Atrium verklagt Meinl-Bank-Chef auf 16 Millionen

16. Februar 2011, 17:54
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Russland-Deal löst Streit aus

Wien - Ein neuer Tag - ein neuer Schlagabtausch zwischen Atrium und Meinl Bank. Auslöser ist eine Klage, die Atrium (früher Meinl European Land, MEL) gegen die Meinl Bank und deren Chef, Peter Weinzierl, beim Handelsgericht Wien eingebracht hat. Der Bank und Weinzierl werden Malversationen mit einem Russland-Joint-Venture aus 2005 vorgeworfen.

Demnach habe sich MEL einst verpflichtet, die für das Joint Venture notwendigen Mittel von rund 500 Mio. Euro aufzubringen, wofür sie 55 Prozent erhalten sollte. Weinzierl habe jedoch in Verletzung eines entsprechenden Vorstandsbeschlusses und zum Schaden von MEL zehn Prozent der gewinnbeteiligten Anteile der Meinl Bank zukommen lassen, sodass MEL letztlich nur 45 Prozent der Anteile und des Gewinns erhielt.

Unmittelbar vor Beendigung des Managementvertrags zwischen MEL und der Meinl Bank habe MEL den zehn Prozent Anteil um 16,8 Mio. zurückgekauft. Der Verkäufer habe Atrium zufolge einen Nettogewinn von 15,8 Mio. Euro erzielt - den man jetzt zurückholen will.

"Absurd"

Weinzierl bezeichnete die Klage als "absurd". Man habe immer im Einklang mit dem Recht gehandelt und alle Geschäfte offengelegt. Atrium müsste wegen des "Missmanagements" in Russland mindestens 40 Mio. Euro abschreiben, ätzte Weinzierl. In besagtem Joint Venture würden sich auch drei Entwicklungsprojekte befinden, die Atrium "durch die Inkompetenz von Atrium-CEO Rachel Lavine" in den vergangenen zwei Jahren verloren hätte", sagt Weinzierl. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.2.2011)

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