Mindestens zehn Verletzte bei Demonstrationen in Amman

18. Februar 2011, 15:49
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Polizei schreitet bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern der Regierung nicht ein

Amman - Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der neuen Regierung in Jordanien sind am Freitag in der Hauptstadt Amman nach ersten Informationen mindestens zehn Demonstranten verletzt worden. Augenzeugen berichteten, die Polizei sei nicht eingeschritten. Nach diesen Angaben protestierten Hunderte von Gläubigen nach dem islamischen Freitagsgebet in der Hussein-Moschee gegen die Regierung von Premier Marouf Bakhit, die König Abdullah II. Anfang des Monats eingesetzt hatte. Die Demonstranten wurden von Anhängern des Königs und von Straßenhändlern vor der Moschee mit Stöcken attackiert.

Der haschemitische Monarch hatte die Vorgängerregierung von Ministerpräsident Samir Rifai abberufen, nachdem Oppositionelle, Gewerkschafter und Jugendliche mehrere Wochen lang gegen steigende Preise, Inflation und Arbeitslosigkeit und für Reformen demonstriert hatten. Die Islamische Aktionsfront (FAI), die stärkste Oppositionskraft des Landes, kritisierte Bakhits Ernennung. Proteste wurden auch aus anderen Städten wie Irbid, Ajloun, Mafrak und Akaba gemeldet. In Jordanien macht sich auch zunehmend Wut über den festgefahrenen Nahost-Friedensprozess breit. Mehr als die Hälfte der 5,7 Millionen Bewohner des Königreichs sind Palästinenser, die aus dem seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland geflohen sind. Die Opposition fordert von der jordanischen Regierung die Kündigung des 1994 geschlossenen Friedensvertrages mit Israel. (APA/dpa)

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    Proteste in Amman

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