WKÖ-Vertreter: "Plastiksackerlverbot nicht im Sinne der Konsumenten"

18. Februar 2011, 09:15
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Kunde solle frei entscheiden können

Der gesamte heimische Hausmüll hat ein Volumen von rund 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Lediglich 0,02 Prozent davon machen Plastiksackerl aus. Das sagte Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am Donnerstagabend in Wien. Dennoch wolle er "keine Lanze dafür brechen, dass jeder Konsument verschwenderisch mit den Plastiksackerln umgeht".

Ein generelles Plastiksackerlverbot sei nicht im Sinne der Konsumenten, wie auch Handelsobmann Fritz Aichinger betonte: "Dies wäre eine Bevormundung." Stattdessen solle der Kunde frei entscheiden können, ob er sich für Plastik-, Papier- oder Textilsackerl entscheidet, ob er eigene Tragehilfen mitnimmt oder eine im Geschäft wählt.

Gute Abfallwirtschaft

Österreich habe eine gute Abfallwirtschaft, so Schwarzer: "Wir haben bei den Plastiksackerln einen Gesamtverwertungsgrad von nahezu 100 Prozent." Die Sackerln werden entweder in Müllverbrennungsanlagen verbrannt und so zu Energielieferanten oder kämen in den stofflichen Recyclingkreislauf.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wehrte sich zudem gegen einen Vergleich mit Italien, wo seit heuer ein Plastiktragetaschen-Verbot gilt: "In Italien fallen jährlich 200.000 Tonnen Plastiksackerl an. Das entspricht einem Viertel des gesamteuropäischen Plastiksackerl-Verbrauchs. In Österreich hingegen werden 5.000 bis 7.000 Tonnen pro Jahr verbraucht." (APA)

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    Ein generelles Plastiksackerlverbot sei nicht im Sinne der Konsumenten, so die WKÖ.

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