Kritik an Betriebsrats­wahlen bei Schlecker

17. Februar 2011, 15:42
13 Postings

Die bei der Drogeriemarktkette bevorstehenden Wahlen sind laut Arbeitnehmervertretern mit gröberen demokratischen Mängeln behaftet

Wien - Die bei der Drogeriemarktkette Schlecker bevorstehenden Betriebsratswahlen sind laut Arbeitnehmervertretern mit gröberen demokratischen Mängeln behaftet. Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) spricht von einem "verunglückten Auftakt" und fordert den Wahlvorstand nun eindringlich auf, die für 2. März anberaumte Wahl neu auszuschreiben. An die Geschäftsführung appelliert GPA-Vizechef Karl Proyer eindringlich, den mehr als 3.500 Angestellten "klar zu signalisieren, dass jeder von ihnen das Recht hat, ohne Konsequenzen für den Betriebsrat zu kandidieren".

Der derzeitige Wahlvorstand wurde von nur 20 Angestellten gewählt, kritisiert die Gewerkschaft. Schuld daran sei unter anderem, dass für die Mitarbeiter österreichweit nur drei Teilbetriebsversammlungen zur Information über die Neuwahl abgehalten wurden. Sie fanden irgendwo in den Bundesländern statt und waren daher für die große Mehrheit der Beschäftigten schwer erreichbar.

Gewerkschaft ortet Druck von oben

Eine Reihe von Schlecker-Mitarbeitern hätten ihre signalisierte Bereitschaft für Kandidatur kurzfristig wieder zurückgezogen. Die Gewerkschaft führt dies auf "Druck von oben" zurück und schließt auch "rechtliche Schritte gegen übereifrige Führungskräfte" nicht mehr aus. Darüber hinaus sei die Einreichfrist für für kandidierende Listen terminlich zu knapp kalkuliert.

"Die Geschäftsführung wäre gut beraten, endlich eine halbwegs vernünftige Betriebsratswahl zu gewährleisten", so Proyer. Die Paktfähigkeit des Schlecker-Managements und die Vertrauensbasis für weitere Verhandlungen stünden auf dem Prüfstand.

Grüne: "Schande für die Wirtschaft"

Der Umgang der Drogeriemarktkette mit den Mitarbeitern ist in den Augen der Grünen "eine Schande für die Branche und auch für die österreichische Wirtschaft". Schikanen und Einschüchterung schienen auf der Tagesordnung zu stehen, kritisierte Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz und forderte zu einem Einkaufsboykott auf.

Die Kunden müssten sich bewusst sein, dass sie mit ihrem Einkaufsverhalten Einfluss auf das Unternehmen haben. Die Mitarbeiter würden kontrolliert und unter Druck gesetzt. Weder der Betriebsrat noch die Gewerkschaft sei bisher insgesamt erfolgreich gewesen, diese unwürdige Praxis zu stoppen. (APA)

Share if you care.