Urlaub ohne Fettnäpfchen

17. Februar 2011, 15:10
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Um Konflikte oder Probleme im Urlaub zu vermeiden, genügt es oft schon, ein paar kleine Regeln zu beachten

Kein Urlauber will sich in fernen Landen blamieren oder gar durch falsches Verhalten Probleme heraufbeschwören. Darum ist es immer von Vorteil, wenn man zumindest ein paar grundlegende Verhaltensregeln kennt, um nicht bei der erstbesten Gelegenheit von sich als ungehobelter Zeitgenosse von sich Reden zu machen.

Das Online-Reiseportal www.reise.com hat sich die Mühe gemacht und für sechs der beliebtesten Urlaubsziele einen Mini-Knigge erstellt, der Reisenden einen kleinen Einblick gibt in Verhaltensweisen im Urlaubsland.

Gute Manieren bei den Briten

Wer nach Großbritannien fährt - sei es nun, um bei der Hochzeit des Jahres von Prinz William und Kate möglichst hautnah dabei zu sein oder um einfach nur die kulturelle und landschaftliche Vielfalt zu genießen - sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Briten zumindest im eigenen Land sehr viel Wert auf gute Manieren legen. Hierbei gilt es vor allem, im richtigen Moment die passende Höflichkeitsfloskel aus dem Ärmel schütteln zu können. Ein gutes Thema ist immer das Wetter, den wunderschönen Tag zu loben ist auf jeden Fall kein schlechter Anfang für ein nettes Gespräch.

Von Kopf bis Fuß

Thailand-Urlauber genießen natürlich den Vorteil, dass man sich an die Touristen bereits gewöhnt hat und es einfach hinnimmt, dass die Fremden oft nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Trotzdem gibt es ein paar Grundregeln die, wenn man sie befolgt, zumindest guten Willen erkennen lassen. Eine der schlimmsten Beleidigungen für die, stark vom Buddhismus geprägten Thailänder, ist es, jemandes Kopf zu berühren. Er gilt als der Sitz der Seele. Auch Berührungen mit den Füßen sind zu vermeiden, sie gelten als unrein.

Gute alte Schule

2012 werden massenweise Fußballfans nach Polen strömen. Vor allem den männlichen Besuchern sei gesagt, dass polnische Frauen auf höfliches und zuvorkommendes Wert legen. So ist es durchaus üblich, einen Handkuss zu geben, die Tür aufzuhalten oder großzügig Komplimente zu machen.

Jedem Gast seinen Sitzplatz

Service wird in den USA groß geschrieben und der Kunde darf sich tatsächlich als König fühlen. Man geht respektvoll miteinander um, und während es bei uns durchaus üblich ist, sich an einem Tisch dazu zu setzen, wartet man in den USA in Restaurants auf den Kellner, der einen zu Tisch begleitet. Niemals sollte man nach der „toilet" fragen. Richtigerweise erkundigt man sich nach den „restrooms".

Traditionen sind kein Thema

Wer versucht, Spaniern in einem endlosen Monolog die Nachteile des Stierkampfes zu erklären und damit die alten Traditionen kritisiert macht sich nicht unbedingt beliebt. Man diskutiert nicht gerne mit Fremden über Sinn und Unsinn der Sitten und Gebräuche im Land. Ebenfalls als kulturloser Banause outet man sich, wenn man bei Flamencotänzen hemmungslos zu klatschen beginnt. Dafür muss man es mit der Uhrzeit nicht ganz so genau nehmen. Pünktlichkeit sollte man nicht so eng sehen und bei vereinbarten Treffen lieber von vornherein Wartezeiten bis zu einer halben Stunde einkalkulieren. Damit erspart man sich Ärger - und ändern werden sich die Spanier für die Touristen ohnehin nicht.

Freizügigkeit die keiner will

Bei Reisen in islamische Länder werden kulturelle Unterschiede immer besonders offensichtlich. Dubai beispielsweise gibt sich zwar touristisch locker und lässig, trotzdem ist es ein islamisches Land, in dem gewisse Grundregeln gelten - und auch eingehalten werden sollten. Allzu freizügige Kleidung etwa macht, vor allem bei Frauen, keinen besonders guten Eindruck und Schwimmen ohne Oberteil oder FKK-Baden sind sowieso Tabu.

Aber man sollte nicht dem Irrglauben erliegen, dass nur in islamischen Ländern nackte Oberkörper nicht gerne gesehen sind. In Brasilien, dem Land der Freizügigkeit und des Sexappeals gelten diese Attribute etwa nur in gewissen Landesteilen. Frauen, die oben ohne schwimmen gehen, ernten im besten Fall Spott und Beschimpfungen, im schlimmsten Fall landen sie im Gefängnis - wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Auch auf den paradiesischen Inseln der Südsee und der Karibik will eigentlich niemand blanke Brüste sehen. Die Menschen in diesen Ländern sind sehr gläubig und legen auch Wert darauf, dass man das respektiert.

Sich auf die Gepflogenheiten im Urlaubsland einzustellen kann lästig oder interessant sein. Je nachdem, wie man sich einem Land nähert, zeigt es einem die kalte Schulter oder gibt Einblicke in andere Kulturen. Letztlich kommt es immer auf den Urlauber an, wie weit er sich auf das Gastland einlassen will, ob er die Bräuche und Traditionen ablehnt oder ob er offen genug ist, nicht nur geografisch sondern auch philosophisch auf die Reise zu gehen. (red)

  • In Brasilien ist es wichtig, zu bedecken - ohne zu verstecken.
    foto: ham

    In Brasilien ist es wichtig, zu bedecken - ohne zu verstecken.

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