"Wahlkampf nicht unnötig in Länge ziehen"

18. Februar 2011, 17:52
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Hat derzeit betont viel "Freude am Job" - Will formelle Ankündigung aber "nicht zu früh abgeben"

 Der amtierende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hält sich seine Wiederkandidatur weiter offen, lässt aber im Gespräch mit der APA betont viel Esprit im Amt durchblicken. "Der Job macht mir Freude. Weil es momentan sehr gut läuft, von der Ägypten-Berichterstattung bis zur Neugestaltung von 'Im Zentrum' und einem neuen 'Universum'-Chef. Auch der Opernballvertrag wurde heute verlängert", so Wrabetz am Freitag. Eine formelle Ankündigung lässt er sich bis auf Andeutungen zwischen den Zeilen dennoch nicht abringen. Für diese sei es noch zu früh, so der ORF-Chef.

Für Wrabetz gibt es derzeit jedenfalls offenbar genügend gute Botschaften, die dazu angetan wären, ihn zum Weitermachen zu animieren. So will er kommende Woche "erfreuliche Informationen" an den Stiftungsrat versenden. Einerseits werde man für die umfangreiche Ägypten-Berichterstattung gelobt, andererseits sei der Radiotest erfreulich ausgefallen. Finanziell habe er ebenfalls positives zu berichten, wie er sagte: "Die Zahlen sind in Ordnung. Mit den personellen Umstellungen, die es auf den verschiedenen Führungsebenen gegeben hat, läuft alles sehr gut."

Freude am Job

Persönliche Aufgaben im ORF sähe er wohl über seine Amtszeit, die am 31. Dezember endet, hinaus: "Wir haben sicher einige große Herausforderungen in den letzten Jahren bewältigt, aber es gibt noch einiges Langfristiges zu tun." In anderen Worten: Er sei "mit Freude und Engagement bei der Arbeit und es ist sicher noch einiges zu tun".

Wrabetz setzt bei einer allfälligen Wiederwahl offenbar auf den Heinz Fischer-Effekt. Auch der amtierende Bundespräsident hatte vor der letzten Wiederwahl einige Zeit verstreichen lassen, bis er sein Antreten bestätigte - um den Wahlkampf abzukürzen, wie er sagte. Ähnlich argumentiert Wrabetz: Erstens werde er eine formelle Erklärung über eine Kandidatur "nicht über ein Kurzinterview bekanntgeben", sagte er. Und: "Ich will nicht zu früh eine formelle Erklärung abgeben, um den Wahlkampf nicht unnötig in die Länge zu ziehen."

Die Unterstützung der tonangebenden SPÖ manifestiert sich mittlerweile auch schon in öffentlichen Aufmunterungen seitens maßgeblicher Entscheidungsträger: Medienstaatssekretär Josef Ostermayer etwa geht im Interview mit der "Presse" (Freitagausgabe) davon aus, "dass die Stiftungsräte, die der SPÖ nahestehen, ihn unterstützen werden, und es gibt gute Gründe dafür". Noch 2008 sei der ORF in einer "relativ kritischen Situation" gesteckt, so Ostermayer. " Wrabetz hat dann die entsprechenden Maßnahmen veranlasst, und es hat im Jahr 2010 ganz anders und positiv ausgesehen." Noch 2008 hatte die Kanzlerpartei versucht, Wrabetz aus seinem Amt zu entfernen, hat seitdem aber eine schleichende Kehrtwende vollzogen und zuletzt dem ORF-Chef den Rücken gestärkt. Auf Anti-Wrabetz-Kurs fährt demgegenüber weiterhin die ÖVP, deren Stimmen im Stiftungsrat aber für eine allfällige Wiederwahl nach derzeitigem Stand nicht notwendig sein werden. (APA)

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