Maria Influenza

11. Februar 2011, 17:34
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Der Schweizer Carlo Janka wird seit Jahren von einem rätselhaften Virus gequält. Der hinderte ihn...

Der Schweizer Carlo Janka wird seit Jahren von einem rätselhaften Virus gequält. Der hinderte ihn nun schon zwei Sommer lang, ordentlich Kondition zu schinden für die langen, kräfteraubenden Winter. Im Vorjahr gewann er trotzdem den Gesamtweltcup. Heuer setzen ihm die Folgen heftig zu, er hat zu wenig Kraft. Deshalb verzichtet Janka auf die Abfahrt und die Superkombi und fuhr heim in die Schweiz, um sich für den Riesenslalom zu erholen.

Vergleichsweise leicht hat es Maria Riesch, obwohl sie von ihrem Virus, der keine Rätsel aufwirft, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt heimgesucht worden ist, just in den Tagen der Heim-WM, bei der sie noch so viel vor hat.

Heute steht die Superkombi an, in der sie sich selbst die größten Chancen einräumt. Internist Johannes Scherr, Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes, lieferte am Donnerstag das "Update zum Gesundheitszustand von Maria Riesch": Sie leidet nach wie vor an einer Virusgruppe, einer Influenza, sie wird mit allem behandelt, was erlaubt ist, bekommt Injektionen, hochdosierte Vitamine, Virusmittel, das Fieber ist schon gesunken, ob sie heute mitwirken kann, werde sich erst vor dem Start herausstellen. Kollegin Viktoria Rebensburg versäumte den Super-G wegen einer Influenza. Die Grippewelle schlage eben in Betrieben zu, und der DSV sei auch nur ein Betrieb

Gestern wurde Riesch im Mannschaftshotel am Riessersee behandelt, geschlafen hat sie in ihrer Garmischer Wohnung. Die Blutwerte von Maria Riesch schauen schon ganz gut aus. Aber es gilt zu bedenken, dass nicht die Blutwerte den Berg hinunterfahren müssen, sondern Maria. Und die kann noch für schöne Geschichten sorgen als Maria Influenza. (Benno Zelsacher; DER STANDARD Printausgabe 11. Februar 2011)

 

 

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