Rose führt Chicago Bulls zum Sieg

18. Februar 2011, 12:10
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Am Sonntag ist der Jungstar beim All-Star Game im Einsatz - Tarifverhandlungen überschatten den Show-Event

Vierter Erfolg in Serie für die Chicago Bulls, die am Donnerstag den NBA-Spitzenreiter San Antonio Spurs mit 109:99 besiegten. Hauptverantwortlich für den Heimsieg zeigte sich Jungstar Derrick Rose, der mit 42 Punkten seine persönliche Karrierebestmarke erzielte. "Es gibt uns viel Selbstvertrauen, zu wissen, dass wir einige der besten Teams der NBA schlagen können", betonte Rose.

Die Bulls sind mit einer Bilanz von 38:16 Siegen weiterhin das drittbeste Team der Eastern Conference. Die Spurs dagegen kassierten in Chicago ihre zehnte Saisonniederlage.

Streit zwischen Spieler und Klubbossen überschattet All-Star Game

Am kommenden Sonntag steht Rose als erster Bulls-Spieler seit Michael Jordan 1998 in der Startformation des All-Star Games. Unter normalen Umständen ein Festival der guten Laune, doch der Gehaltsstreit zwischen Spielern und Klubbossen trübt in diesem Jahr die Stimmung.

Die mächtige Spielergewerkschaft NBAP wehrt sich vehement gegen die geforderten Gehaltskürzungen der Klubbesitzer, die auf ein Minus von 350 Millionen Dollar verweisen und einen Sparkurs als unverzichtbar sehen. 

Die Konsequenz daraus ist ein möglicher Lockout - also eine Aussperrung der Spieler. Damit würde die kommende Saison ausfallen. Gewerkschaftschef Billy Hunter rechnet bereits damit: "Ich sehe nicht, dass die Liga uns entgegenkommt. Daher bereiten wir uns auf einen Lockout vor, wir haben keine andere Wahl."

Fans sehen die Schuld bei den Spielern

Nicht gerade begeistert von diesen Entwicklungen zeigen sich naturgemäß die Fans, welche den schwarzen Peter bei den Spielern sehen. Längst ist das Bild des gierigen Profis entstanden, der eine Absage der Saison in Kauf nimmt. Diese Rolle wollen die Spieler aber nicht annehmen.

„Die Öffentlichkeit glaubt, dass wir es sind, die mehr wollen. Das stimmt aber nicht. Wenn es möglich wäre, alles zu lassen wie es ist, würden wir sofort unterschreiben. Wir fordern keinen einzigen Penny mehr. Das machen diesmal die Klubbosse." erklärt Anthony Tolliver, Center der Minnesota Timberwolves.

NBA-Boss David Stern fordert von den Profis Einsparungen von insgesamt 800 Millionen Dollar pro Jahr. Damit müssten die Spieler im Schnitt auf ein Drittel ihres Gehalts verzichten. Laut dem deutschen Superstar Dirk Nowitzki würden dadurch einige Spieler in finanzielle Schwierigkeiten geraten: "Aus diesem Grund zahlen wir seit zwei Spielzeiten in einen Fonds ein."

NFL und NHL kennen die Problematik

Ein ähnliches Szenario führte 2004/2005 zu einem Ausfall der NHL-Saison. Sollten die Gespräche tatsächlich scheitern, bleibt den meisten Spielern nur ein Wechsel ins Ausland. Ob es dazu kommt, entscheidet sich spätestens im Sommer, der aktuelle Tarifvertrag läuft am 30. Juni aus.

Auch in American Football wollen Liga und Klubbesitzer die Gehälter senken. Derzeit gehen rund 60 Prozent der Einnahmen - etwa neun Milliarden Dollar pro Saison - an die Spieler. Bis 3. März muss eine Einigung her, beide Seiten stimmten Schlichtungsgesprächen zu.

Die Eishockeyfans hingegen müssen sich mit Problemen dieser Art (noch) nicht beschäftigen, doch auch dort dürfte der nächste Ärger nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen - im September 2012 läuft auch hier der Tarifvertrag aus. (APA, sid, red)

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