HTC Desire S: Neues Design, minimales Hardware-Upgrade

22. Februar 2011, 16:31
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Pluspunkte für Unibody-Gehäuse und Android Gingerbread - Evolution statt Revolution

Mit dem Desire S hat HTC auf dem Mobile World Congress nach dem originalen Modell, dem HD und dem Z bereits das vierte Gerät der Desire-Familie vorgestellt. Von den Spezifikationen reiht sich das S zwischen Original und dem größeren HD ein. Der WebStandard hatte in Barcelona die Chance, einen ersten Blick auf das neue Android-Smartphone zu werfen.

Neues Design

Das Desire S ist wie auch das Legend oder das Desire HD mit einem Unibody-Gehäuse aus Aluminium ausgestattet. Das verleiht dem Gerät nicht nur Stabilität, sondern lässt es auch sehr hochwertig wirken. Die Hardware-Buttons des ersten Modells hat HTC gegen vier Soft-Touch-Buttons ausgetauscht, durch die das Gerät moderner und eleganter wird.

Gleiches Display

Das Display liegt mit 3,7 Zoll auf der Linie des Original-Desires und hinter dem HD mit 4,3 Zoll. Die Auflösung ist mit 800 x 480 Pixel ebenfalls gleich geblieben und entspricht somit der aktuell gängigen Qualität der Smartphone-Bildschirme dieser Dimension. Die Farben sind gewohnt leuchtend und intensiv. Die Qualität des Displays bleibt aber hinter dem Screen des aktuellen Samsung Galaxy S II oder dem iPhone 4.

Kleiner Performance-Schub

Das Desire S ist mit einem 1 GHz schnellen Prozessor, 768 MB RAM und 1,1 GB internem Speicher ausgestattet. Damit bietet es etwas mehr Arbeits- und internen Speicher als das erste Desire, liegt beim internen Speicher jedoch hinter dem HD (mit 1,5 GB). Probleme mit zu geringem, internen Speicher wie beim ersten Desire-Modell dürften beim S nicht mehr auftreten. Bei der Prozessor-Leistung hat das Desire S nicht zugelegt. Wieso HTC nicht wie Samsung, Motorola oder LG bereits einen Dual-Core-Chip einsetzt, ist unklar. Von der Performance der älteren Modelle zu schließen, dürfte allerdings auch das Desire S eine gute Leistung erbringen. Im Kurztest starteten Apps jedenfalls schnell, der Wechsel zwischen den Homescreens und das Durchscrollen des App-Menüs funktionierte flüssig. Zur weiteren Ausstattung gehören WLAN 802.11b/g/n, HSPA, Bluetooth 2.1 und GPS.

Kamera: gleichgeblieben, aber doch besser

Bei der Kamera ist HTC beim Desire S zwar bei 5 Megapixel geblieben, allerdings sollen die Ergebnisse dennoch besser sein als bei Original-Modell. Das liegt laut dem Hersteller daran, dass sich beim Original-Desire vor der Kamera-Linse auf der Rückenabdeckung nochmals eine Plexiglas-Schicht befindet. Bei Verschmutzung oder Kratzern auf diesem Plexiglas-Fenster kommt es zu entsprechend verschwommenen oder trüben Foto-Resultaten, wie bei der Langzeitnutzung des alten Desire beobachtet werden konnte. Das ist beim Desire S - wie auch bei anderen HTC-Geräten - nun nicht mehr der Fall. Eine zweite Kamera auf der Vorderseite wurde zudem für Video-Chats integriert.

Akku

Eine etwas bessere Leistung verspricht der Akku. Während das Desire über einen 1400 mAh-Akku und das HD nur über einen 1230 mAH-Akku verfügen, bietet das Desire S mit 1450 mAh wieder etwas mehr Leistung. 455 Stunden Standby-Zeit und 435 Minuten Sprechzeit gibt der Hersteller bei 3G-Nutzung an. Ob das Desire S mehr als einen Tag bei intensivem Gebrauch durchhält, wird sich in einem ausführlichen Test weisen.

Gingerbread mit Sense

Wie auch das Wildfire S ist das Desire S bereits mit Googles aktuellsten Smartphone-Betriebssystem Android 2.3.3 Gingerbread ausgestattet. Entgegen erster Informationen handelt es sich nicht um Android 2.4, wie HTC mittlerweile korrigiert hat. Die neue Android-Version macht wohl auch den größten Pluspunkt des Geräts aus. Denn ob und wann die älteren Modelle aktualisiert werden, ist noch nicht bekannt. Darüber liegt HTCs eigene Oberfläche Sense, die in der neuen Version kleine Änderungen mit sich bringt. Apps können im Menü etwa nach allen Apps, Favoriten und Downloads sortiert werden. Das Desire S kann zudem auch mit HTCs Online-Sync-Dienst HTCSense.com genutzt werden. Der Dienst läuft allerdings auch nach einigen Monaten noch nicht zuverlässig.

Fazit und Verfügbarkeit

Generell macht das Desire S einen guten Eindruck. Es vereint ein hochwertiges Gehäuse mit Googles neuestem Smartphone-System. Allerdings bietet es bei der Ausstattung keine radikalen Neuerungen und zählt entgegen dem ersten Modell zu dessen Produkteinführung nicht zu den aktuell stärksten Android-Smartphones. In der Klasse eines Galaxy S II kann HTC damit vorerst keine Mitstreiter auf den Markt schicken. Mit 489 Euro liegt es zumindest auch preislich nicht im Spitzenfeld. Das Desire S soll im März auf den Markt kommen. (Birgit Riegler/derStandard.at, 22. Februar 2011)

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  • Das Desire S punktet mit Android 2.3.3 Gingerbread, bietet aber nur ein minimales Hardware-Upgrade gegenüber dem Original-Desire.
    foto: derstandard.at/riegler

    Das Desire S punktet mit Android 2.3.3 Gingerbread, bietet aber nur ein minimales Hardware-Upgrade gegenüber dem Original-Desire.

  • Der neue Alu-Unibody macht das Gerät hochwertiger.
    foto: derstandard.at/riegler

    Der neue Alu-Unibody macht das Gerät hochwertiger.

  • Die Kameralinse wird nun nicht mehr von einem zusätzlichen Plexiglas-Fenster verdeckt.
    foto: derstandard.at/riegler

    Die Kameralinse wird nun nicht mehr von einem zusätzlichen Plexiglas-Fenster verdeckt.

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