Magistrat war zu wenig streng mit den Fiakern

16. Februar 2011, 19:34
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Kontrollamt ortet "zahlreiche Mängel", vor allem bei den Konzessionsverfahren

Wien - Der Termin war alles andere als zufällig gewählt: Just vergangenen Montag präsentierten die beiden Stadträtinnen Ulli Sima (SP) und Maria Vassilakou (Grüne) neue Richtlinien für den Fiakerbetrieb in Wien. Nur zwei Tage später machte das Kontrollamt nun einen Bericht publik, in dem es "zahlreiche Mängel" feststellt, vor allem bei den Konzessionsverfahren für die Fiaker-Unternehmen.

Zu wenig Kontrolle

Der Tenor des 50-seitigen Berichts: Die geltenden Gesetze seien zwar dazu geeignet, die Pferde, die in der Stadt unterwegs sind, zu schützen; teilweise hapert es allerdings an der Kontrolle. Überprüfungen seien "nicht ausreichend dokumentiert" worden. Und mit den angehenden Pferde-Unternehmern dürften es die Prüfer nicht allzu streng genommen haben: Zwei Kandidaten hätte der Vorsitzende der Prüfungskommission "unmittelbar nach der letzten Fragestellung mitgeteilt, dass sie die Prüfung bestanden hätten, ohne dass eine Beratung der Prüfungskommission unter Ausschluss der Kandidaten erfolgt war", schreiben die Kontrollore in ihrem Bericht.

Die für Fiaker zuständige MA65 verweist in ihrer Stellungnahme auf eben jene organisatorischen Neuerungen, die die Stadträtinnen präsentiert haben: optimierte Platzvergabe, Fahrtenbuch-Pflicht für Kutscher, verstärkte Kontrollen. (hei, DER STANDARD Printausgabe, 17.2.2011)

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