Google, Facebook und die Banner?

23. Februar 2011, 10:32
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Es gilt, die Mechanismen gleichzeitig zu verwenden und gegenseitig profitieren zu lassen, meint Roland Kreutzer im Ad-Blog

Zuerst war Werbung im Internet mit "Banner" zu bezeichnen. Dann kam Google und man dachte nicht selten gleich an die Textenzeigen der Suchmaschine, wenn es um Werbung im Web ging. Und heute ist es Facebook, das nicht mehr aus den Köpfen der Werbe-Menschen will.

Facebook

Beginnen wir das Hinterfragen der angenommenen Wertigkeiten gleich bei "Social Media". Und da bei Facebook, das ohnehin alle anderen Anbieter mehr als nur in den Schatten stellt. 2,4 Mio. User aus Österreich seien da erreichbar (Twitter rund 40.000), melden die Werkzeuge von Facebook. Schön, aber auch nicht mehr - auch "klassische" Websites haben Userzahlen im Millionenbereich. Noch dazu ist die Werbung in Facebook kaum tauglich in traditioneller Art, sondern erfordert Interaktion und Dialog und wirkt dabei eher passiv vor einer eher kleinen Gruppe. Und zwar einer, die ohnehin dem Unternehmen irgendwie nahe steht.

"Kundenbindung" und "Opinion Leader" der eigenen Fan-Gruppe erreicht man also mit Facebook, heißt es immer wieder. Dort lässt sich auch "Traffic" für die eigenen Angebote im Web bekommen. Mit Glück gibt es auch virale Effekte, planen lassen sich die aber nicht. Hochrechnungen auf Reichweiten von Fans der Fans sind wenig plausibel darstellbar, insbesondere nach den Änderungen, die Facebook zuletzt gemacht hat.

Google

Also zurück zu Google, dem Hype vor dem Hype. Die Suchmaschine ist perfekt, wenn es darum geht, User mit bestehendem Kaufinteresse "abzufangen". Kaufinteresse zu erzeugen ist hingegen kaum möglich, denn nur die Reaktion auf Suchanfragen erlaubt das Platzieren von Textanzeigen. Grafisch ist innerhalb von Google ohnehin nichts zu machen. Betrachtet man das Zeitbudget der User und dessen Verteilung auf Google und das Web, so macht die Suche auch nur einen minimalen Teil davon aus. Alleine das zeigt schon, dass man Menschen besser und länger außerhalb von Suchmaschinen ansprechen kann. Zumindest, wenn man "Auf-der-Suche-Befindliche" nicht als Zielgruppe hat.

Banner

Bleibt noch die Bannerwerbung, heute oft als "Display-Advertising" genannt um die grafischen Möglichkeiten und Wirkungen zu verdeutlichen. Die hat Schwächen, wenn es um Transaktionen geht (nur wenige User klicken) und kann ohne weitere Mechanismen auch kaum "Kaufinteressenten abholen". Sie ist es aber auch heute und in Zukunft noch, die "alle" User fast "immer" in der gewünschten Menge und Dauer erreichen kann, die man sich als Werbekunde vorstellt.

Dabei darf man die Wechselwirkungen natürlich nicht außer Acht lassen: Es verwundert nicht, dass die am stärksten beworbenen Marken die meisten Fans in Facebook haben. Und auch nicht, dass beworbene Produkte gesucht werden. Es gilt also, die Mechanismen von Banner, Suchmaschine und Social Networks gleichzeitig zu verwenden und gegenseitig profitieren zu lassen. Auch der Banner alleine ist sicher nicht das Optimum einer sinnvollen Online-Strategie... (derStandard.at, 23.2.2011)

Zur Person:

Roland M. Kreutzer ist Geschäftsführer von Tripple ad-locator.net
www.ad-locator.net

eMail: kreutzer@tripple.at
Facebook: http://www.facebook.com/contator
Xing: https://www.xing.com/profile/Roland_Kreutzer2

  • Roland M. Kreutzer.
    foto: privat

    Roland M. Kreutzer.

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