Bundespräsident: "Berufsheer wäre teurer"

18. Februar 2011, 17:02
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Oberbefehlshaber zweifelt Modelle des Verteidigungsministers an

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer bleibt einer Abschaffung der Wehrpflicht gegenüber ablehnend. Die Wehrpflicht sei zwar nicht das einzig akzeptable Modell, genauso wenig könne man das aber von einem Berufsheer behaupten. "Es gibt viele Hinweise, dass ein Berufsheer letzten Endes teurer sein würde", sagte Fischer, der Oberbefehlshaber des Militärs ist, in den "Vorarlberger Nachrichten" und der "Tiroler Tageszeitung" (Samstagsausgaben).

Fischer zweifelt damit das von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) ventilierte Modell 3, wonach ein Heer ohne Wehrpflicht gleich teuer wäre wie das jetzige, an. Darauf angesprochen, sagte er: "Das beruht auf Schätzungen, dass man zu einem bestimmten Preis eine bestimmte Zahl an Berufssoldaten engagieren kann."

Fischer: "Wehrpflicht steht in der Verfassung"

Fischer verwies auch auf die "integrative Funktion der Wehrpflicht - junge Österreicher aus den verschiedensten sozialen Schichten dienen einem gemeinsamen Ziel, nämlich dem Schutz unserer demokratischen Republik". Er sei überhaupt der Meinung, "dass der Gedanke, dass wir als Staatsbürger Rechte, aber auch Pflichten haben, wichtig ist. Wenn man die Frage stellt, ob es nicht bequemer wäre ohne Wehrpflicht, könnte man auch fragen, ob es nicht auch bequemer wäre ohne Steuerpflicht und ohne andere Pflichten. Wenn wir alle Pflichten ablehnen und alle Rechte haben wollen, werden wir längerfristig nicht in der besten aller Welten leben", so Fischer.

Deutlich äußerte der Bundespräsident auch seine Präferenz für die Beibehaltung der Wehrpflicht: "Die Wehrpflicht steht in der Verfassung und ich sehe keine Notwendigkeit, davon abzugehen. Es gibt vielmehr gute Argumente für die Wehrpflicht." (APA)

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    Ein Bild aus besseren Zeiten: Damals demonstrierten Bundespräsident Fischer und Verteidigungsminister Darabos noch Einigkeit.

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