Rund die Hälfte für Abschaffung der Wehrpflicht

18. Februar 2011, 13:31
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Und für Freiwilligenheer

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) findet in einer aktuellen Umfrage keine deutliche Mehrheit für seine Bundesheerreform. Rund die Hälfte der Österreicher würde die Abschaffung der Wehrpflicht begrüßen und rund die Hälfte könnte sich auch mit einem Freiwilligenheer anfreunden, ergab eine Studie des SORA-Instituts unter 600 Österreichern ab 16 Jahren, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden. Wie schon in früheren Umfragen zeigt sich, dass vor allem die ältere Generation ab 60 besonders skeptisch gegenüber Veränderungen ist.

Sora fragte im Auftrag des SP-Verteidigungsministeriums (im Zeitraum von 14. bis 16. Februar) zuerst, ob die Umstellung auf ein "professionelles Freiwilligenheer" von den Befragten grundsätzlich als negativer oder positiver Weg beurteilt wird. 51 Prozent waren hier dafür, 39 Prozent dagegen. Bei den über 60-Jährigen waren allerdings nur 40 Prozent pro Freiwilligenheer und 49 dagegen.

49 Prozent für Abschaffung der Wehrpflicht

Weiters erfragten die Meinungsforscher die Stimmungslage darüber, dass in Österreich "die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft wird und ein professionelles Freiwilligenheer - sprich eine Mischung aus Berufssoldaten und freiwilligen Milizsoldaten - eingeführt wird". Hier sprachen sich 49 Prozent für die Abschaffung aus, 39 dagegen. Die Gruppe 60plus dagegen war nur zu 36 Prozent für die Abschaffung der Wehrpflicht, 54 Prozent wollen sie beibehalten. Dass das Freiwilligenheer somit quasi doppelt abgefragt wurde, begründete SORA-Chef Günther Ogris mit dem Bemühen um präzise Fragestellungen.

Die junge Altersgruppe, der die Frage des Grundwehrdienst aus persönlicher Betroffenheit wohl besonders nahe gehen sollte, zeigt bei den Umfrageergebnissen keine deutlichen Ausreißer: 55 Prozent sind für ein Freiwilligenheer, 32 Prozent dagegen; 49 Prozent präferieren die Abschaffung der Wehrpflicht, 33 wollen sie beibehalten.

Die Hälfte der Befragten findet weiters, ein "Soldat von heute muss sich neuen Herausforderungen stellen", 48 Prozent glauben, dass freiwillige Wehrdiener motivierter sind. Immerhin 36 Prozent sind der Meinung, dass ein Freiwilligenheer professioneller arbeiten würde, nur 30 Prozent glauben, dass ein solches Heer schlanker und effizienter" wäre. (APA)

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