Tiroler Festspiele Erl bekommen für 36 Millionen Euro Winterspielhaus

18. Februar 2011, 14:53
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Festspiele wollen in diesjährigem Programm einen Querschnitt durch den "Wagner-Cosmos" bringen

Erl - Die Tiroler Festspiele Erl bekommen nach längeren Diskussionen ein wintertaugliches Festspielhaus. Seit mehreren Jahren wurde dieses Projekt schon besprochen und 2008 mit dem Planen begonnen. 36 Millionen Euro soll das neue Haus kosten. Strabag-Chef und Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner, der künstlerischer Leiter der Festspiele, Gustav Kuhn, und der Architekt Roman Delugan präsentierten die Baupläne sowie ein Modell am Freitag bei einer Pressekonferenz in Erl, außerdem wurde das Festspielprogramm 2011 vorgestellt, das sich ganz Richard Wagner widmet.

Die Finanzierung des Projekts werde zum großen Teil durch die Privatstiftung von Haselsteiner sichergestellt. Durch die Stiftung wird auch die zusätzliche Bespielung bezahlt werden. Das Land Tirol und der Bund haben eine Unterstützung zugesagt, deren Höhe jedoch noch nicht fest steht, erklärte die für Kunst und Kultur zuständige Landesrätin Beate Palfrader bei der Pressekonferenz. Insgesamt werde das Projekt 36 Millionen Euro kosten und eine Nutzfläche von 7.000 Quadratmeter sowie maximal 870 Plätze zur Verfügung stellen. Mit einem Orchestergraben von 160 Quadratmeter soll das Festspielhaus für das Orchester mehr Platz bieten, als dies in der Staatsoper in Wien der Fall sei, erklärte der Architekt.

Das Passionsspielhaus wird nicht beheizt, daher ist die Benutzung erst ab Mai möglich. Bei den Proben für die Festspiele mussten die Künstler selbst im Mai noch häufig frieren. An eine Bespielung im Winter sei deshalb bisher nicht zu denken gewesen. Auch seien die Festspiele bisher stark vom Schönwetter abhängig gewesen. Mit dem neuen wintertauglichen, beheizbaren Festspielhaus solle sich das nun ändern. Das Orchester der Festspiel solle nun das ganze Jahr über beschäftigt werden. Konkret sei schon für die Nachweihnachtszeit eine Bespielung angedacht. "Ich will dem Orchester mit dem Winterfestspielhaus eine Heimat geben", betonte Haselsteiner. Sein Engagement für die Festspiele Erl begründete Haselsteiner damit, dass seine Mutter aus dieser Gegend stamme. Zudem schätze er die Arbeit von Kuhn sehr und möchte dessen Arbeit, vor allem mit jungen Künstlern, fördern.

Die Festspiele werden heuer von 7. bis 31. Juli stattfinden. Das diesjährige Opernprogramm wird sich ganz Richard Wagner widmen. Mit der Neuproduktion "Tannhäuser" und der Wiederaufnahme von "Die Meistersinger von Nürnberg" sowie "Parsifal" werden die Tiroler Festspiele Erl einen Querschnitt durch den "Wagner-Kosmos" bieten. Der Wagner-Gesamtzyklus soll nicht modisch und mit einer zeitgebunden Interpretation dargeboten, sondern durch kontinuierliche Beschäftigung mit den Werken Referenzaufführungen herstellen, betonten die Veranstalter. Da für manche Aufführungen bereits über 60 Prozent der Karten verkauft seien, riet Kuhn zum raschen Kartenkauf. (APA)

Tiroler Festspiele Erl von 7. bis 31. Juli 2011

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