Beratung über mehr Platz für Legehennen

17. Februar 2011, 13:48
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Polen beharrt auf konventioneller Käfighaltung bis 2017 - Debatte über Gemeinsame Agrarpolitik und Direktzahlungen

Brüssel - Die EU-Agrarminister beraten am Montag in Brüssel über den Schutz von Legehennen und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) von 2014 bis 2020. Entscheidungen wird es laut Diplomaten keine geben. Österreich ist durch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (ÖVP) vertreten. Bei der Agrarpolitik geht es um eine Orientierungsaussprache zum Thema natürliche Ressourcen und ländliche Gebiete sowie den Direktzahlungen.

Wie konkret der Vorschlag einer Mehrstufenlösung für die Direktzahlungen ausgestaltet werden soll, ist bisher nicht geklärt. Dabei geht es um eine Teilung in eine Basisprämie und eine umweltbezogene Prämie sowie um einen Ausgleich für benachteiligte Regionen.

Zu den Legehennen will Polen eine Ausweitung des laut Richtlinie ab 2012 geplanten Verbots der konventionellen Käfighaltung erreichen. Ab kommendem Jahr muss es mehr Platz für jede Legehenne geben. Waren es bisher 550 Quadratzentimeter (rund 23,4 mal 23,4 Zentimeter), sind es ab 1. Jänner 2012 dann 750 Quadratzentimeter (27,3 mal 27,3 Zentimeter) für eine sogenannte ausgestaltete Käfighaltung. Polen will 550 Quadratzentimeter weitere fünf Jahre behalten dürfen, was aber von den meisten anderen EU-Ländern strikt abgelehnt wird.

Weitere Erleichterungen

Neben der Ausweitung der Fläche für jedes Huhn soll es auch weitere Erleichterungen wie eine Einstreu oder Sitzstangen geben. In Österreich ist das Verbot der konventionellen Käfighaltung - auch nicht ausgestaltete Käfighaltung genannt - bereits ab 2009 in Kraft, in Deutschland ab 2010. Damit sind die beiden Länder Vorreiter. Österreich wies vergangenes Jahr 5,5 Millionen Legehennen auf, insgesamt gab es 1,4 Milliarden Eier.

Im Regal müssen die Eier eindeutig gekennzeichnet sein. Aus dem Stempel geht u.a. hervor, aus welchem Haltungssystem die Hühner stammen. "0" bedeutet Ökologische Erzeugung, "1" Freilandhaltung, "2" Bodenhaltung und "3" ist die Käfighaltung.

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Agrarrats steht ein Bericht über das jüngste Treffen des Waldforums in New York vom Jänner dieses Jahres. Dabei geht es um vier globale Waldziele - die Hintanhaltung des Verlustes der Wälder durch nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Bedeutung des Waldes für die Umwelt, den Klimaschutz und erneuerbare Energien, die Ausweitung der Fläche von Waldschutzgebieten sowie um neue Finanzierungsquellen für den Waldbereich. (APA)

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    Legehennen im Käfig - Polen will die Käfighaltung bis 2017 behalten.

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