Belgrad setzt bei Ermittlungen zu Organhandel auf Vermisstenkommission

17. Februar 2011, 17:05
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ICPM besitzt DNA- und Knochen-Sample-Datenbank

Belgrad - Bei den bevorstehenden Ermittlungen über den mutmaßlichen illegalen Organhandel nach dem Kosovo-Krieg (1998-99) rechnet Belgrad mit einer aktiven Rolle der Internationalen Vermisstenkommission (International Commission on Missing Persons/ICPM).

Der Leiter der serbischen Vermisstenkommission Veljko Odalovic erklärte dies am heutigen Donnerstag nach einem Treffen mit der ICPM-Generaldirektorin Kathryne Bomberger in Belgrad. Die DNA- und Knochen-Sample-Datenbank würde sich bei der ICPM befinden. Es gelte Leichen zu finden, sie zu identifizieren und mit Tätern in Verbindung zu bringen, sagte Odalovic.

Schwierige Identifizierung

Bomberger verwies andererseits auf die Probleme bei der Identifizierung der Kriegsopfer sowohl in Bosnien-Herzegowina wie auch im Kosovo. So konnten nach dem Kosovo-Krieg (1998-99) auch aufgrund von DNA-Proben mehr als 400 Leichen noch nicht identifiziert werden. Entnommen wurden dabei rund 1.800 Blutproben von Personen, die nach engsten Familienangehörigen fahnden. Ein ähnliches Problem gibt es auch in Bosnien-Herzegowina, wo mehrere hundert Leichen bisher nicht identifiziert wurden.

Nach den Kriegen der 1990-er Jahre gelten rund 14.000 Personen als vermisst, davon rund 10.000 in Bosnien-Herzegowina, fast 2.400 in Kroatien und 1.839 im Kosovo. (APA)

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