Planung muss nicht fad sein

18. Februar 2011, 18:25
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Zu Zuwanderung hat Vassilakou immer etwas zu sagen - Das eigene Ressort scheint ihr vergleichsweise grau und lebensfremd

Wenn Planungsstadträtin Maria Vassilakou über Integration spricht, hat man das Gefühl, das erste grüne Stadtregierungsmitglied Wiens sitzt im völlig falschen Ressort. Denn während Vassilakou Themen wie Flächenwidmungen und Straßensanierungen stets mit einer gewissen Distanz behandelt, kommt sie bei Zuwanderungs- und Integrationsfragen so richtig in Fahrt.

Da lobt sie die gemeinsam mit dem roten Koalitionspartner beschlossenen Projekte über den grünen Klee und schimpft auf die schwarze Innenministerin, die sich Unsinn wie Deutsch vor Zuwanderung einfallen lasse. Selbst dann, wenn Vassilakou - wie bei der Pressekonferenz zur ersten rot-grünen Regierungsklausur am Freitag - zu diesen Themen gar nicht befragt wird und die Journalisten lieber wüssten, wann der Ausbau der Parkraumbewirtschaftung oder die autofreie Mariahilfer Straße kommt.

Zu Zuwanderung hat die gebürtige Griechin immer etwas zu sagen. Das eigene Ressort scheint ihr da offenbar vergleichsweise grau und lebensfremd. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass ihr roter Vorgänger relativ still vor sich hingewerkt und der Großteil der Wiener sich mäßig für seine Arbeit interessiert hat. Man kann den Job freilich auch anders angehen - und mit verschiedenen Grätzelprojekten und bewusst provokanten Ansagen eine Diskussion anzetteln. Vassilakou müsste nur mit der gleichen Begeisterung wie beim Thema Integration dahinter sein. (Martina Stemmer, DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.2.2011)

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