20 bis 40 Prozent der Jugend hätten Erfahrung mit Cybermobbing

17. Februar 2011, 14:00
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"Was macht mein Kind im Internet, wenn ich es nicht sehe?"

Über Gefahren der Social Media-Netzwerke sollen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern vor allem auch deren Eltern Bescheid wissen, wie August Baumühlner, Chefinspektor des Landeskriminalamtes (LKA) Wien am Donnerstag bei einer Pressekonferenz betonte. Bereits jeder vierte Österreicher nützt heute das soziale Netzwerk Facebook. 45 Prozent der User sind unter 20 Jahre alt. Verschiedene aktuelle Studien kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: ca. 20 bis 40 Prozent der Jugendlichen in Österreich und Deutschland haben schon Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht.

Köhl betonte, dass sogenannte Digital Natives (Menschen, die mit PC und Internet aufwachsen) zwar meist technikkompetent seien, die soziale Kompetenz hinkt dagegen etwas hinterher. Wichtig sei es vor allem, die Medienwirkungskompetenz zu fördern.

"Was macht mein Kind im Internet, wenn ich es nicht sehe?"

Eltern sollten sich gemäß Baumühlner zusätzlich die Frage stellen: "Was macht mein Kind im Internet, wenn ich es nicht sehe?" Von einem Facebook-Verbot hält der Chefinspektor nichts, da es Social Media-Netzwerke nur umso interessanter machen würde. Eltern sollten sich stattdessen mit den Gefahren, etwa Cybermobbing oder Happy Slapping, auseinandersetzen und ihr eigenes Bewusstsein im Umgang mit dem Internet schärfen. Bei Happy Slapping filmen Jugendliche Demütigungen oder Gewalttätigkeiten mit und veröffentlichen diese im Internet. Zudem hätten Sätze wie "Ich bin drei Wochen auf Urlaub" auf Facebook nichts verloren.

Baumühlner und Köhl unterstützen einen vom Unternehmen Saturn initiierten Schulwettbewerb, der die Medienkompetenz von zwölf- bis 15-jährigen Schülern fördern soll. 27 Schulklassen aus ganz Österreich haben noch bis 20. Mai Zeit ihre Projekte zum Thema Web 2.0 auszuarbeiten. Die Siegerklasse wird von Hewlett Packard und A1 mit Notebooks und Internetzugang ausgestattet. (APA)

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