Was lange währt, wird endlich gut

17. Februar 2011, 16:04
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Tina Maze besorgt Slowenien das erste Gold bei einem alpinen Großereignis, verweist im Riesentorlauf Federica Brignone aus Italien und die französische Favoritin Tessa Worley auf die Plätze - Elisabeth Görgl fällt im Finale vom dritten auf den zehnten Rang zurück

Garmisch-Partenkirchen - "Slowenien ist eine kleine Nation, der Titel bedeutet sehr viel für das Land", sagte Tina Maze, ehe sie im Zielraum die Ovationen genießend herumturnte. Mit Nummer eins war Maze ins wegen Nebel um zwei Stunden verschobene Rennen gegangen, als Nummer eins ging sie aus ihm hervor. Schon hat Slowenien in den vergangenen Jahren viele hervorragende Alpine gehabt, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen war aber bis Donnerstag Silber das edelste der erbeuteten Metalle.

Viermal hat Maze selbst vom zweithöchsten Stockerl gewinkt, 2009 in Val d'Isère nach dem WM-Riesentorlauf, im Vorjahr bei Olympia in Vancouver nach dem Super-G und dem Riesentorlauf sowie vor drei Tagen nach der Superkombination. Viel hat der 27-Jährigen aus Slovenj Gradec, die 2002 in Sölden den ersten ihrer insgesamt neun Weltcupsiege mit Nicole Hosp und der Norwegerin Andrine Flemmen zu teilen hatte, nie auf Gold gefehlt. Neun Hundertstel einer Sekunde sprachen diesmal für sie und gegen die Italienerin Federica Brignone.

Die 20-jährige Mailänderin, Tochter von Maria Rosa Quario, die Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre vier Weltcupslaloms gewonnen hat, war trotz des knappen Rückstandes zumindest ebenso glücklich wie Top-Favoritin Tessa Worley, die derzeit dominierende Riesentorläuferin, über Bronze. Schließlich hatte die dreifache Saisonsiegerin den ersten Lauf völlig verhaut und 2,21 Sekunden auf Maze verloren.

Von Rang 19 aus griff sie an, reihum zerbrachen die Nachfolgenden an der stark nachlassenden Piste und der Laufbestzeit der 21-Jährigen aus Hochsavoyen. Darunter auch die deutschen und die österreichischen Hoffnungen. Doppelweltmeisterin Elisabeth Görgl fiel vom dritten auf den zehnten Rang zurück, weshalb Marlies Schild, dank zweiter Laufzeit vom 18. auf den achten Platz verbessert, noch beste Läuferin des ÖSV wurde.

Aussicht und Rückschau

Lokalheroine Maria Riesch schied im zweiten Durchgang aus, ihre Landsfrau Viktoria Rebensburg, im ersten Durchgang zeitgleich mit Kathrin Zettel Sechste, konnte sich nur um einen Rang verbessern, während die Niederösterreicherin ihr Ergebnis quasi verdoppelte, also schließlich Zwölfte wurde. Zettel tröstete sich mit der Aussicht auf den Slalom am Samstag ("meine beständigste Disziplin"), Görgl mit einem Rückblick: "Für mich war es eine Traum-WM." (red, DER STANDARD Printausgabe 18.02.2011)

  • Fabelhafte Turndarbietung ...
    foto: epa/barbara gindl

    Fabelhafte Turndarbietung ...

  • ... von Tina Maze nach Gold bringender Fahrt. Was große Alpine aus Slowenien wie Urska Hrovat oder Jure Kosir nicht 
vermocht haben, hat sie am Donnerstag geschafft. Die 27-Jährige fügte ihren vier Silbermedaillen eine aus Gold hinzu.
    foto: epa/peter kneffel

    ... von Tina Maze nach Gold bringender Fahrt. Was große Alpine aus Slowenien wie Urska Hrovat oder Jure Kosir nicht vermocht haben, hat sie am Donnerstag geschafft. Die 27-Jährige fügte ihren vier Silbermedaillen eine aus Gold hinzu.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Strahlen um die Wette: Federica Brignone (Silber/li) und Tessa Worley (Bronze/re).

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