Wie der Irak-Krieg Joschka Fischer und Schröder entfremdete

17. Februar 2011, 18:59
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Ex-Außenminister präsentiert zweiten Band seiner Memoiren

Berlin - Er ist immer noch der Alte. "Ich habe mein Buch ganz alleine geschrieben", stellt der deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) am Freitag klar und grinst. Doch bei seinem Auftritt - einem der seltenen - geht es nicht um die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg. Fischer ist gekommen, um den zweiten Band seiner Memoiren zu präsentieren. ("I am not convinced" . Der Irak-Krieg und die rot-grünen Jahre, Kiepenheuer & Witsch).

"I am not convinced!" (Ich bin nicht überzeugt), schleuderte Fischer 2003 bei der Münchner Sicherheitskonferenz US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entgegen, als der für einen Irak-Feldzug warb. Im Buch beschreibt Fischer, wie die Vorbereitung des Irak-Krieges ihn und Ex-Kanzler Gerhard Schröder entfremdete.

Dass Schröder seine Ablehnung des Krieges 2002 auf Wahlkampf-Bühnen propagierte, hielt Fischer (obwohl selbst gegen den Krieg) für die falsche Taktik: "Damit war unser Spielraum im Sicherheitsrat auf null reduziert worden!" , schreibt er und bekennt: "Ich war bedient, und zwar richtig."

Daraufhin verhärteten sich die Fronten zwischen Fischer und Schröder, man drohte sich gegenseitig mit Rücktritt - und hielt dennoch bis 2005 durch. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2010)

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