Positiver Newsflow hält an

18. Februar 2011, 15:50
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Ein Kommentar von Stephan Lingnau aus dem Equity Weekly der Erste Group

Der positive Newsflow der wichtigsten Unternehmen in Europa hat auch diese Woche angehalten. Der Stoxx 600 kletterte um 1,5% auf 291 Punkte. Im Laufe der ersten Hälfte der Berichtssaison konnten 50% der Konzerne die Gewinnerwartungen übertreffen. 10% lagen innerhalb der Erwartungen. Noch besser sieht die Bilanz beim Umsatz aus: 58% der Unternehmen lagen klar über den Erwartungen und im Vergleich zu Q3 stieg der kumulierte Gesamtumsatz um 3%.

Diese Woche entwickelten sich Aktien aus dem Finanzsektor wieder überdurchschnittlich. Banken legten fast 5% zu. Versicherungen und Immobilienaktien stiegen um über 2,3%. Seit Jahresanfang sind Banken (+16%) und Versicherungen (+18%) damit die klaren Outperformer. Die positive Marktbreite hielt weiter an - 16 der 19 wichtigsten Sektoren im Stoxx 600 legten zu. Automobilaktien waren mit einem Minus von 2% der einzige Sektor, der signifikant ins Minus rutschte.

Der ifo Weltwirtschaftsklimaindikator hat sich deutlich verbessert. Mit 106,8 Punkten lag der Index klar über dem Wert vom Vorquartal mit 98,6 Punkten und dem Vorjahresniveau von 99,5 Punkten. Der Anstieg des Weltwirtschaftsindikators resultierte aus günstigeren Einschätzungen sowohl der derzeitigen Lage als auch der Perspektiven für die nächsten sechs Monate. Der Indikator befindet sich nun deutlich oberhalb seines langfristigen Durchschnitts. Die Konjunkturerwartungen für die Schweiz haben sich im Februar auch verbessert. Der ZEW-Indikator wuchs um 1,2 Punkte auf jetzt -17,2 Punkte. Gute Nachrichten wurden auch aus dem krisengeschüttelten Süden Europas gemeldet: Die spanische Wirtschaft ist in Q4 stärker gewachsen. Das BIP stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,6%, nach 0,2% in Q3.

Die Kehrseite des derzeitigen Wirtschaftsaufschwungs bleibt die Inflation. So sind die deutschen Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte im Jänner mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,7%. Im Dezember 2010 hatte die Jahresveränderungsrate bei 5,3% und im Jänner 2010 bei -3,4% gelegen. Negativ entwickelt sich auch weiterhin der Automobilmarkt in Europa. Die Zahl der Auto- Neuzulassungen in der EU27 ist im Jänner abermals gesunken. Binnen Jahresfrist wurde ein Rückgang um 1,4% verzeichnet.

BHP Billiton konnte im ersten Halbjahr dank der weiter gestiegenen Preise bei Industrie- und Edelmetallen mit einem deutlichen Gewinnplus aufwarten (+72%). Der Umsatz legte um 39% auf USD 34 Mrd. zu. Es wurde eine Erhöhung der Zwischendividende und eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms angekündigt. ABB gab bekannt, dass der Gewinn im vierten Quartal um 30% gestiegen ist. Zudem wurde die Dividende angehoben, während weitere Kostensenkungen angekündigt wurden. Nestlé konnte sein Ergebnis 2010 deutlich verbessern.

Der Konzern erreichte ein organisches Wachstum von 6,2%. Hintergrund waren Preissteigerungen und eine starke Entwicklung in den Schwellenländern. Der Umsatz stieg um 4% auf USD 105 Mrd. Der Gewinn konnte mit jetzt USD 34 Mrd. mehr als verdreifacht werden. Heineken hat den Gewinn 2010 um 41 % gesteigert, was aber mit Kostensenkungen zusammenhing. Das konsolidierte Absatzvolumen ging organisch um 3,1% zurück. Der Konsens hatte ein Minus von lediglich 2,8% gerechnet.

BNP Paribas hat den Gewinn im vierten Quartal um 14% gesteigert, was auf bessere Ergebnisse im Investment Banking und eine Erholung im US-Privatkundengeschäft zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch aufgrund einer Sonderbelastung verfehlt. Daimler hat der deutschen Bundesregierung die Übernahme der Hälfte seiner 15%igen EADS- Beteiligung angeboten. BASF gab bekannt, dass man mit zwei japanischen Unternehmen die Erprobung einer neuen Technologie für die Abscheidung von Kohlendioxid aus Erdgas unter hohem Druck erfolgreich abgeschlossen hat. BAE Systems erwartet für 2011 angesichts geringerer Militärausgaben seitens der britischen Regierung einen Umsatzrückgang.

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