USA

Wo sich Holzbauten hinter Putz verstecken

18. Februar 2011, 17:25

US-Markt mit Besonderheiten - Chancen für Österreichs Green-Tech-Industrie intakt

Chicago/Wien - Der Baustoff Holz feiert in den USA Renaissance. Zwar sind die Zahlen, die über neubegonnene Hausbauten Auskunft geben, noch weit weg von Meldungen aus der Vorkrisenzeit. Aber insgesamt sei der Ausblick wieder rosiger. Das berichtete eine Expertengruppe aus den USA bei einem Wien-Besuch am Mittwoch. Der nordamerikanische Markt habe aber einige Besonderheiten, auf die sich potenzielle Exporteure oder Investoren aus Österreich einstellen müssten.

"90 Prozent der Einfamilienhäuser in den USA sind Holzhäuser, auch wenn man das nicht allen anmerkt", sagte Dwight Yoshim von Woodworks, einer Vereinigung zur Förderung des Holzabsatzes in Nordamerika. Die meisten Holzhäuser seien hinter einer Putzschicht versteckt oder so bemalt, dass man sie nicht auf den ersten Blick als Holzhaus identifizieren könne.

Schnelles Bauen

"Holz ist derzeit schon das meistverwendete Material bei Einfamilienhäusern. Wir sind zuversichtlich, auch im Gewerbebau wieder Boden gutzumachen", sagte Yoshim. In fünf Jahren soll sich der Holzbau-Anteil bei Mehrfamilienhäusern und im Gewerbebereich auf 20 Prozent verdoppeln.

Die von österreichischen Unternehmen entwickelte und zur Serienreife gebrachte Fertigteilbauweise mit Holz würde in den USA auf fruchtbaren Boden stoßen. "Diese Art des schnellen Bauens ist in den USA kaum bekannt", sagte Yoshim. Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Chicago, Franz Rössler, pflichtete bei: "Dort werden mehr oder weniger alle Teile erst an Ort und Stelle zusammengeschraubt - von zumeist unausgebildeten Leuten. Lehrlingsausbildung gibt es keine."

So sei mitunter auch die Qualität der Häuser zweifelhaft, die Bauphase vergleichsweise lang.

Zertifizierung

Aber auch das sei im Fluss. Mit ein Grund dafür ist das Zertifizierungssystem LEED, das immer größere Verbreitung findet. LEED steht für "Leadership in Energy and Environmental Design" und wurde vom US-Green Building Council entwickelt, einer in Washington ansässigen Nichtregierungsorganisation.

"Das ist ein komplett anderer Ansatz wie hier in Europa", sagte die bei der Organisation für internationale Kontakte zuständige Jennivine Kwan. "In Europa ist alles auf Energieeffizienz ausgerichtet; unser Ansatz ist viel breiter, beruht auf Freiwilligkeit und ist marktgetrieben."

Neben Energieeffizienz werden bei einem Gebäude mittels Punktevergabe auch Wasser- und Ressourcenverbrauch bewertet, darüber hinaus aber auch der Einsatz umweltfreundlicher Materialien, der Bauplatz und die Qualität der Luft im Gebäude. 100 Länder haben die ursprünglich nur für den nordamerikanischen Markt entwickelte LEED-Zertifizierung inzwischen übernommen, darunter Großbritannien, Schweden, Spanien, Russland und China.

Ziel sei es, durch Vorgaben zur Ausführung eines Gebäudes und dessen Technik sowie zum Einsatz geeigneter Materialien, Produkte und Systeme dazu beizutragen, dass in Gebäuden künftig weniger Energie benötigt wird. Immer mehr Städte und Bundesstaaten forderten für neu gebaute und modernisierte öffentliche wie gewerbliche Gebäude eine LEED-Zertifizierung. Das sollten österreichische Unternehmen jedenfalls beherzigen, wenn sie in den USA aktiv werden wollten, sagte der Wirtschaftsdelegierte Rössler. Bei ihrer Studienreise will die US-Delegation Kontakte zu österreichischen Firmen knüpfen. (stro, DER STANDARD, ÖkoStandard, 17.2.2011)

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21 Postings
aereo
00
18.5.2011, 18:29

Dann versteh ich den Artikel so daß der Holzriegelbau von den USA zu uns kam (so war das nämlich) und jetzt großartig rückimportiert wird.

gletschermandl
00
18.5.2011, 19:31

ja richtig.
meine großeltern bauten 1949 ein holzhaus im 19.
geplant von einem österreichischen architekten.das material kam aus den usa.wohl nicht nur aus nachkriegsbedintgten baustoffmangel, sondern weil das baukonzept bei uns kaum bekannt war anno dazumal.

fuchstritt
00
20.2.2011, 16:30

na und dann wundern sich die amis wenn ihnen ihre hütten beim nächsten tornado um die ohren fliegen

Toni Blaher
 
00
20.2.2011, 19:15

Holz hat seine Vor- und Nachteile. Gut, so eine Amiholzhütte hat eine wesentlich kürzere Lebenszeit als ein Ziegelbau. Dafür kostet er weniger und die Erhaltung ist bei Ziegel teurer - Bei Holz reißt man die Hütte auch einfach weg.
Holz dämmt z.B. auch besser(OK, kommt drauf an wie man es auslegt).
Holzhütten in den Staaten haben auch andere Umweltbedingungen. In den Südstaaten ist es z.B. sehr warm und es stehen nicht so viele Häuser nebeneinander wie bei uns(Brandgefahr).
Die Amis ziehen auch öfters um.

Also ich wäre da vorsichtig bei solchen Verallgemeinerungen.

mandersischzeit
00
20.2.2011, 14:55

naja, ordentliche dämmung drauf, dann kann ich mir das jedenfalls eher vorstellen als ein "gutes altes" österreichisches haus um absolut unverschämte 200000 € oder so...ohne grundstück, deren preise noch unverschämter sind.

Michael B
13
20.2.2011, 01:29
Diese diversen Zertifizierungen haben als Hauptzweck nicht die Förderung des Energiesparens,

sondern das Fernhalten von ausländischen Anbietern vom US-Markt.
Wenn ein Importeur österreichische Wärmeschutzfenster in den USA verkaufen will, muß er praktisch für jedes einzelne Fenstermaß neu zertifizieren, und für viele Bundesstaaten noch einmal.
Dabei ist JEDES österreichische Isolierglasfenster jedem amerikanischen ungefähr 5fach überlegen.

Von den Fertigteilwänden, von denen im Artikel die Rede ist, gar nicht zu reden.
Es hat ja seine Gründe, warum eine amerikanische Reihenhaus-Baustelle aussieht, als ob dort ein süditalienisches Erdbebencamp errichtet würde.
Die Holz-Mafia wird niemals das Eindringen ausländischer Anbieter zulassen. Die ist viel mächtiger, als es die Autoindustrie jemals war.

Der Neisseer
00
20.2.2011, 13:39
Genau so ist es.

¦¦¦¦:_?_:¦¦¦¦
00
20.2.2011, 00:43
HOLZhäuser?

OSBklumpert halt.

Sand
00
20.2.2011, 08:57
Fragst du, weil Teile der Wolfsschanze und einige Nazibunker immer noch zu sehen sind?

¦¦¦¦:_?_:¦¦¦¦
01
20.2.2011, 11:22

9 Uhr Morgens, Restalk?

hallo hallo101
02
19.2.2011, 21:06
ein großteil der häuser in den usa sind gelinde gesagt ein witz.

ist es draußen heiss, ist es drinnen heiss - ist es draußen kalt ist es drinnen kalt. demmung scheint man nicht zu kennen. die heizkosten sind daher im winter entsprechend hoch! man kann den luftzug durch die wand und fenster fühlen. wenn es draußen sehr kalt ist, ist auch die wand eisig. manchmal hab ich mich schon gefragt warum sie sich überhaupt die mühe machen häuser zu bauen. zelte hätten ca. denselben effekt, wie diese witze, die der/die amerikanerIn einfamilienhaus nennt.

Der Neisseer
00
20.2.2011, 13:02
Eben nur: Effekt

Darum die Energiefresse in jedem Haus - Klimaanlagen um jeden Preis. Es geht überall dort nur um den Effekt, um reine Technik und Funktion.

Aus Erfahrung kann ich nur sagen: Hände weg vom Häusermarkt in den USA. Nur wer Geld verlieren will soll sich dort (wie quasi im Artikel empfohlen) engagieren. Und er reiht sich dann nur ein in eine große Anzahl anderer.

Ein Dschungel, in dem sich unendlich viele Gauner rumtreiben. Die Gesetzeslage selbst ist undurchsichtig und ein Witz. Europäische Standards sind außerdem drüben kaum bezahlbar.

al vvi
00
19.2.2011, 17:41

Wenn die Haeuser so sind wie die US Kenntnisse dann wird es mit Garantie ein Erfolg Marke Nationalelf.

Angela Engel
00
19.2.2011, 11:29

@derStandard: Und woher kommen die Unmengen an Holz?

Michael B
01
20.2.2011, 01:23
Aus Kanada.

Heavyweather
21
19.2.2011, 21:39

das wächst, im Gegnsatz zu Styropor und Ziegeln, im Wald...

Angela Engel
01
21.2.2011, 11:23

Danke für die Aufklärung. Und der Strom kommt aus der Steckdose. Und manche sehen vor lauter Baam den Wald nicht mehr.

J.J
21
19.2.2011, 15:33

aus dem wald.

ravenna
05
19.2.2011, 00:01

Die Einfamilienhäuser in den USA sind ein gutes Beispiel für die dortige schlechte Infrastruktur. Mit ein wenig Anlauf kann man durch Wände weitestgehend verletztungsfrei durchgehen, Fenster lassen gerade mal Regen draußen, Lärm und Luft kann weitestgehend ungebremst passieren.

Der Neisseer
01
20.2.2011, 13:36
Kein Wunder

Wenn Sie mal gesehen haben, wie die gebaut werden, wundert man sich, daß die überhaupt stehen. "Fertighäuser" - Erst kommt ein LKW, schmeißt eine Ladung Staffeln und Latten auf das Grundstück, und einiges sonstiges Zeugs, von dem man sich irgendwie denken kann, daß es - in "gutem" Zutand - vielleicht für ein Haus gehört. Kurz darauf hält ein alter Ford Transit, aus dem vier bärtige Typen springen, der älteste an die 60, der jüngste knapp 17 mit Tatoos bis zum A... Insgesamt einfach einer unglaublich "kompetenten" Aura. Und dann packen sie eine Motorsäge und drei Schalhämmer aus - das sind die "Zimmerleute", erfährt man dann. (Denn Handwerksausbildung o.ä. gibt es nicht; man ist, was man tut bzw. behauptet)

Und dann fangen sie an ...

super_simultan
00
20.2.2011, 09:58

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