Schläge und Tränengas gegen Demonstranten

19. Februar 2011, 13:39
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Armee hat sich vom Perlenplatz zurückgezogen - Demonstranten kehrten zurück

Manama - In der bahrainischen Hauptstadt Manama ist der Streit um den zentralen Perlenplatz am Samstag neu entbrannt. Zwar zog sich die Armee von dem Platz zurück und erfüllte damit eine Forderung der Opposition. Unmittelbar nach dem Abzug der Soldaten versuchten Demonstranten, den Platz wieder in Besitz zu nehmen. Sie wurden nach Beobachtungen eines Reuters-Journalisten von der Polizei mit Schlagstöcken sowie Tränengas- und Rauchgranaten angegriffen. Bei der Räumung des Platzes waren am Donnerstag mehrere Menschen getötet worden.

Kronprinz Salman bin Hamad al-Khalifa befahl nach offiziellen Angaben den Rückzug der Armee aus der Öffentlichkeit. Die Polizei sei weiterhin für Sicherheit und Ordnung verantwortlich, erklärte die Regierung. König Hamad bin Isa al-Chalifa hatte zuvor zum nationalen Dialog unter Vorsitz des Kronprinzen aufgerufen. Das war auf Ablehnung der Opposition gestoßen. Sie forderte den Rückzug der Armee in die Kasernen und die Bildung einer Übergangsregierung.

Seit Beginn der Proteste vor fünf Tagen sind in dem Königreich sechs Menschen ums Leben gekommen.

Außenministerium spricht Reisewarnung aus

Das österreichische Außenministerium hat angesichts der blutigen Auseinandersetzungen in Bahrain eine Reisewarnung für die Inselmonarchie im Persischen Golf ausgesprochen. Für Libyen gibt es derzeit noch keine explizite Reisewarnung. "Angesichts der sich weiter verschlechternden Lage wird aber dringend von nicht absolut notwendigen Reisen nach Libyen abgeraten", betonte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal nach einer neuerlichen Sitzung des gemeinsamen Krisenstabes mit Vertretern von Bundeskanzleramt, Innen- und Verteidigungsministerium am Samstag.

Da sich in Bahrain kaum heimische Touristen aufhalten und die internationalen Flugverbindungen derzeit planmäßig funktionieren, gibt es laut Launsky-Tieffenthal derzeit keine konkreten Vorkehrungen für etwaige Rückholaktionen. Anders in Bezug auf Libyen: Mehrere Unterstützungsteams für die dortige österreichische Vertretung seien "ready to go", die Botschaft stehe in Kontakt mit den im Land lebenden Österreichern, bei denen es sich weniger um Touristen als um dort lebende und arbeitende Österreicher handelt.

Ob weitere Maßnahmen nötig werden, werden demnach die Entwicklungen der nächsten Tage zeigen: Rund die Hälfte jener circa 160 in Libyen lebenden Österreicher - nämlich jene, die sich im stärker von den Unruhen betroffenen Osten des Landes aufhielten - sind laut Launsky-Tieffenthal bereits ausgereist, für die anderen gäbe es in den nächsten Tagen tägliche planmäßige Austrian-Flüge. (APA)

Eine Google Map mit eingezeichneten Pro-Democracy Demonstrationen:


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    Demonstranten präsentieren leere Kanister von Tränengas- und Rauchgranaten und Gummigeschoße, die die Polizei gegen sie einsetzte. Hergestellt wurden die Waffen in den USA.

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    Der Perlen-Platz wurde zurückerobert.

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    Demonstranten ließen sich nicht vertreiben und nahem Perlenplatz wieder in Besitz.

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    Zuvor hatte die Polizei nach dem Abzug der Militärs versucht, die Demonstranten vom Platz zu verjagen.

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