Im Palast der Illusionen

18. Februar 2011, 19:45
1 Posting

Der ukrainische Illusionist Yevgeniy Voronin begeistert wieder - als untoter Graf, dekadenter Charmeur und Gastgeber im Palazzo

Wien - Vor nun schon zwölf Jahren entwickelte Evgeniy Voronin zusammen mit Clemens Zipse, dem Gründer von Palazzo, eine neue Form der Dinnershow: Im Vordergrund stehen nicht mehr allerlei Pannen beim Service und Streitereien zwischen dem Personal, sondern eine Rahmenhandlung.

An diesem Erfolgsrezept, mehr als nur eine Nummernrevue zu sein, halten die Macher seither fest. Auch wenn die Begründungen für den Abend im Spiegelzelt mitunter ziemlich konstruiert waren, hat man die Hoffnungen auf einen wirklich stimmigen Abend wie Der Ball des Grafen, der im Winter 2003/04 zu sehen war, nicht aufgegeben. Und siehe da: Voronin sorgt als Gastgeber nun erneut für einen solchen - mit Die Rückkehr des Grafen Voronin.

Zu Beginn glaubt man, einem Ball der Vampire beizuwohnen: Zu Glockengebimmel, Schreien und Wolfsgeheul wird ein Leichenwagen in die Manege gezogen. Das kecke Dienstmädchen entstaubt mit dem Wedel den leblosen Grafen, der unter der Anleitung seines recht herrischen Zeremonienmeisters, dargestellt vom Komiker Matt de Kran, zum Leben erweckt wird.

Der weitere Abend dreht sich um die Frage, wen der stoische Graf, der statt Rosen Konfetti streut, zur Ballkönigin auserwählen wird: Die Sängerin Melanie Stace, die er aus einem Stummfilm in die Realität zaubert, oder Svetlana Perekhodova, die als gummipuppenartige Marionette begeistert? Das Trio Sunrise, Rustram Tsodikov sowie Xavier & Zoe bieten atemberaubende Artistik; Brandon Rabe ist als "Schatten" die perfekte Ergänzung zum Grafen, der mit zahlreichen neuen Tricks zu verblüffen vermag. Und Reinhard Gerer serviert wieder ein stimmiges Menü. Einzig der Holzhammerhumor von Peter Pitofsky aus den USA ist nicht jedermanns Sache. (Thomas Trenkler, DER STANDARD - Printausgabe, 19./20. Februar 2011)

Palazzo, Spiegelpalast beim Messeturm, bis 27. März täglich außer Montag. Karten: 0800/01 77 66.

  • Das grenzt an Zauberei: Evgenij Voronin, der stoische Graf, lädt Melanie
 Stace zum Dinner ein.
    foto: www.palazzo.org

    Das grenzt an Zauberei: Evgenij Voronin, der stoische Graf, lädt Melanie Stace zum Dinner ein.

Share if you care.