"Nicht vor ÖVP-Männerwirtschaft in die Knie gehen"

17. Februar 2011, 14:15
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Oppositionsparteien uneins: Grüne fordern gesetzliche Quote und kritisieren Heinisch-Hosek - BZÖ: Quote ist Diskriminierung

Wien - Die Opposition ist bezüglich der erneuten Forderung der Arbeiterkammer (AK) nach einer gesetzlichen Frauenquote von 40 Prozent bei der Besetzung von Aufsichtsratsgremien nicht einer Meinung. Während die Grünen am Donnerstag auf eine gesetzliche Quote drängten und dahingehend auch Kritik an Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek übten, sprach sich das BZÖ gegen eine derartige Quotenregelung aus. Familienstaatssekretärin Verena Remler will auf Ausbildung und Vernetzung setzen.

"Eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft zu Frauenquoten bis zum Jahre Schnee bringt nichts", meinte die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner in einer Aussendung. "Auch Frauenministerin Heinisch-Hosek weiß, dass nur gesetzlich verpflichtende Quoten Sinn machen. Doch statt einen Gesetzesvorschlag für Quoten zu erarbeiten, steckt sie ihre Energie weiterhin völlig sinnlos in den Ausbau der freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaft." Heinisch-Hosek dürfe nicht "vor der ÖVP-dominierten Männerwirtschaft in die Knie gehen".

BZÖ: Quote sei Diskriminierend

"Es geht auch ohne gesetzliche Quote", glaubt hingegen BZÖ-Frauensprecherin Martina Schenk. Jede Quote bedeute "automatisch eine Diskriminierung und eine Herabwürdigung". Viel wichtiger wäre ein gesetzlicher Mindestlohn von 1.300 Euro brutto. Der Aufstieg in gut bezahlte und einflussreiche berufliche Positionen scheitere außerdem oft auch wegen fehlender Kinderbetreuungsplätze.

Die Familienstaatssekretärin verwies in einer Aussendung auf das Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen" von Familienministerium, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung, mit dem man "die richtigen Signale" setze. Es sei wichtig, "Frauen auf ihrem Weg zu beruflichen Spitzenpositionen noch intensiver zu begleiten und zu fördern". Remler will außerdem auf eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzen. (APA)

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