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Kornelia Fiausch (46) ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeitet seit 1984 als Pflegedirektorin im Landeskrankenhaus in Villach.
Karin Pollack sprach im Vorfeld des Pflege-Management-Kongresses mit der Kärntner Pflegedirektorin Kornelia Fiausch über Berufsbild, Missstände und Reformbedarf.
Standard: Wie geht es der Berufsgruppe der Pfleger in Österreich?
Fiausch: Eines der wichtigsten Themen ist, wie wir uns als Berufsgruppe besser präsentieren können. Wir erbringen viele Leistungen, sind eigentlich rund um die Uhr im Einsatz und dafür verantwortlich, dass ein Krankenhausaufenthalt so gut wie möglich verläuft. Nach außen hin merkt das aber kaum jemand. Für uns als Berufsgruppe ist es deshalb wichtig, unsere unterschiedlichen Leistungen transparent zu machen. Wir haben sehr viele Aufgaben: Wir bringen Arzt und Patient zueinander, organisieren andere Berufsgruppen, bestellen und verteilen Medikamente und vieles mehr.
Standard: War das bisher zu wenig transparent?
Fiausch: Nicht in Zahlen. Wir nutzen die vom Gesetz vorgegebene Dokumentationspflicht, um hier unsere Situation zu verbessern. Schließlich geht es wie überall im Gesundheitssystem um die Finanzierung. Die Besetzung mit Pflegediensten ist in den Spitälern aus meiner Sicht sehr knapp. Mit weniger Pflege können wir den Krankenhausbetrieb nicht aufrechterhalten. Deshalb ist Leistungserfassung so wichtig.
Standard: Will die Pflege weg vom "dienenden" Image?
Fiausch: Die Krankenpflege muss mit einer großen Kränkung leben: Ein Patient kommt in erster Linie wegen des Arztes, selten wegen der guten Pflege. Traditionell ist es natürlich so gewesen, dass Gehorsam und Pflichterfüllung gegenüber dem Arzt verlangt wurden. Davon haben wir uns aber Gott sei Dank wegbewegt. Was immer noch ist: Krankenschwestern sind die direkten Ansprechpartner für einen Patienten. Dadurch müssen wir aber auch sämtliche Defizite in der Patientenbetreuung ausgleichen. Dadurch kommen wir automatisch in diese dienende Rolle und können uns dem nur schwer entziehen.
Standard: Gibt es nun ein neues Selbstbewusstsein?
Fiausch: Absolut. Ich habe 1983 zu arbeiten begonnen und kann sagen: Es hat sich viel verändert. Wir sehen uns nicht mehr als Hilfskräfte, sondern sind Teil eines Teams. Dass Patienten Ärzte höher schätzen, damit müssen wir leben.
Standard: Liegt das nicht auch an der im Vergleich zu den Ärzten schwachen Interessenvertretung?
Fiausch: Wir haben Berufsverbände, aber eine Zugehörigkeit ist bei uns nicht verpflichtend. Es gibt ganz sicher Bestrebungen, diese Vertretung nach außen zu stärken. Die Akzeptanz der Kammern ist sicher höher.
Standard: Wie sieht die Akzeptanz nach innen aus? Sind Krankenschwestern mit ihrem Beruf zufrieden?
Fiausch: Sagen wir so: Der Leidensdruck derer, die unzufrieden sind, ist derzeit nicht groß genug.
Standard: Wie ist das außerhalb des Krankenhauses?
Fiausch: Im extramuralen Bereich ist das sicher anders. Mobile Pflege hat nicht die Anerkennung und weder die zeitlichen noch die finanziellen Ressourcen, die ihr gebühren würde.
Standard: Wäre eine Aufwertung in Anbetracht einer immer älter werdenden Gesellschaft nicht notwendig?
Fiausch: Natürlich. Aber es geht nur über Transparenz. Wir müssen den Verantwortlichen unsere Leistungen erst einmal darstellen. Aus meiner Sicht werden Krankenschwestern zunehmend das Patientenmanagement übernehmen müssen, also Bedürfnisse eruieren, Arztbesuche und Therapien organisieren. Das Berufsbild wird sich differenzieren. Eine der Herausforderungen für die Zukunft wird es sein, dafür zu sorgen, dass die richtigen Leute an den richtigen Orten eingesetzt sind.
Standard: Heißt das: mehr Management, weniger sozialer Einsatz?
Fiausch: Nein, denn im Zentrum bleibt der Patient. Eine Krankenschwester erfasst ihn ganzheitlich, definiert, was er braucht, und führt ihn durch die Behandlung.
Standard: Da kommt es zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen Ärzten und Pflegern so wie bei der Pflegegeldeinstufung?
Fiausch: Wir warten alle gespannt auf die Ergebnisse des Pilotprojekts, in dem die Begutachtung zur Pflegegeldeinstufungen von Ärzten und Schwestern verglichen werden. Derzeit treffen Ärzte diese Entscheidung. Ich denke, Pflegepersonen können den Pflegebedarf besser im Interesse der zu Pflegenden ermitteln.
Standard: Gibt es Reformbedarf?
Fiausch: Die entscheidende Frage ist: Wer außer die Pflegekräfte selbst hat ein Interesse daran, dass sich etwas verändert? Derzeit funktioniert ja alles noch sehr gut, wir übernehmen automatisch sämtliche Aufgaben, die anfallen, und erhalten den Krankenausbetrieb aufrecht. Auch die Ausbildung ist kostengünstig. Wenn Schwestern mehr Kompetenzen übernehmen sollen, müsste sich auch die Ausbildung dementsprechend ändern. Entscheidend wird der Weitblick der Politik sein. Sie stellt sicher, dass wir Patienten auch in Zukunft gut betreuen können. (Karin Pollack, DER STANDARD Printausgabe, 21. Februar 2011)
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Bei aller Diskussion zum schwierigen Thema ist es wieder einmal sehr bezeichnend, dass schon im Titel des Artikels nur die männlichen Kollegen "sichtbar" sind.
Bei einem 85%igen Frauenanteil im Pflegeberuf ist die
permanente Bezeichnung von "Pfleger" nicht nur kränkend, sondern fast schon Ignoranz gegenüber den Frauen.
diese tante spricht im ganzen interview von krankenschwestern. rein sprachlich kann man unter krankenpfleger auch das weibliche personal verstehen, was umgekehrt im falle des männlichen personals für krankenschwestern nicht gilt
wie gut manche abgesprungene österrr. Diplomkrankenschwestern am Pflegenotstand und an der Vermittlung von slowakischen Pflegerinnen leben (ein paar Tausend € für die Vermittlung, 75 € monatlich für einmal vorbeischauen und Kaffetrinken = Qualitätssicherung),
wie sich Krankenpfleger in manchen Spitälern weigern Infusionen zu wechseln, s.c. Spritzen zu geben und Blutabnahmen vorzunehmen, obwohl das in ihrem Berufsbild verankert ist,
wie z.T. sinnentlos die Pflegedokumentationen sind
dann kommt mir bei diesem weinerlichen Artikel das Speiben.
Naja, ich bin als Ärztin für die medizinische Behandlung meiner Patientinnen unmittelbar verantwortlich und daher auch allen anderen Berufsgruppen im Krankenhaus diesbezüglich
weisungsbefugt. (Beispiele: Aufklärung von Patientinnen, Eingriffe, Verordnung von Medikamenten, Anordnung von Untersuchung, etc)
In der Realität gibt's (jedenfalls hier) großteils Einigkeit und selbstverständliches gemeinsames Arbeiten.
die schwestern tun immer so als wär ihr job so schlimm
wenn man ihn aber mit anderen berufen vergleicht, die eine ähnlich lange ausbildung haben sieht man schnell dass der job so schlecht nicht ist.
ich war automechaniker und schweisser bevor ich auf der schwesternschule aufgenommen wurde und ich kann euch sagen das ist wirklich ein harter, unterbezahlter job. und soziale anerkennung hat man dort null.
und wegen der physischen belastung:
dass sich eine 50 kilo frau mit 100kilo patienten schwer tut, ist kein wunder.
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