Wien

Kontrollamt kritisiert teure Dienstautos

16. Februar 2011, 19:36

Geländewägen für Wien-Holding-Mitarbeiter - Maßnahmenpaket für Wiener Linien

Wien - Bürgermeister Michael Häupl (SP) verwies in den letzten Jahren gern darauf, dass die Gemeinde Wien bei Dienstwagen-Anschaffung und Verwaltung wesentlich sparsamer haushaltet als der Bund. Bei ausgelagerten städtischen Unternehmen fällt der motorisierte Untersatz allerdings zum Teil recht luxuriös aus - das stellt das Kontrollamt in einem aktuellen Bericht fest.

Vor allem in der Wien Holding (Stadthalle, Hafen, Messe Wien) fährt es sich ganz gut. Denn dort gehen auch Sportcoupés und SUVs als Dienstfahrzeuge durch. Insgesamt fährt die Chefetage sieben verschiedene Marken. Die Wertobergrenze wird jährlich angepasst und lag zuletzt bei 52.000 Euro pro Auto. Etwas bescheidener geben sich die Mitarbeiter des Stadtwerke-Konzerns (Wien Energie, Bestattung, Wiener Linien), dort liegt sie bei 45.000 Euro. Die Einschau des Kontrollamtes bezog sich auf jene Gefährte, die Managern und Prokuristen als Teil ihres Gehaltes zur Verfügung gestellt werden - und die auch privat genutzt werden.

Den Mitarbeitern werde "relativ große Freiheit" bei der Auswahl ihrer Fahrzeuge überlassen, halten die Kontrollore fest - und ersuchen die Verantwortlichen, über eine Vereinheitlichung nachzudenken. Eine Konzentration könne wirtschaftliche Vorteile bringen. Außerdem kritisiert das Kontrollamt den Umstand, dass die Dienstgefährte von Wien-Holding-Prokuristen zum Teil teurer sind als jene, mit denen Mitglieder der Stadtwerke-Geschäftsleitung unterwegs sind. "Derartig großzügige Dienstwagenzuerkennungen sind sowohl für Geschäftsführer als auch für Prokuristen nicht angebracht", heißt es im Bericht. Das Kontrollamt empfahl der Wien Holding eine konzernweite Dienstwagenrichtlinie zu erlassen. Diese gibt es inzwischen.

Teure Fahrscheinautomaten 

Auch die Wiener Linien, die in einigen Teilbereichen geprüft wurden, wollen den Empfehlungen des Kontrollamts Folge leisten. In puncto Sicherheitsstandards hat Geschäftsführer Michael Lichtenegger bereits letzte Woche ein Zwölf-Punkte-Programm vorgestellt - der Standard berichtete. Bezüglich der Tarifstruktur verwiesen die Prüfer darauf, dass bei Einzelfahrscheinen lediglich 0,9 Prozent aller Umsatzerlöse von Verkäufen in Fahrzeugen kämen. Das Kontrollamt empfiehlt daher, die Automaten in Bus und Bim abzuschaffen. Generell beschieden die Prüfer den Wiener Linien eine "sehr differenzierte Tarifstruktur". Die könnte bald noch differenzierter werden. Rot-Grün arbeitet derzeit an einer Reform mit sozialer Staffelung.

Das Kontrollamt empfiehlt außerdem, die Kurzstreckenregelung transparenter zu machen. Diese sei ausschließlich für Insider nachvollziebar. Kritik gab es auch bezüglich der unterschiedlichen Freifahrts- und Ermäßigungsregelungen für Familienangehörige von Wiener-Linien-Bediensteten. Diese sollten vereinheitlicht werden.

Beim Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten stellte das Kontrollamt fest, dass sie teils zu lange gespeichert und somit die datenschutzrechtlichen Vorgaben nicht eingehalten wurden. Der Einsatz von Privatdetektiven in Verdachtsfällen des Krankenstandmissbrauchs sei lediglich anlassbezogen erfolgt, sodass "kein rechtlicher Hinderungsgrund" bestanden habe. Trotzdem wurde eine interne Kontrolleinheit angeregt, die im Verdachtsfall Mitarbeiter überwachen könnte. (Martina Stemmer, DER STANDARD; Printausgabe, 17.2.2011)

Kommentar posten
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Johannes Kopp
 
00
16.3.2011, 13:30
Wo muessen denn eigentlich

die Damen und Herren der WIENER LINIEN hinfahren, dass sie einen Dienstwagen brauchen ?!?

Oder fahren die Schwatzkapller gar mit dem Auto zur U-Bahn-Station, wo sie dann ihr "Planquadrat" durchziehen ?

Mirstetta Toni
00
25.2.2011, 14:52

na das finde ich ja lustig. die maximale abschreibegrenze liegt bei 40.000 und dort werden autos um 52.000 angeschafft. verhöhnung jedes gewerbetreibenden mit auto.

Extrabreit
00
18.5.2011, 10:32
Werden aber auch nur bis 40.000 abgeschrieben.

Ich denke mal, das díe Gesetze auch für die gelten.

the other side
00
21.2.2011, 11:19
Städtische Betriebe sollten Vorreiter bei

alternativen Antriebskonzepten sein - Erdgas und elektro!
Ich bin für den Händyfahrschein! dann spart man Druckkosten und teure Geräte!

ResiStant
00
19.2.2011, 10:39

Den Preis der Dienstwagen finde ich jetzt nicht so tragisch, allerdings fände ich es für städtische Betriebe angemessen, Autos zu wählen, die ihre Stärken eindeutig im städtischen Bereich ausspielen können. Ein Q7 gehört da sicher nicht dazu, ein Smart, ein Prius oder ein Nissan Leaf schon eher.

Briefmarkenkleber
00
18.2.2011, 14:05
Vergleichen ist nicht rosa Stärke.

Interessant wäre doch zu erfahren, was in vergleichbaren Firmen (Branche, Größe) gefahren wird. Ist ein Vergleich zu viel mühe? Das staatliche Kontrollamt 1:1 abschreiben ist auch nicht Sonderprämienwürdig...

Bodypainter
00
18.2.2011, 13:19
ich würde in zukunft nur noch SMARTS erlauben ;-)

wär auch vom image cooler

Martin Rosenkranz
00
18.2.2011, 10:25
Der Preis der Autos ist das ein

Es handelt sich aber durchwegs um Premium-Marken und wer schon mal erlebt hat was sich die Vertragswerkstätten so zu "nehmen" trauen, der weiß was das wirklich kostet.

Andre Resestoiserl
00
17.2.2011, 14:41

Halt typisch für diese Wiener Holdingbetriebe wie auch "Wiener Wohnen" oder "Wien Energie" oder die "Aussenbetreuung" (dort hatte der GF, gleichzeitig Bruder des HEUTE Chefs, einen Audi Q7 als Dienstauto..für Dienstfahrten nur in Wien...). Und: Auch bei Wiener Linien überteuerte Kontrahenten, wie bei Wiener Wohnen....natürlich nur zu Lasten der Fahrgäste (und Mieter)......

USV
00
17.2.2011, 09:03
siehe den Artikel darunter...!

Immer mehr Deutsche teilen sich Auto
http://derstandard.at/129781819... -sich-Auto

systemfehler1
24
17.2.2011, 06:28
Das Kontrollamt empfiehlt daher, die Automaten in Bus und Bim abzuschaffen.

Geht´s noch ein bisserl blöder?

Selten benutze ich Öffis, und wenn, dann will ich mir meinen Fahrschein in diesen kaufen können.

Was soll der Quatsch?

Zukunftsoptimist1
00
19.2.2011, 20:32
Ganz so blöd ist die Idee nicht,

denn wenn weit und breit kein Automat ist und sich nbjemand auf den in Bus/Bim verlässt, dann zahlt er im Betretungsfall die ganze Länge und bessert damit das Budget der Wiener Linien auf. Der Blöde ist in dem Fall der Fahrgast, bis er gelernt hat, dass das Auto (Taxi) doch die günstigere Alternative ist.

derzustand.at
01
17.2.2011, 09:29

Vor allem würde mich interessieren, wie man die bereits seit Jahren nicht mehr vorhandenen Automaten in den Bussen abschaffen will.

chelene chirsch
10
17.2.2011, 08:23

jahrelang war nur in jeder zweiten bim ein automat, teilweise kann man unterwegs gar keine kurzstrecken kaufen.

no na sind es nur 0.9%; wer nicht will, bekommt auch nichts...

BraS
 
01
17.2.2011, 14:52
jahrelang war nur in jeder zweiten bim ein automat

wo?
in Wien jedenfalls nicht.

Winter20
06
17.2.2011, 00:07
Quod licet Iovi, non licet bovi

Steuerlich gilt für den "Normalbürger" die sog. Angemessenheitsgrenze von 40.000,-- für PKWs. Für Beamte und Politiker gilt diese Grenze selbstverständlich nicht. Sie haben ja auch andere Pensionsregelungen als "Normalbürger".

Mr. Smart
01
17.2.2011, 13:18

die "angemessenheitsgrenze" gilt für die steuerliche abrechnung, keiner des oberen managements in privatunternehmen würde ein 40.000€ als firmenauto akzeptieren.

akis96
 
02
17.2.2011, 08:57

Klar gibt es eine gepanzerte Limo für den Herrn Bundespräsidenten oder so nicht für € 40.000,- - alle anderen Beamten bzw. MitarbeiterInnen in staatsnahen Betrieben sollten sich aber an diese Grenze halten (müssen).
Die Marken sollen sich aber alle aussuchen können. Sonst hätten wir irgendwann nur VWs oder so im Land und alle anderen Marken & deren Werkstätten schauen durch die Finger..

pascale
00
17.2.2011, 10:44
Im Dienstwagen des BP wurden schon Frauen und Töchter

zum Friseur usw. gefahren. Bundespolitikern stehen Dienstfahrzeuge inklusive Fahrer zu. Für die private Nutzung müssen alle Gebühren bezahlen, derzeit rund 571 Euro pro Monat. Der Großteil der Regierungsmitglieder verzichtet laut Angabe der Büros auf die Nutzung der Dienstwägen im Urlaub.

john.carter.denton
117
16.2.2011, 22:01

was rechtfertigt überhaupt dienstautos? eine jahreskarte und die sache hat sich.

pascale
00
17.2.2011, 10:53
Befürchte ohne Begleitung hätten manche Politiker

Orientierungsprobleme...

jodaflo
 
12
17.2.2011, 01:19
du kannst es den erlauchten doch nicht antun, sich unters gemeine volk mischen zu müssen...

die frage ist nur welche seite sich mehr zu schämen hat...die österreicher fürihre hanseln, oder umgekehrt.

ich bin ja noch immer der alten meinung, dass jedes volk sich seine führung selbstverständlich verdient hat...aber das...wtf

Hans5
027
16.2.2011, 20:08
Zu teure Dienstautos nicht gerechtfertigt

Als Steuerzahler fragt man sich, mit welcher Abgehobenheit und Präpotenz hier (52.000,- ?!) - wie auch in anderen Ressorts, Dienstautos gekauft und verwendet werden. Die Zuständigen, welche die Unterschrift zur Ankaufsgenehmigung geben, sind als fahrlässig im Umgang mit Steuergeld zu bezeichnen u. z. Verantwortung zu ziehen.
Ich bin überzeugt, dass man um ca. 30.000,- taugliche, geräumige und wirtschaftliche Kfz für Dienstfahrzeugzwecke beschaffen kann; bei entspr. Menge gibt es sicher tolle Rabatte.
Alles andere ist abgehoben, skandalös und Budgetvernichtung. Protzertum ist unangebracht; Dienstleistung am Bürger gefragt. Das Wort dienen ist diesen Luxusbenzinbrüdern (die alle einen Diensteid auf die Republik abgelegt haben) völlig fremd.

Mr. Smart
02
17.2.2011, 08:25

wieivle so autos könnte man um die umgestaltung des pratervorplatzes kaufen? oder die mehrkosten (!) beim skylink debakel? aber klar springt die meute auf das geworfene beindi,verbeisst sich knurrend darin und macht sich doch lächerlich.

org.com
 
10
17.2.2011, 04:59

wenns nur ums auto geht, für die paar netsch bekommt man nicht mal einen halbwegs vernünftigen t5.
also luxus schaut anders aus.
man kanns den herrschaften natürlich auch ausbezahlen.
fällt weniger auf und regt den neid nicht so an.

wobei, beim jährlichen budget von wien machts das bisserl auch nicht aus.

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