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Lassen sich Eltern auf die insgesamt 59 "Erkundungen" ein, werden sie öfter dort landen, wo ihre Kinder schon längst sind.
Kinder sind ja kleine Universalkünstler. Sie malen, singen, musizieren oder spielen Theater. Die Eltern sehen das enorme Talent, andere Menschen finden es zumindest süß.
Keri Smith führt vor, wie auch die Eltern ihre künstlerische Begabung (wieder-)entdecken können. "Wie man sich die Welt erlebt", heißt ihr Buch. Es will ein "Alltagsmuseum zum Mitnehmen" sein. Zu Beginn gibt es eine Art Gebrauchsanweisung: "Es gibt keine Regeln. Höchstens Vorschläge. Betrachte alles als ein Experiment", heißt es da.
Ob das ein Kinder- oder Erwachsenenbuch ist? Der Kunstmann-Verlag lässt sich auf so eine Katalogisierung nicht ein, sondern sprengt wieder einmal Altersgrenzen. Lassen sich Eltern auf die insgesamt 59 "Erkundungen" ein, werden sie öfter dort landen, wo ihre Kinder schon längst sind. In Erkundung Nummer 28 zum Beispiel wird man aufgefordert, Gegenstände in der Hosentasche zu deponieren, um sie durch Befühlen wiederzuerkennen.
Oder Erkundung 31: Hier sollen Sie Gegenstände nach den Klängen, die mit ihnen hergestellt werden können, sammeln. Das macht die eigene Tochter ständig. Gut, nicht unbedingt der Klänge wegen. Aber bei der Bushaltestelle liegt ein Stück Holz, das seit Tagen als Angel dient, bis der Bus kommt. Kastanien oder Nüsse müssen auch immer mit. Warum auch immer. Aber vielleicht ist's ja auch Kunst. (Peter Mayr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.02.2011)
Wie man sich die Welt erlebt
Keri Smith
208 Seiten, € 15,40
Kunstmann- Verlag, München 2011
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