Banken liehen sich über Nacht erneut Milliarden

18. Februar 2011, 12:19
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Die Banken der Euro-Zone haben sich erneut überdurchschnittlich viel Geld bei der Europäischen Zentralbank geliehen

Frankfurt - Die Banken der Euro-Zone haben sich in der Nacht zu Freitag erneut überdurchschnittlich viel Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geliehen. Aus der Spitzenrefinanzierungsfazilität borgten sich die Banken 16,009 Mrd. Euro nach rund 15 Mrd. Euro am Vortag. Sie müssen dafür Zinsen von 1,75 Prozent zahlen, deutlich mehr als am Markt. Händler hatten den Anstieg am der Nachfrage nach EZB-Geld Donnerstag noch mit technischen Problemen bei einer oder mehreren Banken begründet. Der Referenzzinssatz Eonia war am Donnerstagabend mit 0,625 nach 0,7 Prozent am Mittwochabend gefixt worden.

Bereits gestern war über einen sprunghaften Anstieg bei den EZB-Ausleihungen gerätselt worden. Die Ausleihungen der Geschäftsbanken des Euroraums bei der EZB sind schon am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Ende Juni 2009 gestiegen. Die Ausleihungen der Banken über die Spitzenrefinanzierung erhöhten sich sprunghaft von rund 1,2 Mrd. Euro am Vortag auf 15,8 Mrd. Euro, teilte die EZB am Donnerstag mit.

Ausreichend Liquidität

Geldmarkthändler führten die ungewöhnlich starke Nachfrage auf Probleme beim Hauptfinanzierungsgeschäft der EZB von Dienstag zurück. Entweder sei einer Bank oder mehreren Banken ein technischer Fehler unterlaufen, oder sie haben den Tender verpasst, hieß es. Von Problemen am Interbankenmarkt wollten sie daher nicht sprechen. "Wir sehen keine Anspannung, es gibt ausreichend Liquidität. Das zeigt sich daran, dass die Geldmarktsätze weiter fallen", sagte ein Händler. Tagesgeld wurde Freitagfrüh zwischen 0,40 und 0,45 Prozent gehandelt nach 0,52 bis 0,58 Prozent am Donnerstag.

Da der Wochentender erst am Mittwoch den Banken gutgeschrieben wurde, stieg die Nachfrage nach EZB-Geld erst in der Nacht zu Donnerstag an, hieß es. "Die Bank oder die Bankengruppe ruft das Geld nun wohl bei der EZB ab, ob ihr das passt oder nicht", sagte ein Händler. "Sie möchte offenbar nicht aktiv am Markt auftreten und große Summen nachfragen, um dann nicht stigmatisiert zu werden." Sollte eine Bank den Wochentender nicht abgerufen haben, so werde die Nachfrage nach dem Übernachtgeld noch bis Dienstag hoch bleiben, sagte ein weiterer Disponent. Dann wird der nächste Wochentender ausgeschrieben.

Märkte im Stocken

Geldpolitischen Kreisen in Italien zufolge ist die hohe Nachfrage nach der Spitzenrefinanzierungsfazilität keine Folge von technischen Problemen. Dies sei vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Märkte noch nicht wieder vollständig arbeiteten. Das italienische Bankensystem habe allerdings guten Zugang zum Geldmarkt.

Händler mutmaßten, die starke Nachfrage nach EZB-Geld komme aus den Peripherie-Staaten der Euro-Zone. Möglicherweise habe die betreffende Bank ein Arrangement mit der EZB getroffen, um nicht aggressiv am Markt auftreten zu müssen. Diese Anonymität hat allerdings einen hohen Preis. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist für Banken eine teure Angelegenheit. Sie müssen für diese Form der Liquidität Zinsen von 1,75 Prozent zahlen, weit mehr als am Markt. (Reuters/red)

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    Die Sache bringt vermutlich auch EZB-Chef Trichet zum Grübeln...

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