Laut Wahlkommission 68 Prozent der Stimmen für amtierenden Präsidenten - Opposition spricht von Unregelmäßigkeiten - EU-Beobachter kritisieren Einschüchterung durch Polizei
Kampala - Der seit 1986
regierende ugandische Staatschef Yoweri Museveni bleibt an der Macht. Museveni wurde am Sonntag zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Laut Endergebnis erhielt er
68 Prozent der Stimmen. Auf seinen Herausforderer
Kizza Besigye entfielen demnach 26 Prozent. Wahlexperten hatten dagegen mit
einem knappen Ausgang gerechnet. Die Opposition
sprach bereits von Unregelmäßigkeiten bei der
Präsidenten- und Parlamentswahl. Deshalb erkenne er das Ergebnis nicht an,
erklärte Besigye. Die Wahlkommission rief die Anhänger von Regierung und Opposition zur
Zurückhaltung auf.
Museveni steht damit vor seiner vierten Amtszeit. Für Besigye, einen früheren
Parteigänger Musevenis, ist in Uganda die Zeit
reif für eine Volkserhebung nach ägyptischem Vorbild. Für diesen Fall hat der Präsident seinem Herausforderer und dessen Anhängern
mit Gefängnis gedroht. Besigye ist dem Präsidenten bei Wahlen bereits zweimal
unterlegen. Er sprach von massivem Stimmenkauf und Bestechungen zugunsten
Musevnis.
Kritik
EU-Beobachter kritisierten die massive Präsenz
von Sicherheitskräften am Wahltag als einschüchternd. Zudem habe das
Regierungslager seinen Amtsbonus so sehr ausgenutzt, das von einer
gleichberechtigten Wahl nicht die Rede sein könne.
In der Hauptstadt Kampala waren am Sonntag mehr
Polizisten und Soldaten als sonst unterwegs. Die
Sicherheitskräfte waren zu Fuß und in gepanzerten Fahrzeugen auf Streife. (Reuters)