Serienkiller gestand 49. Mord nach 28 Jahren

19. Februar 2011, 10:54
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Ridgway hatte die Tat schon vor Jahren zugegeben, aber erst im vergangenen Dezember waren die Überreste von Marreros Leiche in einem Wald gefunden worden

Seattle/San Francisco - Angehörige und Freunde seines 49. Opfers hatten lange auf diesen Moment gewartet. Vor mehr als 28 Jahren war die 20 Jahre alte Rebecca "Becky" Marrero in Seattle im US-Staat Washington spurlos verschwunden. Am Freitag gestand Gary Ridgway, einer der schlimmsten US-Serienkiller, die Mordtat.

Als der schmächtige 62-jährige Angeklagte eine Entschuldigung stammelte, wurde er gleich von lauten Rufen im Gerichtssaal zum Schweigen gebracht, berichtete die ZeItung "Seattle Post Intelligencer". "Tötet ihn", forderte Mary Marrero, die Schwester des Opfers. Doch die Todesstrafe bleibt dem Massenmörder erspart.

Ridgway hatte die Tat schon vor Jahren zugegeben, aber erst im vergangenen Dezember waren die Überreste von Marreros Leiche in einem Wald gefunden worden. Damit konnte er zum 49. Mal angeklagt werden. Im Dezember 2001 war der Autolackierer festgenommen worden. Im Gegenzug für sein Schuldbekenntnis verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Todesstrafe. Ridgway verpflichtete sich, über seine grauenvollen Taten auszupacken und die Ermittler zu den Leichen zu führen. Er gab damals zu, 48 Frauen ermordet zu haben. 2003 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wegen seiner scheinbar kalten Gelassenheit hatte ihm der Richter damals "Teflon-Gefühle" und das "komplette Fehlen von Mitgefühl für seine Opfer" vorgehalten. "Ich habe so viele Frauen umgebracht, dass ich sie nicht mehr auseinanderhalten kann", sagte Ridgway während des Verfahrens. Seit 1982 hatte er vor allem Prostituierte und Ausreißerinnen erdrosselt und einige Leichen am Green-River-Fluss nahe der Stadt Seattle versteckt.

Gewöhnlich hatte der Mörder Sex mit seinem Opfer in seinem Haus oder Lastwagen, dann tötete er es. Als Mordmotiv gab er an, dass er Prostituierte hasste, sie nicht für ihre Dienste bezahlen wollte und sich sicher wähnte, nicht erwischt zu werden, weil niemand die Opfer vermissen würde. (APA)

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