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Normalerweise sollte man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. In der Arbeitswelt wäre das aber manchmal notwendig.
"Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" - vor 58 Jahren hat Österreich diesen Grundsatz mit dem Arbeitsübereinkommen Nr. 100 der Internationalen Arbeitsorganisation ratifiziert. Die Praxis sieht bekannterweise immer noch anders aus: laut Daten des Rechnungshofes gibt es erhebliche Unterschiede in der Entlohnung von Frauen und Männern. Die Ursachen dafür und verschiedene Strategien zu Equal Pay erläuterte die Soziologin Edeltraud Ranftl von der Johannes Kepler Universität in Linz im Rahmen des Gendersalons des FH Campus Wien.
Ursachenbündel
Die Ursachen für die bestehenden Einkommensunterschiede lassen sich für die Soziologin nur durch ein "Bündel von Faktoren" erklären: historische Unterbewertung von "Frauenarbeit", ungleiche Verteilung von privater Versorgungsarbeit, ungleiche Verteilung von Teilzeitarbeit, Segregation nach Branchen und Berufen und letztendlich durch diskriminierende Bewertungs- und Belohnungssysteme.
Gleich versus gleichwertig
Unterschiede in der Entlohnung sind nicht immer unbedingt beabsichtigt: " Viele von mir Befragte glauben tatsächlich, dass in ihren Organisationen nur Fähigkeiten und Leistung zählen und glauben an geschlechtsneutrale Entlohnung", schilderte Ranftl, die zur praktischen Anwendung diskriminierungsfreier Arbeitsbewertung schon zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte durchgeführt hat. Unter Equal Pay fielen alle Entgeltbestandteile, u.a. auch Prämien - und das wird gerne vergessen.
Wichtig sei grundsätzlich auch die Unterscheidung von "gleicher" und "gleichwertiger" Arbeit. Beispielsweise könne die Arbeit einer Krankenschwester gleichwertig mit jener eines Technikers sein, obwohl es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handle. Dessen seien sich oft nicht einmal die betroffenen Frauen bewusst.
Bewertung der Tätigkeit
Das wirft die berechtigte Frage auf: wie lässt sich diese Gleichwertigkeit denn feststellen? "Es gibt keinen Katalog, in dem das aufgelistet ist", so Ranftl, das müsse im Einzelfall verglichen werden. Das klingt schwierig, aber es gibt Instrumente dafür. Mit der Methode der Arbeitsbewertung könne eine Rangordnung und Klassifizierung erarbeitet werden - allerdings unter der Voraussetzung dass die Methode selbst diskriminierungsfrei ist. "Daher darf die Berücksichtigung zwischenmenschlicher Fähigkeiten oder die Verantwortung für Informationen nicht fehlen", erklärte Ranftl. Und genau diese Faktoren seien in herkömmlichen Systemen und den Kollektivverträgen kaum zu finden.
Als Beispiel erklärte Ranftl u.a. das System FABA (Faire Bewertung von Arbeit) - ein österreichisches Modell, das Faktoren wie mentale Fähigkeiten, Wissen oder Verantwortung für Personen berücksichtigt. Bei der Entwicklung solcher Methoden zur Arbeitsbewertung könne die Belegschaft gut miteinbezogen werden, was sich wiederum positiv auf das Betriebsklima auswirke.
"In der Praxis ist eine Kombination verschiedener Strategien richtig und die Zusammenarbeit mehrerer Akteure", betonte Alker - das gilt für Betriebe. Persönlich könne man schon einmal so viel tun: "In Diskussionen aufzeigen, was Gleichwertigkeit überhaupt bedeutet, denn das Bewusstsein dafür fehlt." (mat, derStandard.at, 22.2.2011)
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"Mit der Methode der Arbeitsbewertung könne eine Rangordnung und Klassifizierung erarbeitet werden - allerdings unter der Voraussetzung dass die Methode selbst diskriminierungsfrei ist."
Also schaffe ich mir eine Methode die unterschiedliche Tätigkeiten bewertet - aber diese Methode selbst ist wertfrei?
Viel spannender fände ich da eine Debatte warum manche Tätigkeiten (hauptsächlich "Frauenberufe") geringer bewertet werden und andere (zB Hausarbeit, Pflege von Angehörigen) gar nicht bezahlt werden.
Die Krankenschwester ist zweifellos und auch vor dem Gesetzt ein Schwerarbeiterin. Der Krankenpfleger aber nicht.
Selbiges bei der Automechanikerin, Rauchfangkehrerin und vielen anderen Berufen. Siehe Schwerarbeitslisten.
Was jetzt? Warum bekommt der Krankenpfleger, Automechaniker, Rauchfangkehrer weniger bezahlt obwohl er leistungsfähiger ist?
Grundsätzlich: wenn man sich dieses "gleiche Leistung" mal durch den Kopf gehen läßt, wird einem recht rasch klar, daß das Einzige was Männer nicht können, das Kinderkriegen ist.
In praktisch allen anderen Disziplinen sind Männer den Frauen überlegen - werden Frauen eigentlich nicht benötigt!
Denken wir alle mal etwas darüber nach...Aha-Momente garantiert!
Ich wäre für eine negativ (progressiv) proportionale Lohngestaltung. Sind in einem Berufsfeld z.B. nur 10% Frauen bekomnnen sie zu einem gewissen Grad mehr Lohn, werden es dann mit der Zeit mehr sinkt dieser Anteil.
Man müsste dies aber für beider Geschlechter einführen. Weiters müsste es einen Anreiz für das Unternehmen geben wenn eine beinahe gleiche Lohn- und Beschäftigten-Struktur vorhanden ist.
Das Problem würde sich in kürzester Zeit marktwirtschaftlich regeln, wenn man diese Ausgleichszulagen nur empfindlich groß genug macht.
(Sind gar keine Frauen bzw. Männer beschäftigt müsste das Unternehmen natürlich eine Strafzahlung tätigen, ansonsten wäre die Regelung sinnlos.)
Auch wenn zwei Personen in einem Büro sitzen heißt das noch lange nicht, daß beide auch das Gleiche arbeiten, weder Mengen- noch Verantwortungsmäßig, d.h. meines Erachtens auch, daß dafür auch verschiedene Gehälter gerechtfertigt sind. Ganz große Unterschiede bei Gehältern gibt es z.B. bei allen ausgelagerten Bereichen des Wiener Magistrats. Da kann es schon vorkommen, daß für einen gleichwertigen Posten der unkündbare Magistratsbedienstete um 1000 EUR (in Worten: Tausend !!!) mehr erhält als ein Vertragsbediensteter oder als Privatangestellter. Eigene Erfahrung: Magistratsbediensteter 3300 EUR brutto + ca. 300 EUR Zulagen, Privatangestellter 2500 brutto. Darüber regt sich aber merkwürdigerweise niemand auf. Die SPÖ ist eben sozial :-(
Auch darüber regt man sich auf. In vielen Ländern wird das Gehalt bei der Ausschreibung angegeben. Soll heißen: Die Person, die diese Aufgaben für uns zufriedenstellend erledigen kann, bekommt dieses Gehalt. Verhandlungen gibt es dann praktisch keine. Das ist die fairste Methode.
Doch, das ist genauso ein Skandal. Es scheint nur auch im kleinbürgerlichen SPÖ-Denken Stände zu geben. Der höchste aus deren Sicht ist die Verbeamtung, die Elite der Lohnabhängigen. Man wird in Österreich nach Stand bezahlt (auch noch in der Pension), nicht nach Tätigkeit.
Das ist in der Privatwirschaft aber genauso. Die alten Hasen die in den 80iger und 90iger Jahren ins Berufsleben eingestiegen sind, haben auch a) mehr verdient, und haben jetzt b) die guten Jobs mit hohen Gehältern.
Wer heute anfangt ist (fast) Bittsteller und kann freut sich über Zutritt zur Kantine und über ein 2500 brutto Gehalt würde sich vermutlich jeder 2. freuen.
1. "laut Daten des Rechnungshofes gibt es erhebliche Unterschiede in der Entlohnung von Frauen und Männern" - wie groß sind die genau? Auf Basis welcher Zahlen wird diese Diskussion hier geführt?
2. So etwas wie einen fairen Maßstab für Leistung der dann die Leistung in komplett verschiedenen Branchen vergleichbar macht, kann es nicht geben, da es so etwas wie ein faires Gehalt nicht gibt. Die unterschiedlichen Gehälter ergeben sich aus den unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten für die Arbeitgeber und aus Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt. Das ist so ähnlich wie es keinen fairen Preis für eine Ware gibt. Man kann nicht sagen ob der Preis für einen Tisch fair im Vergleich zum Preis eines Autos ist.
Ich möchte die Damen Ranftl, Frauenberger, Heinisch-Hosek & Co herzlich einladen, einmal ein Jahr am Bau zu arbeiten, dann bekommen sie ja ein bisschen Erfahrung und können "gleich" und "gleichwertig" vielleicht ein bisschen objektiver beurteilen.
Wenn man am warmen Schreibtisch sitzt, kann leicht Sprüche klopfen.
daß die "gleichwertigkeit" nicht so aussieht wie frau sich das vorstellen möchte...
wenn schon "Schwerarbeit" nach Geschlecht unterschiedlich definiert ist und bestimmte Berufe nicht von Frauen ausgeübt werden (sry, ich hab Mechanikerinnen erlebt und alle möglichen weiblichen Finanzverbrecher erlebt, aber eine Maurerin hab ich noch nie gesehen) dann ist jeder Schrei nach "Gleichheit" und "GLEICHberechtigung" eine dumme Heuchelei von pseudointellektuellen GierschlündInnen
Ich kenne Mädls (ja, mehrere) die gerne Fliesenlegerinnen werden wollten. Hast du mal überlegt, weshalb es solche (und Maurerinnen) nicht gibt? Die Mädls wurden nämlich von der Firma angerufen und ihnen wurde gesagt, dass sie sich das aus dem Kopf schlagen sollen, weil keine Firma Frauen in diesem Beruf haben will.
nur einen EINZIGEN Fliesenleger gibt arbeiten keine Frauen am Bau
oder bei der Kanalräumung
komisch; es gibt aber im Vergleich doch verdammt viele Männer die in der Kranken- oder Altenpflege arbeiten...
glaubens die sind sofort per Handkuss aufgenommen worden?
sorry, wenn Frauen monieren nicht "gleichberechtigt" zu sein dann liegt das daran daß es auch gewisse PFLICHTEN gibt die wahrgenommen werden müssten
die erste davon wäre sich aus der "gläsernen Badewanne" zu erheben und auch da 50% einzufordern und sichtbar zu machen, wo es nicht unbedingt Spaß macht
denn den Anteil männlicher Krankenpfleger erreichen Frauen in "Männerberufen" NIRGENDWO
das Verharren im Rollen-Klischee ist FEIGE und REAKTIONÄR
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