USA werden von China überholt

18. Februar 2011, 19:35
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Aktuelle Trends in der globalen Forschungslandschaft

Washington - Ähnlich wie in der Politik oder in der Wirtschaft, so werden die USA in den nächsten Jahren auch in der Wissenschaft ihre bisherige Vormachtstellung abgeben müssen. Zu diesem Schluss kam die Forschungspolitikexpertin Caroline Wagner bei ihrem vielbeachteten Vortrag auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) am Freitag Nachmittag in Washington.

Die Professorin an der Pennsylvania State University untermauerte ihre Behauptung mit eindrucksvollen Zahlen: So sei der Anteil der US-Forscher an den Veröffentlichungen weltweit zwischen 1996 und 2008 um 20 Prozent zurückgegangen. Das liegt für Wagner weniger an nachlassenden Forschungsanstrengungen der USA als am Aufholprozess von Ländern wie Indien und insbesondere China.

Im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften haben Forscher aus dem Reich der Mitte ihren Kollegen in den USA bei der Anzahl der Veröffentlichungen mittlerweile sogar den Rang abgelaufen. "Wenn sich die Trends weiter fortsetzen, dann wird China auch bei der Gesamtzahl der Publikationen die USA bis 2015 Spitzenreiter sein", so Wagner.

"Zwar ist die Qualität der Veröffentlichungen der Chinesen noch schlechter. Aber auch diese Kluft schließt sich." Zudem werde es in China demnächst auch die meisten Forscher geben, da die Unis dort massiv expandieren.

Für die noch führende Wissenschaftsmacht USA hat Wagner auch einen strategischen Ratschlag: Statt mehr Geld zu investieren, sollte man verstärkt auf Wissensaustausch in der global gewordenen Forschergemeinschaft setzen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.02.2011)

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