Luxuriös gebettet für eine Nacht oder zwei

Wojciech Czaja
18. Februar 2011, 17:53
  • Die neuen Wiener Hotels im Fünf-Sterne- und 
Vier-Sterne-plus-Bereich bieten für jeden Geschmack etwas. (Bild: Fleming's 
Deluxe)
    foto: hmg management services gmbh

    Die neuen Wiener Hotels im Fünf-Sterne- und Vier-Sterne-plus-Bereich bieten für jeden Geschmack etwas. (Bild: Fleming's Deluxe)

In den nächsten Jahren wird der Wiener Hotelmarkt um rund 4500 Zimmer wachsen. Das Spektrum ist breit

In den nächsten Jahren wird der Wiener Hotelmarkt um rund 4500 Zimmer wachsen. Erstaunlich viele Hotelentwicklungen gibt es im Luxus- und Vier-Sterne-plus-Bereich. Das Spektrum ist breit.

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In den kommenden Jahren wird Wien um rund 4500 Hotelzimmer wachsen. Neben Low-Budget- und Mittelklasse-Hotels ist es vor allem das Luxussegment, in dem die Bundeshauptstadt bis 2013 deutlich zulegen wird. "Prinzipiell denke ich, dass der Markt schon bisher gesättigt war", sagt Manfred Stallmajer, der Direktor des Wiedner Hotels Das Triest. "Für die Internationalisierung Wiens und die Qualität der Hotellerie ist der Zuwachs sicher von Vorteil, aber wir werden uns alle wesentlich mehr anstrengen müssen."

Im Dezember letzten Jahres eröffnete am Donaukanal das Sofitel Vienna Stephansdom, ein kontrastreicher, schwarz-weißer Nobelturm des Pariser Architekten Jean Nouvel. Das 180-Betten-Haus ist nicht nur ein Luxuszuwachs für Wien, sondern auch für den Betreiber selbst. "Der neue Nouvel-Tower ist der größte Stolz der Accor-Gruppe, ein Fahnenträger der Marke Sofitel", sagt Gilles C. Pélisson, Generaldirektor von Accor. "Aus meiner Erfahrung als Hotelier kann ich nur sagen, dass dieses Projekt ein absoluter Ausnahmefall ist."

Vier-Sterne-Plus in der Josefstadt

Am 1. Februar ging in der Josefstädter Straße das Fleming's Deluxe Hotel in Betrieb. Letzten Mittwoch war offizielle Eröffnung. Das ehemalige Bürohaus der Wien Energie, angesiedelt im Vier-Sterne-plus-Segment, ist das architektonische Gegenteil von Nouvels Landmark.

"Wir wollten mit diesem Hotel kein lautes, schreierisches Signal setzen", meint Architekt Albert Wimmer, "stattdessen wollten wir den sensiblen und geschichtsträchtigen Geist der Josefstadt fortsetzen." Die 207 Zimmer sind allesamt gediegen eingerichtet, es dominieren gedämpftes Holz und dunkles Bühnenvorhang-Rot. Die Nähe zum Theater in der Josefstadt ist unverkennbar.

Mit Investitionskosten von etwa 50 Millionen Euro richtet sich das Hotel, das von der HMG Management Services GmbH betrieben wird, in erster Linie an gehobene Städtetouristen und an Business-Reisende. "Punkten wollen wir vor allem mit unserem gastronomischen Angebot", erklärt die Generaldirektorin Barbara Hammerschmid-Kovar. Angeboten wird etwa ein vegetarisches Mittagsbuffet mit Take-away-Option. Damit weite sich die Zielgruppe auf externe Gäste aus - ein gewagtes Unterfangen in einer Stadt, in der sich die Bewohner der Hotelgastronomie gegenüber bisher eher verschlossen zeigten.

Die nächsten Hoteleröffnungen sind für 2011 und 2012 vorgesehen. Gestern, Freitag, wurde das Shangri-La von der Errichtergruppe an den Betreiber übergeben. In der ehemaligen Zentrale der Erste Bank am Schubertring befindet sich nun ein Luxushotel mit 202 Zimmern (Investitionskosten über 100 Millionen Euro). Es ist die erste Niederlassung der Hongkonger Kette in Österreich. Die Eröffnung ist nach Auskunft von Shangri-La im zweiten Quartal 2011 vorgesehen.

Hotel auf der Donauplatte

Ebenfalls auf die Ringstraße zieht ab 2012 die Hotelgruppe Kempinski. Das Schweizer Unternehmen errichtet 150 Zimmer in der Fünf-Sterne-Kategorie. Ins ehemalige Handelsgericht in der Riemergasse zieht Four Seasons mit 160 Zimmern und Suiten ein. Und im 220 Meter hohen DC-Tower auf der Donauplatte (derzeit in Bau) wird sich Sol Meliá niederlassen. In den Geschoßen 1 bis 15 werden 255 Zimmer entstehen. Der Pachtvertrag wurde letztes Jahr unterzeichnet.

In der Zwischenzeit mehren sich die Gerüchte um René Benkos Luxushotel Am Hof. Im März will die Signa Holding den endgültigen Betreiber bekanntgeben. Eines der modernsten und ungewöhnlichsten Nächtigungshäuser jedoch wird am Hohen Markt errichtet. In einer kleinen Baulücke baut Immobilienentwickler Lenikus in Zusammenarbeit mit BWM Architekten einen futuristischen Designer-Emmentaler mit elliptischen Panoramafenstern. Nächste Woche werden die Details bekanntgegeben. Die Eröffnung ist für Anfang 2012 geplant. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19./20.2.2011)

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6 Postings

super, glasdusche und glasklo, da kann man den/die herzallerliebste ganz neu kennenlernen.

Vor ein paar Monaten war hier zu lesen, dass am Ring ein

Fertigteilhotel aus Pappdeckel ;) gebaut werden soll!?
5 Sterne!

Jessas ...

... wie spannend ... ;-(

Was in Wien komplett fehlt sind originelle Designhotels!

Irgendwas Verrücktes, wo einem einfach der Mund offen stehen bleibt und nicht diese öden faden 0815 Hotelzimmer ... Marke "So wohnt Karl Dettleff aus Zuffenhausen" ;-(

Gibt's doch eh...

Also tolle design hotels gibts auch hier in Wien: die Hollmann Beletage im 1. Bezirk zB. Vielleicht nicht verrückt, aber innovativ und für Wiener Verhältnisse jedenfalls spannend!
Http://www.hollmann-beletage.at

hey, das Sofitel ist wirklich super

was das anbelangt. Zugegeben, es ist eher bei Nacht ein Augenschmaus, aber es ist einer :-)

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