Migration als Lösung

Boston Consulting warnt vor Fachkräftemangel

18. Februar 2011, 11:01

Österreich soll sich als attraktives Einwanderungsland positionieren - Demografischer Knick in nächsten Jahren

Wien - Die Boston Consulting Group (BCG) warnt vor einem Fachkräftemangel in Österreich und empfiehlt, die Alpenrepublik als "attraktives Einwanderungsland" für qualifizierte Arbeitskräfte zu positionieren. Es werde in den nächsten Jahren einen "demografischen Knick" und damit einen "historischen Rückgang" an Arbeitskräften in der nördlichen Hemisphäre geben, sagte BCG-Senior Partnerin Antonella Mei-Pochtler am Donnerstag in Wien. Sie verwies auf Zahlen der OECD, wonach im Jahr 2020 in Österreich die Zahl der Austritte von älteren Menschen aus dem Arbeitsmarkt um rund 56 Prozent höher sein, als der Eintritt junger Menschen.

Um das derzeitige Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten, werden laut Mei-Pochtler in Europa bis 2030 mehr als 45 Millionen und in den USA mehr als 25 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte benötigt. "Die prognostizierten Geburtenraten und Ausbildungsinitiativen alleine werden die kommenden Pensionierungswellen der geburtenstarken Generation der 'Baby Boomers' aus dem Arbeitsmarkt nicht ausbalancieren können", heißt es der heute vorgestellten gemeinsamen Studie von BCG und World Economic Forum (WEF). Auch müsste die Mobilität von Fachkräften "drastisch steigen".

Transparente Einwanderungspolitik

Die Unternehmensberaterin empfiehlt den Regierungen und Unternehmen dem Fachkräftemangel deutlich gegenzusteuern: Die Einwanderungspolitik müsse transparent und vereinfacht werden, um weltweit attraktive Arbeitskräfte anzusprechen. Dies könnte man etwa mit einem punktebasierte Migrationssystem erreichen.

Mei-Pochtler ortet in Österreich und Deutschland aber eine "gewisse Basisablehnung" gegenüber Ausländern. Indische Berater von BCG seien von München nach Kanada gewechselt, weil sie zum Beispiel in der U-Bahn angepöbelt wurden. In diesem Bereich sei ein "Umdenken" der Bevölkerung nötig. Österreich müsse sich als "talentfreundliche Ländermarke positionieren.

Den Unternehmen rät die Beraterin eine strategischen Personalplanung zu starten, um Lücken zwischen künftigem Arbeitskräfteangebot und Nachfrage in einzelnen Berufsgruppen frühzeitig erkennen und rechtzeitig schließen zu können. Weiters müssten brachliegende "Talent-Pools" wie ältere Arbeitnehmer, Frauen und im Land lebende Migranten mit einbezogen werden. (APA)

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11 Postings
Tullner Liebe
00
21.2.2011, 21:03
Alle drei Jahre der gleiche Unsinn!

Für wie blöd hält diese Dame eigentlich die Leser?

BTW, wieviel haben denn die indischen Fachkräfte in München verdient? Normalerweise bekommen die ein indisches Gehalt mit einer Auslandszulage, damit sie sich in Deutschland wenigstens ein Butterbrot kaufen können!

Was sie beschreibt ist klassisches Lohndumping!

Management Quatscher
00
21.2.2011, 01:37

In den letzten 20 Jahren haben "Berater" 50mal einen bald eintretenden Arbeitskräftemangel vorhergesagt.

Inzwischen hätten 49 der vorhergesagten Arbeitskräftemangel eingetreten sein müssen.

Die "Berater" bürgen ja für die Qualität ihrer irren Prognosen. Nicht ?

(Und der 51. vorhergesagte Arbeitskräftemangel wird auch nicht eintreten)

In diesem Bereich ist auf alle Fälle ein "Umdenken der Berater" nötig.

Flip
00
21.2.2011, 14:01

Och glaube nämlich, es ist das ERSTE mal dass "Fachkräftemangel" und "demographioscher Wandel" in EINEM Artikel erwähnt werden. Zur Rettung der "Berater", die haben tatsächlich dazugelernt und können nun interdisziplinär denken ;)

Flip
00
21.2.2011, 14:00

Und was is mit dem 50x angekündigten "demographischen Wandel"

torch
 
00
21.2.2011, 10:46

Sehen Sie sich doch einmal die Wiener ÖVP an, da haben Sie z.B. einen Mangel an Fachkräften ...

Radio Eriwan
00
18.2.2011, 19:34
Fekter, höre die Signale!

super web checker
00
18.2.2011, 16:08
Wirtschaftswachstum aufrecht erhalten?

Die Forderung ist unsinnig. Rückgängiges Wirtschaftswachstum ist nur dann ein Problem, wenn das Konsumverhalten gleich bleibt. Genau das wird sich aber bei einer Überalterung in der Gesellschaft ändern, weil man eben in der Pension weniger konsumiert als mit 30. Solange die Produktivitätsgewinne als Wohlstandssteigerung übrig bleiben, wird es uns auch bei einer älter werdenden Gesellschat gut gehen.
Wir müssen nicht immer mehr werden!

Flip
00
18.2.2011, 15:30

"Indische Berater von BCG seien von München nach Kanada gewechselt, weil sie zum Beispiel in der U-Bahn angepöbelt wurden." ... Was ist zu erwarten, wenn einem Inländer die Gehälter gedrückt werden? "In diesem Bereich sei ein "Umdenken" der Bevölkerung nötig"... In diesem Bereich sei ein "Steigen der Gehälter" durch die Wirtschaft nötig.

Flip
00
18.2.2011, 15:23
Auch müsste die Mobilität von Fachkräften "drastisch steigen".

Auch müsste das Gehalt von Arbeitgebern "drastisch steigen".

Flip
00
18.2.2011, 15:22
Händeringend

Händeringend

Mann40
00
18.2.2011, 13:18

zuerst einmal bitte den über 40jährigen Arbeitnehmern eine Arbeitsplatzsicherheit geben, und dann erst darüber diskutieren...

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