Durnwalder rudert zurück

16. Februar 2011, 18:53
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    foto: apa

    Mit dem Rücken zur Wand: Der Südtiroler Landeshauptmann Durnwalder musste antiitalienische Aussagen relativieren.

Italiener wegen Südtirols Landeshauptmann irritiert

"Ich werde woanders Urlaub machen", grollt Davide Morisi. Und Sandra Guglielmo vergleicht den Südtiroler Landeshauptmann gar mit dem Duce: In 500 Postings schlägt sich im Forum der Tageszeitung Alto Adige die Aufregung nieder, die Luis Durnwalders verbaler Kraftakt zum italienischen Einheitsjubiläum ausgelöst hat.

Südtirol werde sich als "österreichische Minderheit" nicht an den Feiern zum 150-jährigen Bestehen Italiens im März beteiligen, hatte Durnwalder wissen lassen.

Die Erklärung löste nicht zuletzt wegen ihres selbstherrlichen Tonfalls in Italien Irritation aus. Staatspräsident Giorgio Napolitano erinnerte daran, dass der Landeshauptmann alle drei Sprachgruppen vertrete. Die Tageszeitung La Repubblica beschrieb die Südtiroler als privilegierte, selbstgefällige Minderheit, die in üppigem Wohlstand lebe. La Stampa rechnete vor, dass das Südtiroler Pro-Kopf-Einkommen um 40 Prozent über dem Durchschnitt liege.

Andere Medien prangerten an, dass die Südtiroler Volkspartei (SVP) Geld aus Rom einstreiche und gleichzeitig gegen Italien Stimmung mache. Im Parlament verkaufe sie sich gleichzeitig teuer an die Regierung Berlusconi.

Die Schützen griffen Durnwalders Erklärung hingegen dankbar auf: Südtirol solle sich "lieber heute als morgen von Italien trennen", und die Freiheitlichen forderten nach Napolitanos Erklärung eine "klare Positionierung".

Durnwalders Statement brachte vor allem seine Koalitionspartner vom Partito Democratico (PD) in eine missliche Lage, aber auch die Ladiner: "Niemand würde sich aufregen, wenn er sich an den Feiern beteiligen würde."

Der Corriere della Sera zitierte die Tiroler Tageszeitung, wonach 64 Prozent der Tiroler eine Wiedervereinigung ablehnen.

Angesichts der Aufregung lenkte Durnwalder ein: "Mein Stellvertreter Christian Tommasini und Landesrat Roberto Bizzo werden an der Feier in Rom teilnehmen."

Unbeantwortet ließ der seit 23 Jahren mit absoluter Mehrheit regierende Landesfürst eine provozierende Frage des Corriere: "Könnte Durnwalder auch unter Österreich ein Bruttogehalt von 26.708 Euro einstreichen?" (Gerhard Mumelter aus Rom/DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2011)

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Posting 1 bis 25 von 90
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Atoar
01
25.2.2011, 14:17

Naja, gerade froh über die Einheit Italiens muss Südtirol wirklich nicht sein.

österix
01
23.2.2011, 10:06
Wenn schon ein Provinzhäuptling in Italien 26.708 Euro verdient,

was erhalten dann höherrangige Politiker? Kein Wunder, dass Italien hoch verschuldet ist.

Interista81
52
17.2.2011, 16:40
was ich nicht verstehe

ist diese "Zuneigung" zu Südtirol bzw. zum Durnwalder (respektive SVP & Schützen) hier im Forum. MMn sollten die S-Tiroler einfach mal froh darüber sein, dass sie schlussendlich auch (wenn nicht sogar hauptsächlich) aufgrund der vielen Sonderstati und Unterstützungen (sowohl aus Rom als auch aus Wien) zu dem wurden, was sie jetzt sind, nämlich eine der wohlhabendsten Regionen in Europa. Warum also muss da regelmäßig irgendein Wirbel über irgendwelche sentimentalen Belanglosigkeiten gemacht und auch noch seitens "Österreichs" unterstützt werden? Ich versteh das nicht ...

Querschädl
00
23.2.2011, 09:19
ja, das trifft es genau

da werden manchmal immer noch völlig überkommene und schlichtweg überwundene Grabenkämpfe ausgefochten, die mit der aktuellen Wirklichkeit überhaupt nichts mehr zu tun haben.

Den Südtirolern ist es noch nie besser gegangen als heute, auch im Vergleich zu Nordtirol.

Und dieses "besser gehen" ist auch kein fragiler Zustand, der sich jederzeit wieder ändern kann, das ist etwas, was sich nun schon seit Jahrzehnten so entwickelt.

Ich als Nordtiroler bin froh, daß sich die Südtiroler einen derart guten Status geschafft haben, da gibt es nichts zu jammern drüber.

e g c
51
18.2.2011, 02:34
weil diese ewiggestrigen es einfach nicht lassen können, ununterbrochen zu schreien und zu plerren, anstatt endlich ihr leben zu leben und die anderen in ruhe zu lassen ...

venere nera
02
19.2.2011, 01:21

da bist du plötzlich ganz anderer meinung, wenn es um palästina geht :-) und nichts hasse ich mehr, als heuchelei...

DerAndere34
19
17.2.2011, 17:15
nun

unter sentimentaler belanglosigkeit verstehen viele menschen verschiedene dinge.
die tatsache dass man wohlhabend ist spielt dabei keine wirkliche rolle, oder sollte sie zumindest nicht.
wenn das anders wäre würde es ja beinahe ein freibrief für unrecht jeder art sein ... "sind ja eh wohlhabend ..."

als der kosovo unabhängig wurde waren viele dafür/ die unabhängigkeit der baltischen länder -einleuchtend und klar / die trennung der CSSR in tschechien und slowakei - logisch, wenn sie es wollen/ usw ...
die loslösung von slowenien, kroation ... alle haben mitgefiebert.

nur hier argumenitiert man mit: belanglosigkeit, es geht ihnen ja eh gut, so gut geht es ihnen nirgends, sie sind ja wohlhabend ...

Everchange
21
17.2.2011, 17:06

schade, dass man nur einmal grün geben kann :-)

DerAndere34
04
17.2.2011, 12:53
Feigling

Gitschele
41
17.2.2011, 11:53

Die SVP und die Schützen sollen sich nicht so wichtig machen, dann geht's allen gut.

styx12
016
17.2.2011, 11:32

Ja wenn die Italiener die Südtiroler eh nicht wollen, weil sie angeblich so selbstgefällig und privilegiert sind, dann sollen sie halt Südtirol zurückgeben.

Laandaks
07
17.2.2011, 10:56
Nanana, sooo weit rudert er wieder nicht zurück...

..., denn wenn man dem Corsera glauben darf, hat er relativ moderat argumentiert: Siehe den Absatz «NON HO RICEVUTO INVITI»

in: http://www.corriere.it/cronache/... 6ba6.shtml

Abgesehen davon, daß Südtirol vor 150 Jahren tatsächlich noch nicht bei Italien war, könnte Hr. Mumelter auch erwähnen, daß es in Italien Gerangel gibt, ob der Jubiläumstag überhaupt zum Feiertag erklärt werden soll und daß die Lega Nord sich ziemlich despektierlich zu dieser Angelegenheit äußert; unvergessen in diesem Zusammenhang Bossis "Sono Porchi Questi Romani" (= SPQR), das von PdL-Seite nicht richtig angegriffen werden kann, weil man die Lega zur Mehrheitssicherung braucht...

menf
54
17.2.2011, 10:05
los von Rom und los von Wien!

Tirol soll endlich ein selbständiger Staat werden und als Vollmitglied der EU beitreten. Mit einem lukrativen Transitvertrag könnte man die bisherigen Schärflein aus Italien und Österreich wieder ins Trockene bringen...

michael klauser1
 
32
17.2.2011, 11:51

Vollkommener Blödsinn.
1. brauchen wir keine 500 Ministaaten
2. Gilt in der EU der freie Warenverkehr! EU Vollmitgliedschaft und "lukrative" Transitverträge schließen sich also gegenseitig aus!

Traumpass - Spieler
10
17.2.2011, 10:19

und warum glaubst du könnte sich ein unabhängiges tirol extrawürste herausnehmen?

Sanitätsgefreiter Faymann
022
17.2.2011, 00:43
Wirklich kein Grund zum Feiern für Südtirol

Tanti auguri den Italienern und Ihnen sei die staatliche Einheit wie jeder anderen Nation auch herzlich gegönnt.

Aber was erin Landeshauptmann von Südtirol bei den 150-Jahr-Feiern in Rom verloren hätte, hätte ich auch nicht verstanden. Immerhin hat sich genau dieser jubilierende italienische Staat Südtirol gegen den Willen der Bevölkerung einverleibt. Das ist zwar jetzt schon eine Ewigkeit her, aber ändert nichts an der Tatsache selbst.

michael klauser1
 
06
17.2.2011, 10:51

Vollkommen richtig!
Außerdem ist Süd-Tirol erst seit 1919 durch Einmarsch italienischer Truppen bei Italien, und nicht seit 150 Jahren!

Alpenrambo
71
17.2.2011, 00:36
Die Tageszeitung La Repubblica beschrieb die Südtiroler als privilegierte, selbstgefällige Minderheit, ...

zumindest das Attribut "selbstgefällig" ist nicht von der Hand zu weisen.
In Nordtirol gibt es kaum einen Ort, geschweige eine Stadt, in der nicht einige Straßennamen nach Südtirol benannt sind, um dauerhaft an die verlorene Landeseinheit zu erinnern. (Meranerstraße, Boznerplatz, Brixnerstraße u.s.w.)

Mir ist in Südtirol kein Ort bekannt, wo man je auf die Idee gekommem wäre, eine Straße nach einem Ort in Nordtirol zu benennen. Man hat das schlicht nicht notwendig. Anscheinend.

Tomtom Alabama
02
20.2.2011, 19:43

Ah, stimmt nicht ganz. Brauch nur zu googlen - Innsbruckerstr. in Bozen und sicher viele mehr...

venere nera
06
17.2.2011, 11:37

wenn dies das einzige ist, was dich stört, ist ja nichts verloren ;-)
hab kurz gegoogelt und bin fündig geworden: es gibt in südtirol nordtiroler straßennamen;-)

und nebenbei: auch die namensgebung ist teil des "problems": unter dem faschismus verswuchte man, alles österreichische und tirolerische auszulöschen und dabei wurden alle straßen und plätze umbenannt. nach '45 fanden nicht immer und überall die alten namen zurück auf die schilder. auch nach 45 wurden in bozen im mehrheitlich ital. gemeiderat neu zu erbauende straßen zumeist proporzmäßig mit deutschen namen nach ital. städten oder persönlichkeiten benannt.

Wilhelm Guschlbauer
01
17.2.2011, 11:26
Es gibt auch einen Südtiroler Platz in WIen ....

rote Lola2
02
17.2.2011, 13:07

im volksmund auch partisanenplatz genannt...

Jack Joker
05
17.2.2011, 01:07

Dieses Argument ist schon sehr schwach. Vermutung: Zur selben Zeit als in Österreich diese Straßen eingeweiht wurden, wäre eine Straßenbenennung nach einem Nordtiroler Ort in Südtirol politisch unmöglich gewesen, wenn nicht sogar verboten worden.

Neben dieser Vermutung, hier noch eine Tatsache, um Ihnen Ihre Vorurteile zu nehmen:
http://bit.ly/gaUoJO
(2008 - Einweihung neu benannter "Innsbrucker Straße" in Bozen, "Zeichen in Richtung gute Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck")

venere nera
09
16.2.2011, 22:15

da gibt's nichts zum zurückrudern, vor der billigen mischung aus unwissenheit und nationalismus schreckt der durni hoffentlich nicht zurück ;-)

Karl Heiden1
012
16.2.2011, 22:19
Er rudert auch nicht zurück: Irreführender Titel!

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