sie jahrelang propagiert und vorangetrieben haben.

Das war und IST nicht links gegen rechts (!) sondern das "denkende Volk" gegen (Neo-)Nazis und Rechtsextremismus!!

Adenauer
63
21.2.2011, 16:46
FALSCH

20000 ig Tausend sind NICHT der Rest der Bevölkerung immerhin hat 1/2 Mio Einwohner.

Und es ist mehr als fraglich ob es besser ist 80 Polizisten (lt ARD 11 davon Schwerverletzt) zu verletzten anstatt sich ein paar sinnlose Parolen der Nazi's anzuhören.

Soviel zu ihrem denkenden Volk

Joe_Chip
12
21.2.2011, 15:22

seit langem das beste posting zu diesem thema!

meinrad
22
21.2.2011, 12:33

de facto betrauern die wahrscheinlich auch nicht wirklich die opfer des krieges, sondern den verlust des krieges.

flawpsy
01
20.2.2011, 23:01

http://www.spiegel.de/video/vid... 10518.html

einfach mal anschauen, aus welchem "objektiven" blickwinkel die polizei gehandelt hat - und wer die gewalttäter waren!

woody999
55
20.2.2011, 22:54
Neonazis greifen ein linkes Kulturzentrum in Dresden an, während die Polizei zusieht.

wann wird die politik endlich gegen die rechte polizei vorgehen?

brauchen wir zustände, wie in der arabischen welt? die menschen müssen wieder auf die straße, vorher scheint es die politiker ja nicht zu interessieren......

senfspender
54
21.2.2011, 13:05
Sie sind eine ...

...kleiner Hysteriker mit gestörter Wahrnehmung. D ist eines der demokratischten Länder d3er Welt.

kooling
01
22.2.2011, 13:28
augen und verstand öffnen, anschauen:

http://www.spiegel.de/video/vid... 10518.html

nachdenken, die eigene sprache erlernen und dann ein entschuldigungsposting verfassen!
;)

FalscherProphet
51
20.2.2011, 22:12
Bei Nazi-Aufmärschen frage ich mich aber schon:

Ist das Gut der Demonstrationsfreiheit auch auf die verfassungsfeindlichen Neonazis anzuwenden?

Diese erlaubten Umtriebe von dem Nazigesindels bringen doch Schande über ein Land!

Adenauer
13
21.2.2011, 16:54
Dann darf man es aber auch nicht auf die Gegendemonstranten anwenden

Den Anarchie-Ausrufe sind genauso Verfassungsfeindlich!!!!

Genauso wie nieder mit der Polizei und dergleichen.

Also wenn sie schon die Gerechtfertigung für eine Demo messen dann bitte auch immer dasselbe Maß verwenden.

Guderian
118
20.2.2011, 20:51
Waschtag war angesagt für die linken

http://www.youtube.com/watch?v=a... re=related
einmal im Jahr, noch dazu auf staatskosten - und trotzdem passt es nicht???? :)
Hätten sich die anarchisten an die bewilligung der stadtregierung gehalten, wäre nichts passiert. Die Polizei versuchte lediglich recht und ordnung durchzusetzen und wird dafür nun kritisiert. Verkehrte welt irgendwie...

FalscherProphet
31
20.2.2011, 22:16
...und zu den gewalttätigen Neonazis dieses Umtriebs

fällt Dir kein Wort ein, Guderian?

Bist Du leicht gar einer von Denen (beziehungsweise falls Österreicher ein FPÖ-Sympathisant)?

Jürgen Rembremerding
23
20.2.2011, 20:35
Eine bemerkenswerte Veränderung der Headline dieses Artikels!

Die vorherige Überschrift war auch schlicht demgogisch!

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