Spitzenspiel im Liga-Mittelfeld

18. Februar 2011, 16:26
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Salzburg und Rapid stehen vor dem Schlager gleichermaßen unter Druck

Der Vierte gegen den Sechsten - in einer Zehner-Liga. Was nach einem klassischen Mittelfeldduell klingt, ist der Schlager der 21. Runde in der österreichischen Bundesliga. Das liegt zum einen an den geringen Rückständen auf die Tabellenspitze, zum anderen aber vor allem an den Vereinen. Red Bull Salzburg empfängt Rapid Wien.

Salzburg liegt mit drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Ried auf Rang vier, Rapid mit sieben Punkten Rückstand auf Rang sechs. Am Sonntag (16:00 Uhr/live ORF eins) empfängt der Titelverteidiger den Rekordmeister in Wals-Siezenheim. 

Beide Teams nach Frühjahrsauftakt unter Druck

Der Frühjahrsauftakt verlief für beide Mannschaften alles andere als zufriedenstellend. Während sich Salzburg bei Wacker Innsbruck mit einem 1:1 begnügen musste, setzte es für Rapid eine bittere 0:2 Niederlage gegen Wr. Neustadt.

Den viel zitierten Druck sieht Trainer Huub Stevens bei beiden Teams. Von einer Vorentscheidung will er allerdings noch nichts wissen: „Beide Teams sollten am Sonntag unbedingt gewinnen, aber selbst bei einem Sieg von uns, würde Rapid in der Meisterschaft immer noch seine Chancen haben." 

Allerdings würde besonders Rapid bei einer weiteren Niederlage vorerst den Anschluss an die Tabellenspitze verlieren und auch für Salzburg wäre es ein herber Rückschlag im Hinblick auf die Titelverteidigung.

Die Wiener haben seit fast einem Jahr nicht mehr gegen Salzburg verloren, präsentieren sich in dieser Saison aber auswärts recht harmlos. Erst zwei Siege konnten die Grün-Weißen auf fremden Plätzen einfahren. Diese Zahlenspielereien interessieren Stevens aber naturgemäß nicht: "Ich halte nichts von Statistiken. Mit Rapid muss man immer rechnen." Der Niederländer muss am Sonntag auf die verletzten Douglas, Mendes, Ulmer und Schwegler verzichten. 

Comeback von Gustafsson?

Ein großes Geheimnis macht der Coach um die Torhüter-Position. Beim Unentschieden gegen Wacker Innsbruck stand Gerhard Tremmel in der Startformation und zeigte eine ansprechende Leistung. Dennoch betonte Stevens, dass der Kampf um die Nummer-1 zwischen dem Deutschen und dem wiedergenesenen Kapitän Eddie Gustafsoson noch nicht entschieden ist: "Dass ich mich nicht auf eine Nummer eins festlege, habe ich schon zuletzt gesagt. Beide haben unheimlich viele Qualitäten. Den Torhüter werde ich so wie alle anderen Spieler vor dem Spiel bekanntgeben, so wie immer."

Während bei Salzburg also ein Comeback des Kapitäns in der Startelf möglich ist, wird Rapid-Spielführer Steffen Hofmann vorerst wieder auf der Bank Platz nehmen. Rapid-Trainer Peter Pacult will den Mittelfeldspieler langsam an das Team heranführen: "Es ist für ihn persönlich wichtig, dass er kleine Schritte macht - Woche für Woche." 

Rapid möglicherweise mit verändertem System

Dagegen könnte Rückkehrer Boris Prokopic im offensiven Mittelfeld auflaufen. Der Coach will möglicherweise von seinem System mit zwei Stürmern abweichen und auf ein 4-2-3-1 umstellen, sieht dies aber nicht als defensivere Ausrichtung: "Wichtig ist die Spielanlage. Wir werden schauen, wie wir das mit dem eigenen Kader am besten umsetzen können."

Pacult sieht sein Team „auf Augenhöhe" mit dem Meister und will erstmals seit dem legendären 7:0 am Ostersonntag 2008 als Sieger in Salzburg vom Platz gehen.
Bis Freitag waren 12.000 Karten für das Spitzenspiel verkauft, davon 3000 an Rapid-Fans. (APA, red)

Mögliche Aufstellungen:

Salzburg: Tremmel/Gustafsson - Bodnar, Sekagya, Afolabi, Svento - Schiemer - Zarate, Leitgeb, Cziommer, Jantscher - Wallner
Ersatz: Gustafsson/Tremmel - Dudic, Hinteregger, Pokrivac, Hierländer, Alan, Boghossian

Es fehlen: Douglas (Kreuzbandriss), Mendes (Schambeinentzündung), Schwegler (Sehnenriss), Ulmer (Aufbautraining nach Adduktorenriss)

Rapid: Payer - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Katzer - Pehlivan, Heikkinen - Kavlak, Prokopic, Drazan - Vennegoor of Hesselink
Ersatz: Hedl - Schimpelsberger, Patocka, Kulovits, Saurer, Hinum, Hofmann, Nuhiu, Salihi

Es fehlen: Dober (Innenbandeinriss im Knie), Trimmel (Schambeinentzündung), Gartler (Bänderriss im Sprunggelenk

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    Geht es nach Huub Stevens, sollen die Rapidler auch am Sonntag das Nachsehen haben

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