Ein Sackerl fürs Gackerl

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    foto: apa/martin fichter

Die Idee, der Menschen Fürze aus dem Innenraum des Autos abzusaugen, hat sich, im Gegensatz zu Airbag oder Seitenaufprallschutz, nie durchgesetzt

Bleiben wir beim Allzumenschlichen, zu dem uns vor drei Wochen das selbstfahrende Rossäpfel-Befreiungskomitee aus dem Hause Daimler geleitet hat. Die Behauptung, Autokonstrukteure würden sich nicht mal notdürftig um Zweibeinerbedürfnisse kümmern, war natürlich ungerecht. Schließlich gab es Ansätze, wenigstens die methanhältigen Abgase der Insassen zu entsorgen. Des Menschen Fürze sollten nicht durch Schalensitze in den Innenraum verströmen, sondern abgesaugt werden und per Klimaanlage entfleuchen.

Durchgesetzt hat sich diese Einrichtung zur Luftgüte freilich nicht. Wiewohl von tausenden Leidgeplagten herbeigesehnt, wurde das Entlüftungssystem für väterliche Flatulenzen im Gegensatz zu Airbag, Seitenaufprallschutz und elektronischem Stabilitätsprogramm bis dato nicht massentauglich.

Des Problems mit den Äpfeln der Insassen wird man damit allerdings auch nicht Herr, wie leidvoll berichten kann, wer sich je den Weg zu einem Plumpsklo auf einem Autobahnparkplatz bahnen musste. Diese Orte wären Eldorados für Hundstrümmerl-Sheriffs, sie könnten sich goldene Nasen verdienen, weil Sackerl fürs Gackerl Mangelware sind.

Die gibt es übrigens, wie die Erfinderinnen der saugstarken Taschen-WCs "Road-Bag" und "Lady-Bag" aus Köln stolz mitteilen. Aber - erraten - nicht im Autohandel, sondern beim Bandagisten. Der Wermutstropfen: Auch der "Super-Bag" kann die Verkehrssicherheit gefährden und sollte tunlichst nicht während der Fahrt benützt werden. Sonst würde ja der Wackeldackel (neben der Häkelklopapierrolle) zuschauen. (Luise Ungerboeck/DER STANDARD/Automobil/18.02.2011)

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