Agnes ante portas

17. Februar 2011, 17:00
16 Postings

Gerüchte über das Leopold-Museum - Von Thomas Trenkler

Die wichtigste Voraussetzung, die ein heißes Gerücht zu erfüllen hat, ist die Plausibilität.

Durchaus vorstellen kann man sich zum Beispiel, dass die energische Witwe des Sammlers Rudolf Leopold den seit letzten Sommer vakanten Direktorsposten Tobias Natter versprochen hat. Denn dieser legte keinen Wert auf eine Verlängerung seines im Mai auslaufenden Vertrags als Direktor des Vorarlberger Landesmuseums. Zudem hat er bereits mit Erfolg im Leopold-Museum kuratiert.

Den Direktor freihändig ernennen wollte man aber dann doch nicht. Denn das hätte für gehörig Kritik gesorgt. Der Posten wurde also ausgeschrieben - und etliche werden sich bewerben.

Gerüchteweise will sogar Agnes Husslein-Arco, die einige Jahre im Vorstand saß und daher den Betrieb kennt, ihr Interesse bekunden. Nicht weil sie die Leitung des Belvedere aufzugeben gedenkt. Sondern weil sie Synergien ins Treffen führt.

Denn dass sich zwei auf österreichische Kunst fokussierte Museen gegenseitig mit Egon Schiele Konkurrenz machen: Ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Braucht es nicht Abgrenzungen in der Programmierung und eine Zwei-Marken-Strategie?

Auch wenn Hussleins Bewerbung wirklich nur ein Gerücht sein sollte: Über die Zukunft des Leopold-Museums nach dem Tod des Sammlers nachzudenken: Das kann keinesfalls schaden. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2011)

Share if you care.