Ein bisschen Fasching, mehr oder weniger

18. Februar 2011, 18:01
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Es ist oft nicht so einfach sich im Ausland zurechtzufinden

"Bunga Bunga" hat das Zeug zum Wort des Jahres, legt man das augenblickliche Interesse an der Causa Berlusconi zugrunde.

Im Herbst kann das alles schon Geschichte sein, derzeit aber fesselt uns das Privatleben des italienischen Premierministers. Es ist nur ein kleiner Gedankensprung von der italienischen Justiz zum womöglich überforderten österreichischen Gericht in Wiener Neustadt, die Rede ist vom Tierschützerprozess. Wir schrieben über diverse Ungereimtheiten in früheren Prozessen, und da war dann von der Operation String die Rede. Die damit gemeinte Polizeiaktion gegen Drogendealer, die nicht ganz so erfolgreich war wie erhofft, hieß jedoch Operation Spring. Mögen sich Demonstranten in Italien Berlusconi-Masken aufsetzen und Tangas über den Kopf ziehen, hier war nicht der zweite Frühling eines älteren Herrn, sondern einfach die Jahreszeit gemeint.

Ein weiterer kleiner Gedankensprung führt uns zu Richard Lugners Opernballgästen - Bo Derek ist die eine, Zachi Noy ein anderer. Jener sei der "Dicke von Eis am Stil" schrieben wir. Es wird schon Stil haben, ist jedenfalls für den Opernball zu hoffen, im Film ging es zwangloser zu, da war "Eis am Stiel" gemeint.

Gestolpert

Da wir gerade beim Film sind: Wir haben über Filmförderung geschrieben und sind über Erzherzog Johann gestolpert. Es gibt eine Dokumentation über den informellen steirischen Landesfürsten von Alfred Ninaus und einen Film Geliebter Johann, Geliebte Anna von Dieter Pochlatko. Gefördert wurde jedoch nicht, wie geschrieben, Ninaus' Projekt, das Land Steiermark gewährte der EPO-Film (Produzent: Dieter Pochlatko) eine Unterstützung von 800.000 Euro.

Eine nächste kleine Verwechslung: Wir haben Ursula von der Leyen, die zuletzt mit der Reform der Sozialhilfe in einige politische Kalamitäten kam, zur Familienministerin gemacht. Das war sie einmal, inzwischen ist sie Arbeits- und Sozialministerin.

Es ist eben oft nicht einfach, sich im Ausland zurechtzufinden. Nach einem Ausflug nach Südafrika berichteten wir über weiße Haie "in der Bucht von Mossel Bay, 350 Kilometer westlich von Kapstadt" . Am angedeuteten Ort kann es ohne weiteres Haie geben, Wasser wäre genug da, westlich der Stadt - im Atlantik. Mossel Bay liegt jedoch östlich von Kapstadt.

Dann haben wir uns unter dem Titel "konventionelle Kokaintherapie" noch mit Drogen auseinandergesetzt: "Dagegen zielt die Behandlung mit Methadon auf eine behutsame Entwöhnung ab" , und die Methode sei überdies höchst umstritten. Kokain kann jedoch nicht mit Methadon substituiert werden, da Letzteres nur als Ersatz für Opiate wirkt. Medizinisch ist Methadon jedenfalls nicht mehr wie dargestellt umstritten, sondern längst "state of the art" . (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.02.2011)

 

 

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