Bäume im Nachbargarten umgeschnitten: Sechs Monate Haft

17. Februar 2011, 15:59
104 Postings

28-Jährige Innviertlerin nach Fällaktion mit Motorsäge verurteilt – Mutter nahm Schuld auf sich und wurde verhaftet

Sechs Monate unbedingte Haft hat am Donnerstag eine 28-jährige Innviertlerin im Landesgericht Ried im Innkreis in Oberösterreich ausgefasst. Sie soll Bäume und Sträucher im Wert von rund 10.000 Euro in Nachbars Garten umgeschnitten haben. Weil sich die Mutter der vorbestraften Frau immer wieder vor ihre Tochter stellte und die Tat auf sich nahm, ließ sie der Staatsanwalt im Gerichtssaal festnehmen.

Hintergrund dürfte ein bereits länger schwelender Nachbarschaftsstreit sein. Weil sich eine Familie durch die Bäume im Garten des anderen gestört fühlte, soll die Tochter schließlich zur Motorsäge gegriffen haben. Fünf Bäume und acht Sträucher fielen der Fällaktion zum Opfer. Die Wiederherstellung durch eine Gärtnerei kostete über 12.000 Euro. Die junge Frau gab die Tat weder bei der Polizei, noch vor Gericht zu, stattdessen legte ihre Mutter ein Geständnis ab.

Schutzbehauptung und Falschaussage

Weil aber ein Zeuge sicher ist, die blonde Tochter und nicht die dunkelhaarige Mutter mit einer Motorsäge in Nachbars Garten gesehen zu haben, qualifizierte das Gericht die Aussagen als Schutzbehauptung. Als die Frau auch nach Androhung eines Verfahrens wegen Falschaussage nicht davon abrückte, die Tat selbst begangen zu haben, ließ sie der Staatsanwalt im Gericht festnehmen. Daraufhin gab sie zu, nicht die Täterin zu sein, beteuerte aber weiterhin, ihre Tochter sei unschuldig. Das Gericht sah das anders und verurteilte die 28-Jährige zu sechs Monaten unbedingter Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (APA)

Share if you care.