Hochegger soll "Schmutz­kampagne" geplant haben

17. Februar 2011, 15:33
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Eine Million Euro sollen gezahlt worden sein, um Kaufmanns Vorstandsposten zu retten - Flughafen Wien: Kennen die Papiere nicht

Wien - Der Flughafen Wien und seine Töchter sollen dem Lobbyisten Peter Hochegger über eine Million Euro gezahlt haben, um mittels einer "Schmutzkübelkampagne" den Vorstandsposten von Herbert Kaufmann zu retten, berichtet das Magazin "Format" vorab. Vom Flughafen hieß es dazu auf APA-Anfrage: "Wir kennen das Papier nicht, gehen dem aber nach." Bestritten wird auch, dass eine Million gezahlt wurde.

Der Flughafen selbst habe rund 440.000 Euro bezahlt, so Sprecher Peter Kleemann. Außerdem ging das Geld nicht an die Person Hochegger, sondern seine Agentur Hochegger.Com, die vor der Auflösung die zweitgrößte PR-Agentur in Österreich war.

Masterplan aus dem Jahr 2004

"Format" berichtet, dass es einen dem Magazin vorliegenden "Masterplan" gibt, datiert aus dem Jahre 2004. "In den letzten Wochen ist der Flughafen Wien vor dem Hintergrund der Verlängerung der Vorstandsverträge ins mediale Schussfeld geraten", heißt es demnach in dem Papier. Und weiter: "Dem Eigentümer soll suggeriert werden, dass eine allfällige Nicht-Verlängerung der Vorstandsverträge eine völlig falsche Entscheidung wäre. Haupteigentümer des börsenotierten Airports sind die Länder Niederösterreich und Wien.

Geplant gewesen seien eine "Desinformationskampagne" sowie eine Diskreditierung des indischen Flughafen-Händlers Rakesh Sardana und die Beeinflussung der Berater der Eigentümer und der Aufsichtsräte. So sei dem ehemaligen SPÖ-Funktionär Kaufmann nahegelegt worden, er solle gegen die ÖVP-Niederösterreich vorgehen. Sardana, der laut "Format" ÖVP-nahe ist, wiederum sollte als "arglistiger Geschäftsmann" dargestellt werden. "Rund um das Firmengeflecht Sardana droht NÖ ein veritabler Wirtschaftsskandal mit unabsehbaren Folgen für Lieferanten, Banken und Politik", zitiert "Format" aus dem Masterplan.

Verdeckte Auszahlung

An Hochegger floss dem Bericht zufolge zwischen den Jahren 2004 und 2010 über eine Million Euro. Laut "Format" war ein monatliches Beraterhonorar von 20.000 Euro vereinbart. Die Summe wurde verdeckt über in- und ausländische Flughafen-Töchter ausbezahlt. So überwies die Betreiberfirma des Flughafenzuges CAT rund 500.000 Euro. Brisant daran: Die Hälfte am CAT halten die staatlichen ÖBB. Kleemann betonte, dass der CAT einen ganz normalen PR-Auftrag an Hochegger.Com vergeben hatte, wie auch aus den zahlreichen Presseaussendungen der Agentur im Auftrag des CAT ersichtlich sei. (APA)

 

 

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    Herbert Kaufmann

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