Vorarlberg

FPÖ-Gemeindepolitiker hortete Waffen und NS-Relikte

17. Februar 2011, 10:57

Polizei beschlagnahmte bei Hausdurchsuchung Stich- und Schusswaffen sowie Munition - 41-Jähriger legte Ämter und Parteimitgliedschaft zurück

Bregenz - Die Vorarlberger Polizei hat bei einem 41-jährigen FPÖ-Gemeindepolitiker aus dem Bezirk Feldkirch bei einer Hausdurchsuchung Ende Jänner zahlreiche Waffen sichergestellt. Bei dem Mann wurden außerdem Gegenstände aus der NS-Zeit gefunden, bestätigte Uta Bachmann, Leiterin des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), einen Bericht der "Vorarlberger Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe). Der 41-Jährige habe daraufhin seine Funktionen in der Kommunalpolitik sowie seine Parteimitgliedschaft zurückgelegt.

Beamte des LVT durchsuchten nach Hinweisen aus der Bevölkerung unterstützt vom Sondereinsatzkommando Cobra das Haus des Mannes und entdeckten in einem verschlossenen Kellerraum rund 50 Lang- und Faustfeuerwaffen sowie 50 Degen, Dolche, Säbel und Messer, außerdem Munition. Da viele der sichergestellten Gegenstände funktionsuntüchtig gemacht wurden, werde nun in Wien geprüft, welche unter das Waffengesetz fallen.

Waffen beschlagnahmt

Wegen der teilweise unsicheren Verwahrung komme auf den Mann ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz zu. "Wir haben sofort ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen", erklärte Bachmann. Im Fundus des Sammlers hätten sich auch mehrere kleinere Stichwaffen mit NS-Symbolen, zwei Uniformen aus der Zeit sowie Hakenkreuz-Flaggen befunden. Da die NS-Devotionalien eingepackt und nicht ausgestellt waren, habe keine strafbare Handlung vorgelegen, daher wurden lediglich die Waffen beschlagnahmt.

Der Mann, der bei der Hausdurchsuchung laut Bachmann gut kooperierte, ist den Behörden offenbar bereits wegen Kontakten zur Vorarlberger Skinhead-Szene, konkret der Organisation "Blood and Honour", aufgefallen. Für diese Gruppe soll der 41-Jährige T-Shirts bedruckt haben. "Damals konnten aber keine Unregelmäßigkeiten festgestellt werden", wurde die Polizei in dem Zeitungsbericht zitiert.

Weiterer Verdacht

Die Vorarlberger Grünen vernuten bei einer weiteren Person aus derselben FPÖ-Ortsgruppe Verbindungen in die Neonazi-Szene. Der Obmann der betroffenen FPÖ-Ortspartei erklärte, dass er bisher nichts von den Vorwürfen gegen die beiden Personen gewusst habe. Er müsse erst das Gespräch suchen.

In einer am Donnerstag gestellten Anfrage an Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) fügten die Grünen zur Dokumentation ihres Verdachts einen Ausschnitt aus einem Forum einer Neonazi-Website ein, auf der sich ein Vorarlberger mit einem "Gruß aus der Ostmark" vorstellte. In diesem Forum beschrieb sich der Mann im Dezember 2007 als "FPÖ-Mitglied und auf kommunaler Ebene tätig". Politisch sehe er sich als "rechtsaussen (sic!), was die FP angeht, an", außerdem interessiere er sich sehr für Zeitgeschichte, worunter er die Jahre von 1914 bis 1945 verstand. Am Ende seines Eintrags verblieb er schließlich mit "Deutschem Gruße".

Grünen-Klubobmann Johannes Rauch zufolge könnte der mutmaßliche FPÖ-Mandatar derselben Ortsgruppe angehören wie der 41-Jährige, der in einem verschlossenen Kellerraum rund 50 Lang- und Faustfeuerwaffen sowie 50 Degen, Dolche, Säbel und Messer sowie zwei Uniformen aus der NS-Zeit und Hakenkreuz-Flaggen aufbewahrte. Der Mann legte seine Funktionen in der Kommunalpolitik sowie seine Parteimitgliedschaft unmittelbar nach dem Auffliegen seiner Sammlung Ende Jänner zurück.

"Nicht jeden von Kopf bis Fuß durchleuchten"

Der FPÖ-Ortschef gab an, bisher nichts von den vermuteten Sympathien des noch aktiven Mandatars zur Neonazi-Szene gewusst zu haben. 2007 sei dieser noch kein Parteimitglied gewesen, und unter seiner Obmannschaft sei noch nie etwas aufgefallen. "Man kann nicht jeden von Kopf bis Fuß durchleuchten", so der FPÖ-Ortsgruppenobmann. Selbstverständlich sei eine solche Haltung - sollte sie sich im persönlichen Gespräch bestätigen - aber nicht tolerierbar. Das Grundvertrauen in seine Ortsgruppe sei durch die Vorwürfe nicht erschüttert. "Ich gehe davon aus, dass sich jeder gesetzeskonform verhält", betonte der FPÖ-Ortsparteichef. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 197
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Mein Vater war kein NAZI!
00
24.3.2011, 09:55
Man hielt Hitler auch für einen anständigen Menschen!

Christian Eder
15
18.2.2011, 13:15
Aber geh!

Und ich habe immer geglaubt, die FPÖ ist die Partei der "Anständigen, Fleißigen und Tüchtigen". Wie man sich täuschen kann...

Mathias
 
02
21.2.2011, 11:46
naja...

... so macher Neo-Nazi hält sich auch für einen "Anstängigen, Fleisigen und Tüchtigen". Es ist nur die Frage, ob menschenverachtende Tugenden wirklich als sowas anzusehen sind ...

recouvrer la raison
12
18.2.2011, 12:11

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man die Frage aufwerfen: "Was ist bloß mit der FPÖ los?"

In Bregenz wird ein FPÖ-Gemeinderat der Pädophilie verdächtigt, der andere hortet Waffen und Hakenkreuzfahnen im Keller und beliefert damit die Blound&Honor-Szene (lt. LVT Vbg. wusste er jedoch was erlaubt ist und was nicht und war auch sehr kooperativ - aha, naja, Kammeraden verraten einander nicht, nicht wahr?). Quer durch AT stehen Nazischläger aus dem RFJ/RFS Umfeld vor Gericht wegen Überfällen und Wiederbetätigung, ein ex-RFS-Spitzenkandidat vergewaltigt und verstümmelt seine Freundin...

Und jetzt der nächste riesen Skandel von FPÖ Nationalrat Werner Königshofer - der es wohl auch nicht in die Krone schaffen wird ;)
http://tiny.cc/bi6ua

anton muffl
14
18.2.2011, 12:00

"Götzis (Vbg): Mit deutschem Gruß und HC Strache?" http://www.stopptdierechten.at/2011/02/1... c-strache/

der eine sammelt waffen und dafür schreibt der andere in neonazi-foren?

und wer darf nicht fehlen? richtig der hc strache, wie fotos mit den gleichgesinnten, weil parteifreunde, zeigen.

Staatssekretär
11
18.2.2011, 11:02
Na wo werden solche Leute eine politische Heimat finden?

Dass Waffennarren mit Hang zur NS-Sentimentalität am ehesten zur FPÖ gehen, ist ja wohl nichts Neues - der Anteil wird da nicht so gering sein...

Vegane mit Hang zum Aktionismus, werden sich wohl nicht im Bauernbund organisieren und ÖBBler mit "erkämpften Rechten" nicht in der IV.

Dormouse
01
18.2.2011, 10:54

"Man kann nicht jeden von Kopf bis Fuß durchleuchten"

wär ja auch völlig unnütz, bei dingen, die man eh schon weiss :D

flohimpelz
02
18.2.2011, 10:46
Letztendlich wird er durch unsere unabhängige Justiz als Verwalter

der Requisitenkammer für den WKR-Ball deklariert und freigesprochen werden.
Zur Belohnung wird er in der Kanzlei des dritten NR-Präsidenten den Job eines Spitzenbeamten bekommen!!

Roter Baron
05
18.2.2011, 10:24
nur ein patriot

er hat die waffen nur gehortet
um einen überfall
aus deutschland stoppen zu können.

roter baron

Roter Baron
05
18.2.2011, 10:02
ein einzelfall in der fpö

ganz sicher.....

Frank der Grosse
03
18.2.2011, 09:55

Wenn ich der wäre, würde ich auf Befangenheit der lokalen Staatsanwaltschaft pochen und den Fall an die StA Wr Neustadt übergeben.

Somebody Someone
020
18.2.2011, 02:16

Gibt es hier eigentlich nicht einmal den Verdacht, dass es sich bei solchen Gruppierungen um eine Bildung einer kriminellen Vereinigung handelt? Werden wohl 10 Leute gefunden werden können, die sich Organisieren und gemeinhin bekannt Einfluss auf Politik und Wirtschaft nehmen wollen.

Oder ist es doch naheliegender, dass Väterorganisationen und Tierschützer diese Interessen verfolgen!?

hallo hallo101
111
18.2.2011, 02:20

die österr. polizei und justiz scheint auf dem rechten auge blind zu sein. das sollte jeder/m bürgerIn dieses landes zu denken geben.

flohimpelz
03
18.2.2011, 10:48
Die österr. Polizei und Justiz

sind der rechte Rand der österr. Gesellschaft, das hat mit Blindheit nichts zu tun, den eine Krähe hackt der Anderen kein Auge aus!

Quetzalcoátl
132
18.2.2011, 08:07
Das stimmt absolut.

Allerdings kein Ausnahmefall. Viele Grüne sind zB auf dem islamistischen Auge völlig blind.

Herr und Frau Österreicher
 
06
18.2.2011, 08:24

Was ist ein "islamistisches Auge"?

pepitschek1
10
23.2.2011, 00:49
ein aug...

das regelmäßig den dschihad ausruft.

Quetzalcoátl
21
18.2.2011, 10:32
Eine schlechte Metapher.

Nachdem das rechts-links Schema heute beim besten Willen nicht mehr auf die Realität passt, müsste man eigentlich neue entwerfen. Solange es keine gibt, verwende ich zwangsläufig schlechte.

Mathias
 
00
21.2.2011, 12:30
wieso schlechte Metapher?

Wenn sogar eine Frau Schwarzer von Seiten der GrünpolitikerInnen angefeindet wird!!

Herr und Frau Österreicher
 
01
18.2.2011, 13:59

...dann bitte doch lieber gar keine!

Mr. Bubbles
03
17.2.2011, 23:26

Die Esel werden weitergewählt.
Wurscht wie sehr das, was allen eh klar ist, auch belegt wird.

Und die rechten tanzen in der Hofburg, und lachen sich eins ob der verbotenen Gegendemonstrationen...

Rainer Freiherr von Risach
 
02
18.2.2011, 01:33

Sie werden gerade deswegen weitergewählt.

dafanefa
02
18.2.2011, 08:04
Richtig:

Sagte doch Jörg Haider auf die Frage, ob seine Partei eine Nachfolgeorganisation der NSDAP sei, dass
das gar nicht sein könne, denn sonst wären sie schon längst stärkste Partei in Ö.

Jo eh...
04
17.2.2011, 23:21

Ich würd mal sagen dass nur Leute die bewusst oder unbewusst solche Sympathien hegen bei so einer Partei mitarbeiten können. Andere würden sich anspeiben.

AbdA
02
17.2.2011, 23:14
Nein, also sowas hätte ich von einem FPÖ-Politiker

nun wirklich nicht erwartet ;-)

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